TikTok-Gigant Twenty4tim mit erstem Song „Bling Bling“: Wer ist der Influencer überhaupt?

Isabell KilianIsabell Kilian | 31.03.2022, 20:45 Uhr
TikTok Twenty4tim Bling
TikTok Twenty4tim Bling

© Yasmin Nickel

„Twenty4tim" hat die sozialen Medien im Sturm erobert: Bei Youtube einst angefangen, hat er sich die Corona-Zeit zunutze gemacht und in nur wenigen Monaten auch auf Instagram und TikTok Millionen Abonnenten dazu gewonnen. Seine Fans begeistert er mit ironischen Comedy-Videos. Doch wer ist der lächelnde Blondschopf privat?

Während andere Herren der Schöpfung auf Instagram und TikTok ihren mühevoll perfekt gestählten Körper präsentieren, greift Webstar „twenty4tim“ (21) lieber zu Glitzer und Make-Up: Selbstironisch versucht er mit seinen Parodien, in denen er sich bunt geschminkt, mit Perücken und in auffälligen Kleidern präsentiert, mit Gender-Klischees zu brechen.

Nun legt der Webstar aus der Nähe von Köln noch eins obendrauf: Er bringt mit „Bling Bling“ seine erste Single raus. Doch wer ist dieser „twenty4tim“ überhaupt?

Im Gespräch mit klatsch-tratsch.de hat er verraten, wie schwer seine Jugend war, wie seine Eltern mit seinem Erfolg umgehen und welche Erfahrungen er selbst mit zu viel stereotypen Denken gemacht hat…

TikTok Twenty4tim Bling

© Yasmin Nickel

Über Nacht zum Star

Na gut, sooooo schnell wurde Tim natürlich nicht zum Social-Media-Star. Doch nach einem abgebrochenen Lehramtsstudium änderte der 21-Jährige kurzerhand seine Pläne: Zu Beginn der Corona-Pandemie, als ohnehin jeder vorm Handy- oder Computer-Bildschirm saß, konnte der 21-Jährige als „twenty4tim“ innerhalb weniger Monate Millionen Follower für sich gewinnen.

Und die Anhängerzahl wächst und wächst: Im April 2021 noch 2,8 Millionen TikTok-Follower, folgen ihm inzwischen schon 3,7 Millionen. Auch auf Instagram sind es inzwischen 2 Millionen potenzielle Kunden. Und Letzteres zählt ja inzwischen zu seiner Haupteinnahmequelle.

So happy, gelassen und selbstsicher wie er sich in seinen Videos präsentiert, war Tim allerdings nicht immer: Seine Jugend war gekennzeichnet von Einsamkeit, der Suche nach Gleichgesinnten und wenig Verständnis für seine „Andersartigkeit“. Eine Zeit, die er nun auch in seiner neuen Single verarbeitet.

Twenty4tim: „Das ist einfach das Business“

Seinen schnellen medialen Aufstieg als twenty4tim verdankt der Blondschopf aber nicht nur seinen witzigen Videos und der Corona-Krise, in der sowieso alle am Handy surften, sondern auch cleverem Marketing: Durch seine Mega-Verlosungen auf Instagram konnte für seine Follower nämlich schonmal ne Playstation rausspringen!

Doch wie Tim verriet, legt er von den Einnahmen seiner Kooperationen auch Geld auf ein „Fan/Communitykonto“ beiseite, wovon er regelmäßig die teuren Produkte als Dankeschön an seine Community verlost. Komplett private Aktionen also, die nicht nur seinen Followern, sondern auch ihm ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Trotzdem hätten die natürlich auch den Effekt, „seine Reichweite mit anderen Communities zu connecten“, gibt er offen zu. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten.

Doch woher nimmt er eigentlich die Motivation, auf diese Weise Genderklischees den Kampf anzusagen? Wer war der Durchstarter der Social-Media-Branche vor twenty4tim?

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Start mit eigenem Youtube-Kanal

Angefangen hatte alles mit seinem eigenen Social-Media-Kanal: „Damals war ja Youtube wirklich das, was heute TikTok ist – vom Hype her. Da wurde ich einfach inspiriert, weil ich diese Challenges damals so cool fand. Das war so unterhaltsam“.

Als er etwa 15 war, habe er dann zusammen mit einer Freundin auch mit einem eigenen Kanal angefangen. „Und das lief ganz gut. Wir hatten so zwischen 40 bis 50.000 Abos, was damals für den Zeitpunkt echt viel war“, erinnert er sich.

Mehr Erfolg bedeutet auch: mehr Hate

Mit der Followerzahl wuchs dann aber auch die Aufmerksamkeit: „Dann hat man auch schon direkt gemerkt, ok, das eckt voll an – innerhalb von nem Tag wusste das gefühlt die ganze Stadt hier bei mir.“

Kritik war Tim zu dem Zeitpunkt schon gewohnt, da er Hate für seine Person schon immer bekommen habe. „Ich hab schon immer gesagt bekommen, was ich zu tragen habe und mein Aussehen wurde schon immer angesprochen – mein Körper, meine Körperform, was ich trage, wie ich rede, dass ich schwul wäre“.

„Hate für meine Person, den hab ich schon immer bekommen.

TikTok Twenty4tim Bling

© IMAGO / Gartner

Ein Grund, warum auch der Hass in seiner Rolle als „twenty4tim“ „nichts erschreckend Neues“ für ihn war. Durch die Schulzeit habe er gelernt damit umzugehen.

Klassentreffen der Trash-Stars: Diese Promis holte sich Twenty4Tim für sein Musikvideo!

Weil er es auch musste: „Ich hatte ja die Option: Du bleibst in der Schule weiterhin so fleißig, gehst halt relativ gerne hin und versuchst halt damit klarzukommen oder unterwirfst du dich dem Ganzen.”

Twenty4tim: einsam und nicht zugehörig gefühlt!

Wirkt zunächst wie ein immer starker und schwer klein zu kriegender Tim! Wenn man sich jedoch zu keinem richtig verbunden fühlt und niemand denkt wie du, klingt das auch nach einer recht einsamen Zeit. „Voll! War voll die harte Zeit“, bestätigt der 21-Jährige.

„Wenn du im Sportunterricht jedes Mal als letzter Junge gewählt wirst, wenn du dich bei den ganzen typischen Sportarten, die “typisch Junge” sind, einfach nicht angesprochen fühlst – das ist schon richtig nervig gewesen.“

Und ergänzt: „Wenn du im Sportunterricht jedes Mal als letzter Junge gewählt wirst, wenn du dich bei den ganzen typischen Sportarten, die „typisch Junge” sind, einfach nicht angesprochen fühlst, weil du’s scheiße findest, wenn die Lehrerin im Sportunterricht wirklich alle zwei Stunden Fußball spielen will, weil sie’s selber feiert und man sich denkt: ,Spiel doch mal Badminton oder mach doch mal irgendwas anderes‘ – das ist schon richtig nervig gewesen.“

Zwar habe Tim außerhalb der Schule Freunde gehabt, doch konnte er in seiner Stufe einfach nicht connecten. Erst in der Oberstufe habe er zwei, drei echte Freunde gefunden, die ihn auch jetzt noch begleiten und ihn auch so akzeptieren wie er ist.

Social Media: Never ending Highschool

Nervig fand Tim aber nicht nur die stereotype ,,Typisch Junge, typisch Mädchen“-Einstellung, sondern auch Schubladen-Denken!

„Leute müssen einen ja immer labeln. Social Media ist eigentlich einfach nur eine Dimension größer. Aber von der Art und Weise genau das gleiche.“
Zwar wurden seine Youtube-Videos immer belächelt, dennoch war er ab der ersten Sekunde an “der Instagramer/der Youtuber”.

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„Man kriegt halt direkt nen Stempel. Aber das kriegst du ja immer, Leute müssen einen ja immer labeln“, kritisiert er. „Social Media ist eigentlich, sag ich immer, lustigerweise einfach nur eine Dimension größer. Aber von der Art und Weise genau das gleiche.“

Twenty4Tim im ultimativen Schulquiz: Darf er seinen Abschluss behalten?

Welches Thema könnte da passender für das erste Musikvideo sein, als ein Highschool-Setting? Das dachte sich auch Tim: „Das spielt ja extra in der Schule, weil ich dadurch auch einfach ein bisschen damit abgeschlossen habe mit dem Video.“

TikTok Twenty4tim Bling

© Yasmin Nickel

Und die Mama immer voller Sorge…

Wer den Durchstarter dagegen immer genommen hat wie er ist, ist Mama Tina. Sie habe ihm immer den Rücken gestärkt. Allerdings habe er auch ihr nicht immer alles sagen können und sich geschämt, für das, was die Leute so über ihn erzählt haben.

„Und weil ich auch nicht wollte, dass sich meine Mum die ganze Zeit Sorgen um mich macht.“ Stattdessen habe er stets alles mit sich selber ausgemacht. Sorgen mache sie sich aber dennoch: „Egal, ob es ist, weil ich zu viel poste, weil ich zu viel mache oder weil’s Hate gibt. Selbst wenn mal alles super ist macht sie sich Sorgen, das ist einfach auch ihre Art.“

Busy, busy: Wie der Vater, so der Sohn

Und sein Papa? Da sich seine Eltern früh haben scheiden lassen und er immer zwischen den Stühlen stand, sei die Beziehung zu ihm nicht ganz so eng. „Ich war irgendwie schon immer mehr das Mama-Kind“, erinnert sich der Social-Media-Star außerdem.

Während Tims Papa gerade aber gerne mehr Zeit mit seinem Sohn verbringen würde, muss er sich nun mehr auf die Arbeit konzentrieren. Früher habe sein Vater viel gearbeitet und wenig Zeit gehabt – heute ist es anders rum: „Jetzt ist gerade der Moment, wo ICH arbeite. Und es ist lustig zu sehen, dass das gerade Kritikpunkt ist.“

Die harte Arbeit zahlt sich definitiv aus! Die Hörprobe seines neuen Songs „BLING BLING“ hatte nach nur drei Tagen bereits fünf Millionen Aufrufe! Und das Musikvideo selbst scheint ein kleines Meisterwerk geworden zu sein. Das Ergebnis können wir ab 31.03.2022, 23.59 Uhr bestaunen!