Marteria: So haben wir den Rapper noch nie gesehen

Leni HübnerLeni Hübner | 28.10.2021, 22:19 Uhr
Marteria: So haben wir den Rapper noch nie gesehen
Marteria: So haben wir den Rapper noch nie gesehen

Foto: Instagram/ Marteria

Lässiger Hoodie, Dreitagebart, bequeme Hose: so kennen wir Marteria. Doch in seiner Insta-Story zeigt der Rapper nun, dass er auch ganz anders kann – krass seriös statt trendy.

Nicht nur mit seinem aktuellen Album erreicht Marteria derzeit ungeahnte Dimensionen, denn jetzt zeigt sich der erfolgreiche Rapper modisch auch noch von einer ganz neuen Seite. Geschniegelt und gestriegelt präsentiert sich der 38-Jährige im klassischen Anzug und verzichtet dabei nicht einmal auf die Krawatte. Dass er dabei nervös wirkt, hat aber einen anderen Grund.

Special Outfit für Elite-Uni

Während er im Flur vor dem Saal auf und ab läuft, probt er seinen Auftritt. Marten Laciny, wie der Sänger bürgerlich heißt, ist in Cambridge. Hier gibt der gebürtige Rostocker kein Konzert vor tausenden Fans, das macht er erst ab Mai 2022 auf seiner Vollkontakt-Tour wieder, sondern steht einigen, wenigen Studierenden der englischen Elite-Universität auf Einladung der German Society Rede und Antwort.

„Bin ganz schön aufgeregt jetzt hier, muss ich sagen“, gibt Marteria kurz vor dem Event zu. „Cambridge-Studenten, die alle Astronauten, Atom-Wissenschaftler und Physiker werden… das ist schon eine Hausnummer hier.“ Marten Laciny selbst hat nicht studiert, mit 17 Jahren wurde er in New York als Model entdeckt. Dafür gab er seine Fußballkarriere auf, später machte er eine Schauspielausbildung. Akademiker scheinen ihm zu imponieren.

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Modisch geht anders

Um bei den Studenten Eindruck zu schinden, hat sich der Rapper nun also in einen dunkelblauen Anzug gezwängt, der nicht gerade für die Mode steht, die Marteria seit letztem Jahr selbst produziert. Mit seinem Öko-Label Green Berlin versorgt er fashionaffine Menschen mit Streetwear aus Bio-Baumwolle und recyceltem Ozeanplastik.

In Cambridge könnte seine Mode sicher auch ein Thema sein. In der Einladung der German Society heißt es, dass nicht nur sein neues Album „5. Dimension“, das vor zwei Wochen erschien, Gesprächsstoff liefere: „auch über die Verbindung von Kunst und Politik und Marterias Einsatz für mehr Toleranz in unserer Gesellschaft“ werde gesprochen.

Erst die Rede, dann der Absturz

Das Event selbst wirkt so steif wie Marterias Outfit. Ein Moderator, der auch bei einem Wirtschaftsforum in Bottrop eine gute Figur gemacht hätte, stellt anspruchsvolle Fragen, die manchmal länger dauern als die Antwort. Doch den Studierenden gefällt es und Marteria bestimmt auch. Zumindest hat sich seine Nervösität schnell gelegt, wie seine lässige Haltung im Sessel auf dem Podium andeutet.

Der Abend endet in einer ausgelassenen Sause – zumindest für die Generation U30. Sie grölen Marterias Hit „Lila Wolken“, während sie gemeinsam versuchen, beim Tanzen nicht umzufallen. So stellt man sich das Leben auf dem ehrwürdigen Campus gar nicht vor. Ob Marten, der ja nicht mehr trinkt, mitgefeiert hat oder ganz seriös ins Hotel zurück ist, bleibt offen.