Kurt Krömer und die Sache mit dem Labello: „Wenn ich Polizisten sehe, zucke ich zusammen“

Paul VerhobenPaul Verhoben | 18.06.2022, 12:00 Uhr
Kurt Krömer in einer Talkshow
Kurt Krömer in einer Talkshow

IMAGO / Stefan Schmidbauer

Der preisgekrönte Comedian, Talkmaster und mehrfacher Buchautor Kurt Krömer plaudert jetzt über seine kriminellen Vergangenheit, die mit einem Labello anfing - und endete.

Wenige Komiker in Deutschland sind durch die Bank weg so beliebt wie er – Kurt Krömer. Zuletzt kehrte er sein Innerstes nach außen. Der TV-Star und Stand-Up-Comedian mit seiner unnachahmlichen Art sprach über die sich über drei Jahrzehnte ziehenden Depressionsschübe und veröffentlichte jüngst dazu das Buch „Du darfst nicht alles glauben, was du denkst: Meine Depression“.

Die Sache mit dem Labello

Der Komiker und Autor, der eigentlich Alexander Bojcan heißt, plauderte nun im Magazin „Zeit Verbrechen“ über seine kriminellen Vergangenheit – durchaus auch augenzwinkernd.

„Einmal habe ich für ein Mädchen einen Labello mit Erdbeergeschmack geklaut. Sie hat gesagt: ‚Wenn du den klaust, darfst du mich küssen.‘ Dann hat sie den Labello genommen und ist abgehauen – ohne mich zu küssen. Danach habe ich nie wieder geklaut.“



Kurt Krömer über seinen gewalttätigen Vater

Auch Gewalt lehnt der Sohn eines Tischlers und einer Schneiderin ab, wie er in dem Beitrag verriet. Kurt Krömer dazu: „Geprügelt habe ich mich nie. Mein Vater hat uns zwar nicht geschlagen, aber er war sehr gewalttätig.“ An manchen Abenden schlug er „andere krankenhausreif – um dann zu Hause damit zu prahlen, was für ein dufter Abend das war. Das hat mich erschreckt, ich habe früh kapiert, wie scheiße Gewalt ist.“

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Der mehrfache Grimme-Preisträger – und nach eigenen Aussage auch alleinerziehender Vater von vier Kindern – hat seine Vergangenheit noch immer nicht ganz verwunden: „Wenn ich Polizisten sehe, zucke ich bis heute immer zusammen und frage mich: Ist noch was offen? Muss ich abhauen?“

Kriegsdienstverweigerer Kurt Krömer

Kurt Krömer hatte sich übrigens auch dem Wehrdienst entzogen. Der 37-jährige verriet darüber: „Ich bin Kriegsdienstverweigerer aus Überzeugung, und zwar Totalverweigerer, ich habe auch keinen Zivildienst gemacht. Als die Einladung zur Musterung kam, bin ich untergetaucht, habe meinen Personalausweis weggeworfen und zwei Jahre lang in Wohngemeinschaften oder besetzten Häusern gewohnt. Ich dachte, wenn sie mich nicht finden, entgehe ich dieser Scheiße.“

Schließlich haben ihm die Konsequenzen seines Untertauchens doch zu schaffen gemacht: „Allerdings war ich dann auch nicht krankenversichert. Irgendwann sind mir reihenweise Zähne ausgefallen, da wollte ich wieder zurück ins System.“