Lindsay Lohans Comeback: Die Strohhalme des Kinderstars

Lindsay Lohans Comeback: die Strohhalme des Kinderstars
Lindsay Lohans Comeback: die Strohhalme des Kinderstars

Foto: Shutterstock/ Tinseltown

07.10.2021 21:14 Uhr

Früher lag Hollywood ihr zu Füßen, dann fiel Lindsay Lohan in Ungnade. Nach Entzügen und Gefängnisaufenthalten stellt sie sich nun breit auf, um ihren Stern wieder aufsteigen zu lassen.

Während andere sich startklar machen, um mit der Pubertät fertig zu werden, wird Lindsay Lohan (35) mit zwölf Jahren bereits zum Disney-Star gekürt. Ihr Absturz ist mindestens so spektakulär wie ihr Aufstieg und noch heute werden ihre frühen Filme von Teenagern weltweit gestreamt. Das ist PR-technisch eine gute Ausgangslage und so kehrt Lindsay Lohan jetzt mit frischer Energie ins Business zurück – und das gleich mehrfach.

Drei Versuche auf einen Schlag

Ihr letztes Comeback liegt fast zehn Jahre zurück und ist zum Glück fast schon wieder vergessen. Ihr damaliger Auftritt als Elizabeth Taylor im TV-Movie „Liz & Dick“ überzeugt weder Kritiker noch Fans. Anschließend beschäftigt sie sich mit Schmuckdesign und Männern. Ihre musikalischen Neuanfänge im letzten Jahr sind komplett untergegangen. Bei ihrem aktuellen Versuch geht sie auf Nummer sicher und verteilt ihr Talent auf drei Projekte: als Podcasterin, als Krypto-Künstlerin und Schauspielerin.

Während ihr namenloser Podcast bisher nur als Ankündigung existiert und erst Ende des Jahres on sein wird, ist ihre Kunst schon zu erwerben. Es scheint allerdings nicht so leicht, in das boomende Geschäft mit Non-fungible Token einzusteigen. Vielleicht, weil die meisten nicht wissen, warum man für etwas zahlen soll, das man woanders als Screenshot bekommen kann. Andere finden kein Gefallen an Kunst, die man sich nicht an die Wand hängen kann.

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Die Entdeckung der Krypto-Kunst

Lindsays erster Deal mit dem chinesischen Multimillionär und Tron-Gründer Justin Sun brachte anscheinden den erwünschten Erfolg, auch wenn Laien das bei Twitter nicht verstehen wollen. Immerhin erzielt das Werk einen Verkaufswert von 81.000 Euro, wenn man die Krypto-Währung zum aktuellen Kurs umgetauscht bekommt und Lindsays Tweet glauben schenken kann. Ein weiteres Lindsays Porträt, das der Künstler Krisk angefertigt hat, kann man derzeit über OpenSea ersteigern, wenn man mag.

Romantic Comedy auf Netflix

Netflix dreht für Lindsay sogar die Zeit zurück. Wie in den Jahren um die Jahrtausendwende darf die romantische Komödie, die Lindsay Lohan bald drehen wird,  sehr einfach gestrickt sein. So spielt der Ex-Star also eine verwöhnte Hotelerbin (ein bisschen wie ihre Rolle Mary in „Bekenntnisse einer Highschool-Diva“ von 2004), die bei einem Unfall ihr Gedächtnis verliert (ein bisschen wie bei Goldie Hawns „Overboard – Ein Goldfisch fällt ins Wasser“ von 1987) und nicht einmal mehr weiß, dass sie verlobt ist (nur ganz wenig wie in Sandra Bullocks „Während du schliefst“ von 1995 ).

Umso unbekümmerter kann die Erbin sich nun von einem attraktiven Hüttenwirt (die Rolle ist noch nicht besetzt) auf die rechte Bahn bringen lassen. Aufgepeppt wird das Konzept durch die anstrengende Tochter des Wirts (früher spielte Lindsay solche Töchter) und durch eine Berg-Kulisse, die selbst Teenie-Filme wie „Powder Girl“ oder „Lanny dreht auf“ retten kann. Die Filmbeispiele muss man nicht kennen.

Kann der Plan aufgehen?

Vielleicht liegt es also daran, dass Lindsay schon der Durchbruch doppelt gelang – in „Ein Zwilling kommt selten allein“ übernimmt sie die Rollen beider Schwestern –, vielleicht liegt es daran, dass sie sich als 18-Jährige bereits ein zweites Standbein mit einer Karriere als Sängerin aufbaut: Lindsay vermeidet es, eingleisig zu fahren, und sogesehen ist ein dreifaches Comeback nachvollziehbar. Dass es gelingen wird, ist allerdings nicht garantiert.

Dagegen sprechen ihre Drogenabstürze durch Alkohol in Kombination mit Kokain, die so zahlreich sind wie ihre Gefängnisaufenthalte – meist wegen der Autounfällen, die dem Konsum folgten. Im berühmten Promihotel „Chateau Marmont“ hat sie wohl noch immer Hausverbot, weil sie ihre Rechnungen nach einem langen Aufenthalt und einer rauschenden Party nicht zahlen konnte.“Ich bin selbst mein größter Feind“, sagte sie mal in einem klaren Moment.

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Ein Hoffnungsschimmer

Dafür spricht, dass ihr noch einige Fans treu zur Seite stehen und sie mit dem Studio 71, das den Podcast produziert und zu den Red Arrow Studios der ProSiebenSat.1-Gruppe gehört, sowie Netflix, die durch ihre Christmas-Reihe viel Erfahrung darin haben, mit viel Musik und schönen Bildern über die eine oder andere Schwachstelle eines Films hinwegzutäuschen, starke Partner und sicher eindeutige Verträge hat.