The Rolling Stones: Hinter der Bühne werden sie doch alt!

Leni HübnerLeni Hübner | 01.06.2022, 21:10 Uhr
Mick Jagger alt
Mick Jagger on stage

IMAGO / Votos-Roland Owsnitzki

Heute wie vor 60 Jahren beeindrucken The Rolling Stones mit ihrer Bühnenpower, doch statt Groupies und Drogen stehen für die älteren Herren nun andere Dinge im Backstage bereit.

Als 1962 die britische Rockband The Rolling Stones antrat, um den Musikmarkt ordentlich aufzumischen, hätte niemand darauf gewettet, dass sie 60 Jahre später immer noch auf Tour sind. Doch auch in diesem Jahr wollen es Mick Jagger (78), Keith Richards (78) und Ron Wood (75) noch einmal wissen und sind gerade auf Europatournee.

Yoga statt Drogencocktails

Es sind nicht mehr ganz so viele Termine wie früher und die Pausen zwischen den Auftritten sind länger. Auch sonst hat sich hinter den Kulissen einiges geändert. Die Partys der wilden Rockstars waren legendär, doch statt Drogen und Alkohol bestimmen nun Gesundheit und Fitness den Tourplan. Niemand der Ü75 Herren scheint ein Risiko eingehen zu wollen.

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So muss jeder Backstage-Bereich einen Yoga- und einen Trainingsraum bereithalten und auch ein Zimmer zum Erholen muss gestellt werden. Die Veranstalter erfüllen diese Wünsche sicher gern, denn früher konnten sie nie sicher sein, ob die Band rechtzeitig und nüchtern auftreten würde. Da ist Bikram-Yoga die gewinnbringendere Alternative.




Kein Risiko bei den Stones

„Die Stones sind eine gut geölte Maschine“, verrät ein Insider der britischen „The Sun“, „und abgesehen davon, dass sie auf der Bühne wie ein Uhrwerk auftreten, herrscht hinter den Kulissen ein straffer Drill.“ Mick Jagger trainiert vor jedem Auftritt mit seinem Personal Trainer. Nur so ist es wohl auch zu erklären, dass der Mann mit fast 80 Jahren fitter ist als dreißigjährige Kollegen im Showbiz.

Für Ron Wood und Keith Richards gibt es einen Raum, in dem sie sich warm spielen können. Kurz vor dem Gig kommt Mick Jagger dann dazu, um das Warum-up gemeinsam zu vollenden. Das kling wirklich nach Disziplin und klaren Regeln. Vielleicht hat den Stones auch der Tod ihres Schlagzeugers Charles Watts letztes Jahr gezeigt, dass selbst sie vergänglich sind.

Skandale sind nicht mehr zu erwarten

Wenn man an die Exzesse von früher denkt, ist es sowieso kaum zu erklären, dass die Jungs noch so fit sind. Vor allem Keith Richards, der wohl keine Drogenerfahrung ausließ, scheint die Kurve nun bekommen zu haben. Bei Mick Jagger waren es vor allem die wechselnden Frauen, die ihn in die Schlagzeilen brachten, auch wenn er viele Jahre ebenfalls als dauerberauscht galt.

„Ich fühle mich, als wäre ich 29 Jahre alt“, sagte Ron Wood dem spanischen „Esquire“-Magazin, obwohl er 50 Jahre gebraucht hat, seine Alkohol- und Drogenkarriere zu beenden. Er erklärt, dass er ein neues Privatleben, nach der Krebserkrankung eine wiedergewonnene Gesundheit und neue Inspirationen habe. Der Jüngste in der Band, der zum Tourstart seinen 75. Geburtstag feiert, ist vor sechs Jahren noch einmal Vater von Zwillingen geworden.

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Hommage an Charlie Watts

Charles „Charlie“ Watts soll übrigens auf der Tour geehrt werden. Es wird eine Hommage an ihn auf einer großen Leinwand gezeigt. Die Band vermisst ihn sehr: als Schlagzeuger und als Freund. „Ich erwarte eigentlich nicht mehr, dass er da ist, wenn ich mich während einer Show umdrehe“, erklärt Mick Jagger, „aber ich denke an ihn.“

Ob diese Tour nun die letzte wird oder nicht, kann niemand beantworten. „Na ja, jede Tour ist die letzte“, sagt Ron Wood: „Man weiß ja nie, was als nächstes passiert.“ The Rolling Stones tun jedenfalls nun alles dafür, auch im nächsten Jahr wieder antreten zu können.