TV-GesichterLinda Zervakis: „Ich weiß, wie es ist, mit wenig Geld auszukommen“

Fernsehmoderatorin Linda Zervakis in der 1. Live Show der 7. Staffel The Masked Singer
Fernsehmoderatorin Linda Zervakis in der 1. Live Show der 7. Staffel The Masked Singer

IMAGO / Panama Pictures

Paul VerhobenPaul Verhoben | 04.10.2022, 08:20 Uhr

Linda Zervakis gehört seit zu den neuen Gesichtern bei ProSieben. Im April 2021 hatte sie ihre letzte Sendung bei der "Tagesschau". Nun plaudert sie über den Abschied und Privates.

Ihr selbstgewählter Abschied als Tagesschau-Sprecherin war ein Paukenschlag. Aber einem Millionenpublikum Nachrichten zu präsentieren, ist nur eines von Linda Zervakis‚ vielen Talenten. Genauso gut wie souverän kann sie lustig und ironisch – und wirkt auch dabei immer vollkommen unverstellt.

„Ich habe keine Lust abzudrehen oder eine Rolle zu spielen. Warum auch? Nur, weil ich mein Gesicht in die Kamera halte? Die Zeit im Kiosk hat mich geerdet. Ich werde immer ’normal‘ und ‚echt‘ bleiben“, sagt die 47-jährige, übrigens nur 1,69m kleine Linda Zervakis jetzt im Interview mit dem Magazin „Emotion“. (ab heute im Handel).



Linda musste am Kiosk der Mutter aushelfen

Der Kiosk, das ist der Kiosk ihrer Familie in Hamburg-Harburg. Die Eltern arbeiteten dort „jeden Tag 15 Stunden“. Als der Vater plötzlich an Krebs starb, war ihre Mutter allein für Linda und die beiden Geschwister verantwortlich. Der Kiosk war die einzige Einnahmequelle der Familie, alle mussten mitarbeiten – und Linda Zervakis musste quasi über Nacht erwachsen werden. „Ich weiß, wie es ist, mit wenig Geld auszukommen. Daher mache ich mir auch keine großen Sorgen, was dieser Winter bringen wird. Tatsächlich trage ich in mir die Gewissheit: Es geht trotz allem immer weiter“, sagt die Moderatorin.

Sie versuche generell, nicht zu emotional mit Schwierigkeiten umzugehen. Eine Gelassenheit, die wohl auch in ihren griechischen Wurzeln gründet. „‚Schauen wir mal‘ ist ein griechischer Spruch für alle Lebenslagen“, sagt sie und lacht.

Abschied von der „Tagesschau“ fiel ihr nicht schwer

Den Wechsel von der Tagesschau ins Privatfernsehen habe sich die Mutter eines Sohnes und einer Tochter sehr gut überlegt. „Die ‚Tagesschau‘ ist heilig. Aber zur Wahrheit gehört auch, ich habe nur abgelesen, was andere für mich geschrieben haben“, sagt die 47-Jährige. Das war ihr nicht mehr genug. „Ich möchte andere Facetten zeigen, mich ausprobieren. Bei ProSieben bin ich nach wenigen Wochen gefragt worden, ob ich ein Triell mit den Kanzlerkandidat*innen moderieren möchte – das war irre, das hätte ich in der ARD nie machen dürfen.“