Klatsch-Legende Michael Graeter: „Das süße Leben wurde stillgelegt“

Klatsch-Legende Michael Graeter: „Das süße Leben wurde stillgelegt“
Klatsch-Legende Michael Graeter: „Das süße Leben wurde stillgelegt“

© IMAGO / MIS

04.08.2021 13:38 Uhr

München war mal eine Party-Hochburg. Aber das ist lange mehr, findet Michael Graeter, der früher keine Sause ausließ.

Klatschkolumnist Michael Graeter, Vorbild für Boulevardreporter Baby Schimmerlos in der Kultserie „Kir Royal“, trauert dem süßen Leben in seiner Heimat München hinterher.

„Es ist ein sehr gebremstes Dorf geworden. Es war in den 60er, 70er und 80er Jahren mal sexy“, sagte der 80-Jährige der „Augsburger Zeitung“. Die Stadt werde von Leuten regiert, „die mit Mistgabeln den Schmelz dieser Stadt herausstechen“.

Mit Strauß hätte es keinen Lockdown gegeben

Auch mit der Politik der Corona-Maßnahmen geht er hart ins Gericht. „Man kann sagen: Das süße Leben wurde still gelegt. Wenn (Franz Josef) Strauß noch am Leben wäre, hätte es nie so einen Lockdown gegeben.“

Graeter diente als „König der Klatschreporter“ Regisseur Helmut Dietl als Vorbild für die Fernsehserie „Kir Royal“. Da wurde immer kräftig getrunken. Dem Wein-Getränk entsagt er mittlerweile allerdings auch. Graeter trinke jetzt jeden Tag drei verschiedene Säfte: Granatapfel, Karotten und Spinat. „So erspare ich mir das Gemüse beim Essen.“

Das ist Michael Graeter

Michael Graeter gab er als Verleger die „Augsburger Neue Presse“ heraus. Später arbeitete er für verschiedene Blätter als Korrespondent in Paris, schrieb von 1984 bis 1988 schrieb er für die „Bild“ und von 1989 bis 1997 für die Zeitschrift „Bunte“.

Von 1979 bis 1998 betrieb er in der renommierten München-Schwabinger Leopoldstraße das „Café Extrablatt“, eröffnete Filialen in Los Angeles und in Berlin, die allerdings scheiterten.

Graeter schillernder Gesellschaft-Kolumnisten-Job diente als Vorlage für die Figur Baby Schimmerlos aus der absoluten Kult-Fernsehserie „Kir Royal“ (1986) von Helmut Dietl mit Franz Xaver Kroetz, Senta Berger und Dieter Hildebrandt.

(dpa/KT)