Non-Hodgkin-LymphomJane Fonda fühlt sich trotz Chemotherapie „sehr glücklich“

Jane Fonda bei einer Premierenfeier für «Grace and Frankie» im NeueHouse Hollywood.
Jane Fonda bei einer Premierenfeier für «Grace and Frankie» im NeueHouse Hollywood.

Richard Shotwell/Invision/AP/dpa

dpadpa | 04.09.2022, 09:45 Uhr

Mit 84 Jahren steht Jane Fonda noch vor der Kamera und engagiert sich als Klima-Aktivistin. Von ihrer Krebserkrankung will sie sich nicht bremsen lassen. Die Oscar-Preisträgerin gibt sich zuversichtlich.

Hollywood-Star Jane Fonda (84) ist an Krebs erkrankt. Das teilte die Schauspielerin am Freitag (Ortszeit) auf Instagram mit (wir berichteten).

Bei ihr sei ein sogenanntes Non-Hodgkin-Lymphom diagnostiziert worden, sie habe mit Chemotherapie begonnen, schrieb die zweifache Oscar-Preisträgerin in dem sozialen Netzwerk. Sie habe einen Krebs, der sehr gut auf Behandlung anspreche. 80 Prozent der Patienten würden überleben, schrieb Fonda. Daher schätze sie sich „sehr glücklich“.

Zudem habe sie eine gute Krankenversicherung und Zugang zu den besten Ärzten. „Mir ist klar, und das ist schmerzlich, dass ich in dieser Hinsicht privilegiert bin. Fast jede Familie in Amerika hatte schon einmal mit Krebs zu tun, und viel zu viele haben keinen Zugang zu einer so guten medizinischen Versorgung wie ich, und das ist nicht richtig.“ Man müsse zudem über die Auslöser von Krebserkrankungen sprechen und dagegen vorgehen. Laut Zahlen der US-Krebsgesellschaft werden 2022 in den Vereinigten Staaten rund 80.000 Menschen neu an einem Non-Hodgkin-Lymphom erkranken und etwa 20.000 Menschen daran sterben.



Genesungswünsche von Hollywood-Kolleginnen

Zehntausende Fans nutzten die Web-Plattform für Genesungswünsche. „Anmutige Königin“, schrieb Model Naomi Campbell. „Sogar in diesen schwierigen Zeiten teilst du deine Weisheit mit uns.“ Schauspielerin Diane Keaton kommentierte: „Wir lieben dich, Jane. Du bist meine Heldin. Du bist eine Kämpferin. Mein ganzes Leben war ich voller Bewunderung für alles, was du tust.“

Sie vertrage die Chemotherapie recht gut, schrieb Fonda weiter. Erkrankung und Behandlung würden ihren Einsatz für den Klimaschutz nicht bremsen, beteuerte sie. Dies sei ein sehr wichtiger Zeitpunkt in der Geschichte der Menschheit, um sich gemeinsam für Veränderungen und für die Zukunft einzusetzen. „Die Zwischenwahlen kommen, und sie sind mehr als bedeutend“, schrieb Fonda mit Blick auf die bevorstehenden US-Wahlen im November. „Ihr könnt auf mich zählen, dass ich genau an eurer Seite stehen werde, während wir unsere Truppen an Klima-Champions weiter vergrößern.“

Das ist Jane Fonda

Mit Filmen wie „Cat Ballou“ (1965), „Nur Pferden gibt man den Gnadenschuß“ (1969), „Klute“ (1971), „Coming Home – Sie kehren heim“ (1978) und „Am goldenen See“ (1981) schrieb sie Filmgeschichte.

Fonda, die im Dezember 85 Jahre alt wird, ist seit Jahrzehnten politisch aktiv. In den 1970er Jahren protestierte sie lautstark gegen den Vietnam-Krieg. Zuletzt machte sie mit ihrem Einsatz als Klimaschutzaktivistin Schlagzeilen. Bei Protesten in Washington wurde sie mehrmals festgenommen.

Als Schauspielerin stand Fonda zuletzt für die Netflix-Comedy-Serie „Grace und Frankie“ vor der Kamera. 2018 war sie im Kino in der Komödie „Book Club“ zu sehen. Abseits der Leinwand waren Sport und Gesundheit immer wichtige Themen bei öffentlichen Auftritten Fondas.

Die Fonda-Fitnesswelle

In den 1980er Jahren hatte der „Barbarella“-Star eine Fitnesswelle ausgelöst. Mit Aerobic-Videos, später auch mit Stretching und Yoga, baute sie ein Fitness-Imperium auf. Jahrzehnte danach erhielt sie ein künstliches Kniegelenk und eine neue Hüfte. 2010 war sie an Brustkrebs erkrankt und erfolgreich operiert worden. 2018, als sie mit einem Pflaster an der Unterlippe zu einem Interview erschien, sagte Fonda, dass ihr dort ein Krebsgeschwür entfernt worden sei.

Im vorigen April sprach sie über das Älterwerden. „Ich bin mir sehr bewusst, dass ich dem Tod näher bin. Und das macht mir eigentlich nicht so viel aus“, sagte sie in einem Interview in der Fernsehsendung „CBS Sunday Morning“. „Was mich stört, ist, dass mein Körper im Grunde nicht meiner ist“, sagte sie weiter. „Meine Knie sind nicht meine, meine Hüften sind nicht meine, meine Schulter ist nicht meine.“

Dennoch sei sie zufrieden mit ihrem Alltag. „Die Tatsache ist, dass ich mit fast 85 noch lebe und arbeite. Wow! Wen kümmert es, wenn ich meine alten Gelenke nicht mehr habe? Und nicht mehr Ski fahren, Rad fahren oder Joggen kann?“ Man könne sich mit 60 richtig alt fühlen und mit 85 „richtig jung“.