Johnny Depp und Amber Heard: Urteil wird verschoben

Paul VerhobenPaul Verhoben | 01.06.2022, 13:37 Uhr
Johnny Depp
Johnny Depp

IMAGO / ZUMA Wire

Die Jury im Prozess Johnny Depp gegen Amber Heard musste vor der Urteilsverkündung noch einige offene Fragen klären.

Die zuständige Richterin hat noch einige Unklarheiten zu beseitigen, bevor die Geschworenen über die 50-Millionen-Dollar-Klage (46 Millionen Euro) wegen Verleumdung, die der „Fluch der Karibik“-Star gegen seine Ex-Frau eingelegt hatte, entscheiden können.

Unvergleichliche Schlammschlacht

Amber Heard selbst hatte sich kurzerhand dazu entschlossen, ihren Ex Johnny Depp ebenfalls zu verklagen — auf stolze 100 Millionen Dollar (93 Millionen Euro). Sieben Wochen lang hörte die Jury zu, als die „Aquaman“-Darstellerin und ihr in Ungnade gefallener Ex-Mann über ihre toxische Beziehung erzählten.

Eine bis dato noch nie dagewesene öffentliche Schlammschlacht – komplett unter der Gürtellinie. Nachdem zuletzt die Schlussplädoyers der Anwälte gehört wurden, müssen die Geschworenen jetzt darüber entscheiden, ob Heard Depp tatsächlich fälschlicherweise der häuslichen Gewalt bezichtigt hatte.

Darum geht’s eigentlich

Insbesondere ein Artikel, den die Schauspielerin im Jahr 2018 in der „Washington Post“ veröffentlichte, steht dabei zur Debatte. Darin nennt Heard ihren Ex zwar nicht namentlich, doch dem Leser wird schnell klar, dass die Beziehung zu Depp gemeint ist. Damit bei der Urteilsentscheidung keine Unklarheiten bestehen, wurden die Einzelheiten des betreffenden Artikels deshalb jetzt noch einmal vor Gericht erklärt.

Ein für heute erwartetes Urteil musste aufgeschoben werden. Die siebenköpfige Jury hatte sich nach einer ganztägigen Diskussion mit Nachfragen ans Gericht gewandt. Darin ging es es um bestimmte Passagen im Text der „Washington Post“ und darunter auch die Überschrift des langen Artikels. Auch heute sind weitere Beratungen angesetzt.

Die Entscheidung wird mit Spannung erwartet. (Bang, K&T)

UPDATE 21.25 Uhr: Die siebenköpfige Jury befand am Mittwochnachmittag gegen 15 Uhr Ortszeit (21 Uhr MEZ) in Fairfax/US-Bundesstaat Virginia, dass der Artikel, den Amber Heard in der „Washington Post“ 2018 schrieb, Depp verleumdet habe. Das Urteil: schuldig!

Somit sind die 100 Millionen Dollar Schmerzensgeld, die sie von ihrem Ex Johnny Depp verlangt, von der Jury abgelehnt worden.