Mai Thi Nguyen-Kim würde sich mit Astrazeneca impfen lassen

«Wenn es heißt: Keine Impfung oder Astrazeneca, dann ist das überhaupt keine Frage. Ich würden nicht zögern», sagt Mai Thi Nguyen-Kim.
«Wenn es heißt: Keine Impfung oder Astrazeneca, dann ist das überhaupt keine Frage. Ich würden nicht zögern», sagt Mai Thi Nguyen-Kim.

Henning Kaiser/dpa/Archiv

25.02.2021 04:06 Uhr

Bei der Frage „Keine Impfung oder Astrazeneca?“ würde die mehrfach ausgezeichnete TV-Moderatorin und Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim bei der Antwort nicht zögern.

Die mehrfach ausgezeichnete TV-Moderatorin, Wissenschaftsjournalistin und promovierte Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim würde sich sofort mit Astrazeneca gegen das Coronavirus impfen lassen.

„Wenn es heißt: Keine Impfung oder Astrazeneca, dann ist das überhaupt keine Frage. Ich würden nicht zögern“, sagte die 33-Jährige, die auf YouTube und im Fernsehen einem Millionenpublikum wissenschaftliche Zusammenhänge erklärt, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. „Wir sind überhaupt nicht in irgendeiner Situation, gerade mit den Mutanten, uns da solche Luxusprobleme selbst zu machen.“ Andere Länder wünschten sich, sie hätten den Impfstoff, sagte die YouTuberin („maiLab“) und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. „Jetzt liegen da bei uns irgendwo Impfdosen rum. Das ist unglaublich.“

„Habe ich je den Arzt gefragt, bevor ich meinen Arm für die Tetanus-Spritze frei gemacht habe, welcher Impfstoff das ist, von welchem Hersteller und zu wie viel Prozent er wirkt?“, fragte Nguyen-Kim, die auch Autorin ist. „Mir fällt ein Stein vom Herzen, sobald meine Eltern geimpft sind, auch wegen unserer kleinen Tochter.“ Ihre Eltern seien auch unsicher gewesen. Sie habe ihnen geraten: „Ihr nehmt den Impfstoff, den ihr angeboten bekommt. Das ist eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko).“

Es sei gut, wenn Menschen das hinterfragten und sie verstehe auch die Verunsicherung. „Bei Astrazeneca wurde aber jeder kleiner Hinweis zur Schlagzeile“, stellt die Journalistin des Jahres 2020 fest. „Und es ist schwierig, wenn man sich sonst auch nicht mit der Sicherheit von Impfstoffen beschäftigt und damit, was es heißt, wenn die Stiko einen Impfstoff empfiehlt“, sagte Nguyen-Kim. „Es ist einfach eine sehr durchwachsene mediale Zeit.“ Die Journalistin und Autorin („Komisch, alles chemisch!“) wuchs an der Bergstraße auf und wohnt heute mit Mann und Kind im Rhein-Main-Gebiet. Am 1. März erscheint ihr neues Buch: „Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit“.