Komiker Kurt Krömer bricht Tabus, um zu helfen

dpadpa | 04.11.2021, 09:45 Uhr
Kurt Krömer, Berliner Humorist und Schauspieler, bei einer Pressekonferenz zur Bekanntgabe der Grimme-Preise 2020. (Archivbild)
Kurt Krömer, Berliner Humorist und Schauspieler, bei einer Pressekonferenz zur Bekanntgabe der Grimme-Preise 2020. (Archivbild)

Henning Kaiser/dpa

Nachdem sich Komiker Kurt Krömer öffentlich zu seiner Depression bekannt hat, will er nun anderen beistehen. Der 46-Jährige schreibt ein Buch über sein Leben mit der psychischen Erkrankung.

Der Berliner Komiker Kurt Krömer veröffentlicht kommenden März ein Buch über seine psychische Erkrankung. Der Titel lautet „Du darfst nicht alles glauben, was du denkst: Meine Depression“. Das Buch solle für einen offenen Umgang mit psychischen Krankheiten werben und sei gleichzeitig kein Leidensbericht, sondern eine Liebeserklärung an das Leben und die Kunst, heißt es vom Verlag Kiepenheuer & Witsch in Köln.

Bojcan bricht Tabu, um zu helfen

Krömer hatte im März in seiner RBB-Sendung „Chez Krömer“ erstmals offen über seine schwere Depression und seine Zeit in einer Tagesklinik gesprochen. Der KiWi-Verlag zitiert den Comedian („LoL“), der eigentlich Alexander Bojcan heißt („46 Jahre alt, trockener Alkoholiker, alleinerziehender Vater“) mit den Worten: „Ich war 30 Jahre depressiv. Ich muss damit leben. Und ich habe keinen Bock, das zu verheimlichen.“

Bojcan breche ein Tabu nicht um des Tabubrechens willen, sondern um Menschen zu helfen, die unter Depressionen leiden oder auch eine jahrelange Ärzteodyssee hinter sich haben. Bei Instagram bewarb Krömer das Buch am Mittwoch und erhielt Zehntausende Likes und viele unterstützende Kommentare.

Mehr Öffentlichkeit für die Krankheit

Acht Wochen hat Kurt Krömer im Herbst 2020 wegen Depressionen in einer Klinik verbracht. Vorher sei er drei Jahre lang zu Ärzten gegangen, um herauszufinden, was mit ihm los sei. „Ich dachte, vielleicht bin ich ein Hypochonder, weil ich irgendwann glaubte, ich hätte einen Tumor, ein Blutgerinnsel. Ich bin durch die ganzen Röhren und jeder Arzt sagte mir, wir finden nichts. Bis mich im vergangenem Jahr einer ansprach und sagte, vielleicht bist du depressiv“, erzählte er in seiner Sendung „Chez Krömer“.

Der Schritt an die Öffentlichkeit und die Therapie scheinen ihm gut getan zu haben. Nun will er anderen Betroffenen helfen. Immerhin hat er mit seinem Geständnis die Diskussion bereits angeregt. Das Buch wird die Debatte sicher noch verstärken und ein wenig mehr Verständnis für die Krankheit aufkommen lassen.

(dpa-infocom/KT)