Nach Englands-EM-Drama: Wie geht’s Pechvogel Bukayo Saka?

Bukayo Saka nach seinem Fehlschuss
Bukayo Saka nach seinem Fehlschuss

IMAGO / PA Images

12.07.2021 17:00 Uhr

Er ist gerade Mal 19 Jahre alt und muss während seiner Karriere als Fußballprofi in der englischen Nationalmannschaft schon einiges ertragen: Die Rede ist von Bukayo Saka, der im gestrigen EM-Finale den wichtigsten Elfmeter verschoss. Anstatt den Jungspieler aufzubauen wird er von einigen Anhängern rassistisch beschimpft.

Fassungslose Gesichter, Tränen und Wut bei den Fans der englischen Nationalmannschaft. Ein regelrechtes Drama spielte sich gestern Nacht in den letzten Minuten des großen EM-Finales in London ab. Bukayo Saka (19), vom FC Arsenal war einer der drei Schützen, die während dem Elfmeterschießen voll daneben treffen.

Und Saka war der Letzte. Die Reaktion vieler Briten-Fans allerdings auch das Letzte.

Saka wird heftig beleidigt

Der Schock sitzt bei den Fußballspielern der englischen Mannschaft immer noch tief. Und wäre die Niederlage gegen Italien und das plötzliche Ausscheiden kurz vor dem EM-Titel nicht schon schlimm genug muss sich der jüngste Fußballprofi Bukayo Saka aus England nun auch noch mit schamlosen und diskriminierenden Beleidigungen auseinander setzen. Dabei wäre der junge Mann am liebsten im Erdboden versunken. Hat er doch einen möglichen Sieg vergeigt.

Unter dem neusten Foto auf dem Instagram-Profil des Kickers gibt es statt tröstender Worte rassistische Kommentare. Einige User verwenden Affen-Emojis um auf Sakas Herkunft anzuspielen. „F*ck dich“ oder „Du bist scheiße. Fass nie wieder einen Fußball an“ sind nur wenige der bösartigen Äußerungen. Ein absolutes No-Go!

Nach Englands-EM-Drama: Wie geht's Pechvogel Bukayo Saka?

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Er konnte seinen Tränen nicht mehr zurückhalten

Saka, dessen Karriere 2018 beim FC Arsenal anfing, konnte seine Enttäuschung über die grauenvolle Niederlage gegen Italien nicht mehr für sich behalten. Kurz nach dem Fehlschuss fing der Buhmann der Nation bereits am Strafstoßpunkt an zu weinen. Mit seinem Trikot versuchte der 1,78 Meter große Schütze sein Gesicht zu verbergen und die Tränen zu trocknen.

Seine Fußballkollegen und Trainer Gareth Southgate (50) nahmen ihren Schützling daraufhin tröstend in die Arme. Bilder, die einem das Herz zerreißen.

EM 2021: EM 2021: Rassistische Beleidigungen gegen Pechvogel Saka
Bukayo Saka in Tränen aufgelöst

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Diese Spieler traf es auch

Neben Saka müssen sich auch Marcus Rashford (23) und Jadon Sancho (21) fiese Beleidigungen anhören, die ebenfalls daneben schossen. Die Polizei ermittelt derzeit auf Hochtouren gegen die rassistischen Social-Media-Nutzer. Während die anderen beiden Schützen Rashford und Sancho nur für den Elfmeter eingewechselt wurden, musste der erst 19-Jährige Bukayo ausgerechnet als Allerletzter schießen.

Der Druck der dabei auf den Schultern des Kickers gelastet haben muss ist kaum vorstellbar. Und obwohl England seit 55 Jahren erstmals wieder im Finale um dem Kampf des EM-Titels stand schien das vielen Fußball-Fans nicht zu reichen.

Die englische Nationalmannschaft während der EM 2021

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Shitstorm für den Trainer

Nicht ganz unbeteiligt an den Fehlschüssen der drei Jungprofis ist für viele eingeschworene Fans der Trainer der englischen Mannschaft – Gareth Southgate (50). Denn er war es, der am Ende des großen Finales offenbar drei völlig falsche Schützen für das Elfmeterschießen auswählte.

Sancho und Rashford, die viel zu wenig Erfahrung hatten und erst kurz vor Schluss eingewechselt wurden, und der gerade mal 19-Jährige Saka, der dem Druck einfach noch nicht gewachsen war. Ein fataler Fehler von Southgate, für den er jetzt mit einem enormen Shitstorm bezahlen muss. Für alle Beteiligten wird diese Niederlage sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben.

EM 2021: Rassistische Beleidigungen gegen Pechvogel Saka
Gareth Southgate tröstet Bukayo Saka

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Das Königshaus reagiert auf die Anfeindungen

Inzwischen hat auch das englische Königshaus Wind von den furchtbaren Anfeindungen gegenüber den drei Spielern bekommen. Prinz William (39), der das Finale gemeinsam mit seiner Frau Kate (39) und Söhnchen George (7) aus dem Stadion beobachtete ist schockiert über die Geschehnisse. Über den offiziellen Account der Royals twittert er: „Ich bin über die rassischen Beleidigungen gegenüber den englischen Spielern nach dem Spiel gestern enttäuscht. Es ist absolut unakzeptabel, dass Spieler so ein abscheuliches Verhalten ertragen müssen. Es muss aufhören und alle, die involviert sind, müssen verantwortlich gemacht werden.“

Auch er äußert sich zu den aktuellen Vorfällen

Premierminister Boris Johnson (57) äußert sich ebenfalls zu den rassistischen Beleidigungen. Auf Twitter schreibt er: „Dieses England-Team verdient es, als Helden gepriesen und nicht in den sozialen Medien rassistisch beschimpft zu werden. Diejenigen, die für dieses entsetzliche Beschimpfungen verantwortlich sind, sollten sich schämen.“ Wirklich schockierend, dass solche Anfeindungen heutzutage immer noch stattfinden.

Die Liebe siegt immer

Während sich die Royals und der englische Premierminister schützend vor die Jungprofis stellen, soladiriseren sich auch immer mehr deutsche Promis mit den Spielern. Unter anderen veröffentlichte Tänzerin und Jurorin Motsi Mabuse (40) einen Tweet in dem sie sagt: „Guten Morgen Rassisten, die rassistisch sind, habt ihr mehr erwartet! Beschützt diese Jungs!“ Unter dem Foto von Saka überwiegen mittlerweile positive Kommentare. Ein Follower kommentiert: „Es ist nicht deine Schuld. Wir lieben dich.“ Aufmunternde Worte für den Kicker und mit denen er die negativen Äußerungen hoffentlich ignorieren kann. Denn am Ende siegt immer die Liebe.

Das Statement auf das alle gewartet haben

Der Club von Bukayo veröffentlichte ebenfalls ein Statement, welches sich auf die aktuellen Ereignisse bezieht. So äußert sich der Arsenal tief getroffen vom Rassismus, dem einige Spieler derzeit ausgesetzt sind. Außerdem wurden rechtliche Schritte gegen die Täter eingeleitet um in der Zukunft weitere Fußballtalente vor solchen Anfeindungen zu schützen. Der Verband FA macht in der Erklärung noch einmal deutlich wie unglaublich stolz sie auf den 19-Jährigen sind.

„Bukayo ist seit seinem siebenten Lebensjahr bei uns und der ganze Verein hätte nicht stolzer sein können, ihn während des gesamten Turniers für England zu sehen. Das war im ganzen Club zu spüren“, schreiben der Club auf der Webseite.

„Letzte Nacht haben wir die Führung und den Charakter erlebt, den wir in Bukayo immer gekannt und geliebt haben. Aus diesem Stolz wurde jedoch schnell Trauer über die rassistischen Kommentare, denen unser junger Spieler nach dem Schlusspfiff auf seinen Social-Media-Plattformen ausgesetzt war.“

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Und weiter: „Unsere Botschaft an Bukayo lautet: Kopf hoch, wir sind so stolz auf dich und können es kaum erwarten, dich bald wieder zu Hause bei Arsenal begrüßen zu dürfen.“ Berührende Worte des englischen Fußballclubs.

(TSK)