GZSZ-Star Mustafa Alin in Untersuchungshaft

Maria GradlMaria Gradl | 19.10.2021, 21:07 Uhr

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Der Haftbefehl existierte schon länger. Jetzt folgte die Vollstreckung durch die Polizei. Der ehemalige GZSZ-Darsteller, Corona-Leugner und Verschwörungstheoretiker Mustafa Alin (44), sitzt im Gefängnis.

Bekannt geworden ist Mustafa Alin in der Rolle des beliebten Spätkaufbesitzers „Mesut Yildiz“ in dem RTL-Serienerfolg „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“. Im Sturm eroberte er die Herzen der Zuschauer. Diese romantisierten Zeiten sind allerdings vorbei. Über ihm hängt die Dunstwolke der „schlechten Zeit“.

Nach seinem Ausscheiden bei GZSZ wurde es zunächst still um den 44-Jährigen. Im vergangenen Jahr erregte der Mustafa Alin wieder Aufmerksamkeit. Nicht aber als Schauspieler, sondern als Coronaleugner und Verbreiter krude Verschwörungstheorien.

Festnahme durch die Polizei

Vergangenen Sonntag soll Mustafa Alin von Polizeibeamten im hannoverischen Stadtteil Linden festgenommen und in die Justizvollzugsanstalt Hannover gebracht worden sein, berichtet „T-Online“. Mustafa Alin schwänzte offenbar ohne Entschuldigung am 23. September eine Verhandlung am Amtsgericht Hannover.

Daraufhin wurde ein Haftbefehl gegen ihn erlassen.

Warum musste Mustafa Alin vor Gericht?

Und weshalb der ganze Wirbel? Die Liste seiner Vergehen ist nicht besonders kurz, denn es werden ihm mehrere Straftaten vorgeworfen: Neben Beleidigungen und Bedrohungen muss sich der Schauspieler wegen Verstößen des Kunsturhebergesetz verantworten. Laut Anklage hatte der Darsteller im vergangenen Jahr Streit in einem Baumarkt provoziert.

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Er soll eine Baumarktmitarbeiterin gegen ihren Willen gefilmt und das Video ins Netz gestellt haben. Vorher habe ihn die Mitarbeiterin aufgefordert, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Als er die Aufforderung ignoriert, bittet sie ihn, das Gebäude zu verlassen. Als sich Mustafa Alin weigert und der Marktleiter einschritt, drohte Alin ihm angeblich mit dem Tod.

Mustafa schleuste sich illegal ins Krankenhaus

Die Aktion erinnert an Alins abstrusen Besuch in der Paracelsus-Klinik in Langenhagen. Er schleuste sich mit einer angeblichen Verletzung in die Notaufnahme des Krankenhauses, um zu „beweisen“, dass es Corona nicht existiere. Weil er auf seinem Rundgang auf keine Corona-Patienten stieß, schlussfolgerte er, es gebe gar keine Pandemie.

Dass diese in einer gesonderten Quarantäne-Station liegen mussten, fiel ihm dabei wohl nicht ein.

Drohung gegen Merkel

Außerdem wird ihm vorgeworfen, aufgrund der Corona-Maßnahmen zu Straftaten aufgerufen zu haben. Konkret sollen diese gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (67) und Gesundheitsminister Jens Spahn (41) gerichtet gewesen sein