Warum Britney Spears und Christina Aguilera sich nicht ausstehen können

Mareile MorawietzMareile Morawietz | 22.11.2021, 17:20 Uhr
Warum Britney Spears und Christina Aguilera sich nicht ausstehen können
Warum Britney Spears und Christina Aguilera sich nicht ausstehen können

Foto: IMAGO/ Everett Collection

Es ist kein Geheimnis, dass die beiden Ex-Kinderstars Britney und Xtina keine Freundinnen sind. Doch warum eigentlich? Sie kennen sich fast ein Leben lang.

Erstmals zeigt Britney Spears offen, was alle längst wissen: Sie und Christina Aguilera haben ein Problem miteinander. Und was für eins! Während Britney nun nach 13 Jahren Vormundschaft wie aus einem Gefängnis freikommt, erhält Christina Aguilera von ihrem PR-Manager auf dem roten Teppich einen Maulkorb, als sie auf den Fall „Spears“ angesprochen wird.

Aguilera ist schlecht beraten

Christina versucht es noch mit einem Lächeln und einem „aber ich freu mich für sie“ zu retten, aber das kommt bei Britney nicht gut an: „Ich liebe und verehre jeden, der mich unterstützt hat … aber sich zu weigern, zu sprechen, wenn man die Wahrheit kennt, kommt einer Lüge gleich. 13 Jahre in einem korrupten, missbräuchlichen System: Warum ist es so schwer für die Leute, darüber zu sprechen? Ich bin es, die das durchgemacht hat.“

Doch auch Christina Aguilera hat in den letzten Jahren einiges aushalten müssen. Es gab keinen Vormund, der sie beaufsichtigte, aber es gab innere Dämonen, die den einstigen Superstar gefangen hielten. Sie hatte Essstörungen und Depressionen, sie versuchte sich von ihrem Beauty-Korsett zu befreien, doch niemand interessierte sich dafür. Ihr letztes Album floppte. Das davor auch. Dass sie ausgerechnet jetzt neu starten will, während Britney wie Phoenix gefeiert wird, ist tragisch.

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Beste Feindinnen

Ihr Comeback mit dem Latin-Album, dem sie die Single „Pa’ Mis Muchachas“ vorausschickte, kann nur schiefgehen, obwohl es unwahrscheinlich ist, dass Britney so schnell selbst wieder Musik auf den Markt bringt. Doch die beiden werden seit jeher verglichen. Das All-American-Girl Britney kam dabei stets besser weg als das provokante Bad-Girl Christina. Vermutlich hat sich damals schon keine von beiden das Image ausgesucht.

Die so unterschiedlichen Frauen sollen schon während ihrer gemeinsamen Kindertage im Mickey-Mouse-Club gehasst haben. Freundinnen wurden sie nie, obwohl es sogar 2018 mal sehr vage Duett-Pläne gab, selbst die basierten natürlich nicht auf Zuneigung, sondern auf einer PR-Idee. Dennoch scheinen sie viel voneinander zu wissen. Im Sommer äußerte sich Aguilera noch zu Britneys Kampf.

Gemeinsames Schicksal

So schrieb Aguilera vor wenigen Wochen auf Twitter, dass sie viel an Britney denke und dass es nicht akzeptabel sei, „dass eine Frau oder überhaupt ein Mensch, der sein Schicksal kontrollieren will, sein Leben nicht so leben kann, wie er es will.“ Doch Britney nimmt nicht jeden für voll, der auf ihren Zug springen will.

Vielleicht setzt sie Christina mit so vielen anderen gleich, die von ihrem Martyrium wussten, aber erst jetzt, wo es aussieht, dass ihr mächtiger Vater die gerechte Strafe erhalten wird, sich auf ihre Seite stellen. „Meine sogenannten Unterstützer haben mich tief verletzt“, schrieb Britney etwa zur selben Zeit auf Instagram und zielte vor allem auf ihre Schwester Jamie Lynn, von der sie sich im Stich gelassen fühlte.

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Es kann nur eine geben

Es hilft, sich bewusst zu machen, aus welcher Zeit die beiden Popstars kommen. Damals wurde den Mädchen eigeredet, es darf nur eine geben, und wie Caroline Kebekus so treffend analysierte: irgendwann glaubt man das. Wenn also nur Platz für eine Pop-Prinzessin gibt, was macht die andere? Rebellieren und gegen die andere schießen.

Britney Spears und Christina Aguilera haben ihre Karriere in einer Zeit begonnen, als Frauen in der Musikwelt noch Objekte waren, als gendern nicht einmal als Gedanke aufkam und Eislaufeltern in der Branche so normal waren wie Kinderstars mit Drogenproblemen. Nun könnte man meinen, so ein Schicksal verbindet, aber das Gegenüber führt einem auch immer das eigene Leben vor Augen.

Kein Kontakt außerhalb der Presse

Engen Kontakt außerhalb von PR-Terminen hatten Aguilera und Spears bestimmt nicht in den letzten Jahren. Zu tief war Britneys Absturz 2008 und zu sicher der Käfig, in den Jamie Spears seine Tochter gesperrt hat. Er hat kontrolliert mit wem sie spricht, welche Aufträge sie annimmt, ja, es heißt, er habe ihr sogar eine Spirale einsetzen lassen, damit sie nicht schwanger werde.

Das Sorgerecht für ihre Söhne reduzierte sich auf 30 Prozent, ihr Ex Kevin Federline hielt sich so gut es ging aus der Familienfehde raus und übernahm die Erziehung der Jungs. Nur Sam Asghari, Britneys Verlobter, hat sich nicht von Jamie Spears aufhalten lassen. Er tut Britney gut und stärkt ihr den Rücken. Sogar seine Ex-Freundin Model Mayra Verónica bestätigt, er sei ein sehr unterstützender Typ und keiner, der es auf das Geld abgesehen hat.

Aguilera privates Glück

Immerhin sah das Privatleben von Christina im letzten Jahrzehnt rosiger aus. Nach der Scheidung von Jordan Bratman, mit dem sie Sohn Max (13) hat, blieb sie nicht lang alleinerziehend. In Mathew Rutler hat sie einen verlässlichen Partner gefunden. Es gibt keine Skandale und der Gitarrist, mit dem sie eine sechsjährige Tochter hat, hält sich aus der Klatschpresse heraus.

Dass ein PR-Manager den Kampf der Gigantinnen nicht fortführen will, ist verständlich. Dass Christina Aguilera, die sich mit neuem Look und spanischen Songs von der Vergangenheit lösen will, sich den Mund verbieten lässt, ist erstaunlich. Wie gesagt: An dem Fall „Spears“ kommt in den USA gerade niemand vorbei, auch eine Diva nicht.

Lady Gaga nimmt es politisch

Souverän zeigt sich Lady Gaga (35) bei ihrer Filmpremiere von „House of Gucci“. Sie gibt dem Thema Raum und klagt an, wie Frauen noch immer in der Pop-Industrie behandelt würden – als Produkte. Für sie ist Britney eine Ikone. „Du hast mich zum Weinen gebracht! Ich liebe dich“, schreibt ihr Britney Spears. Christina Aguilera wird sich mit Sicherheit bald erklären.