Ines Anioli: Model, Influencerin, Comedienne, Sex-Podcasterin

Wer ist diese Ines Anioli?
Wer ist diese Ines Anioli?

© IMAGO / Future Image

23.08.2021 21:30 Uhr

Der Name Ines Anioli ist gerade in aller Munde. Es geht um einen Ex-Freund, den Vorwurf einer versuchten Vergewaltigung, viel Wind und Hass in den sozialen Medien. Doch wer ist eigentlich die Person hinter dem ganzen Medienrummel?

Wirft man einen schnellen Blick auf den Instagram-Account von Ines Anioli (34) sieht man zunächst eine aufgeschlossene, schlagfertige und witzige junge Frau. Doch wer genauer hinschaut, der erkennt zwischen lustigen Tanzvideos und verrückten Selfies auch eine andere Ines. Eine, die mit der Zeit nachdenklicher geworden ist, zurückhaltender und über bestimmte Themen nicht mehr sprechen will. Doch wir fangen von vorne an.

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Von der Radiomoderatorin zur Sex-Podcasterin

Als kleines Mädchen wollte Ines Anioli Friseurin werden. Doch die hübsche Blondine schlägt einen anderen beruflichen Werdegang ein. Ihre Karriere startet 2013 als Radiomoderatorin beim Berliner Sender Kiss FM. Dort polarisiert sie und wird auf Grund ihres derben Humors schließlich gefeuert. Was man zunächst als Niederlage ansehen könnte, öffnet Ines Anioli schließlich die Tür zu einer ganz anderen Welt. Sie startet den YouTube-Kanal „Olga says“ und veröffentlicht 2016 gemeinsam mit Leila Lowfire (27) den Podcast „Sexvergnügen“, den sie später in „Besser als Sex“ umbenennen.

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Deutschlands erfolgreichster Podcast

In „Besser als Sex“ sprechen die beiden unverblümt über den perfekten Penis, die beste Sexstellung, über offene Beziehungen und über diverse andere intime Themen. Mit Erfolg: Frauen, die genauso offen und ehrlich über ihr Sexleben sprechen, wie es Männer bereits seit Jahren tun, kommen bei den Zuhörern gut an. Monatelang steht „Besser als Sex“ an der Spitze der Charts und gehört heute zu einem der erfolgreichsten deutschen Podcasts.

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Ines Anioli startet durch

Ines Anioli befindet sich auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Auf den Podcast folgt ein eigenes Modelabel. Unter dem Namen „Small Tits Club“ verkauft die gebürtige Duisburgerin Shirts und Hoodies mit selbstbewussten, manchmal ironischen Prints. Und auch auf Instagram wird ihre Fangemeinde immer größer. Inzwischen begeistert Ines mit ihrem Content fast 300.000 Follower. Ihr Markenzeichen? Witzige Videos in denen sie in Unterhose verrückt durch die eigenen vier Wände tanzt. Das Format hat etliche Nachahmer gefunden und wird 2019 schließlich auch Teil ihres eigenen Bühnenprogramms. Mit „Cumedy – deeper wird’s nicht“ geht die 34-Jährige erstmals alleine auf Tour. Die Tickets dafür sind in Windeseile ausverkauft.

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„Ich wurde fast von meinem Ex-Freund vergewaltigt“

Doch 2019 ist auch das Jahr, in dem sich für Ines Anioli alles verändert. Im August des selben Jahres verkündet die sonst so lebensfrohe Blondine das Aus ihres Podcasts. Der Grund? Die einst so verrückte und ausgelassene Komikerin kann nicht mehr über Sex sprechen. In einer der letzten Folgen gesteht Ines, dass sie während einer toxischen Beziehung sexuelle Gewalt erfahren hat. Der Mann, dessen Namen sie bis heute nicht preisgibt, sei ein Lügner und Narzisst gewesen, der sie ständig manipuliert hätte. Nach ständiger On-Off Beziehung habe sie ihn letztendlich doch wieder zurückgenommen – nur um das wohl bis dato schlimmste Beziehungstief zu erleben.

Beide lagen im Bett. Sie unterhielten sich über ihre Beziehung und wie verletzt Ines darüber sei, dass sie sich von ihm distanzieren möchte. Doch ihr Ex hielt die Situation angeblich nicht aus, fing an sie penetrant zu kitzeln, zu schütteln – bis er sie schließlich auf das Bett drückte, ihr die Hose auszog und anfing, an ihr herumzuspielen. Plötzlich ließ er von ihr ab: „Ich war gerade kurz davor, dich zu vergewaltigen“, hätte er gesagt.

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Missbrauchs-Vorwürfe auf Instagram

Auch auf Instagram bringt sie das Thema zur Sprache: „Es fühlt sich an, wie ein schwerer Unfall, bei dem mein Leben zerquetscht wurde. Die Wunde könnt ihr von außen nicht sehen. Was ihr seht, ist, dass ich mich anders bewege. Benehme. Rede. Bin.“ Schon bei dem Wort „Sex“ wird ihr mittlerweile speiübel: „Ich habe Albträume. Nachts. Und tagsüber. Ich bin gefangen in mir selbst.“, gesteht sie. Tausende Fans nehmen Anteil an dem harten Schicksalsschlag und sprechen der 34-Jährigen Mut zu. Doch es gibt auch Gegenwind. Nicht jeder versteht, warum die Podcasterin mit dem Thema an die Öffentlichkeit geht. Dabei könnte der Grund 2021 nicht nachvollziehbarer sein: Ines möchte anderen Betroffenen zeigen, dass sie nicht alleine sind, das Thema enttabuisieren. Denn sexuelle Gewalt ist etwas, über das wir alle sprechen sollten – müssen.

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In „Me-Time“ verarbeitet Ines Anioli ihr Trauma

Um das Erlebte zu verarbeiten startet Ines schließlich einen neuen Podcast. In „Me-Time“ spricht sie über die psychisch und physisch Misshandlung der sie nach eigenen Angaben ausgesetzt gewesen wäre. Sie testet angeblich positiv wirkenden Betätigungen wie Schamanismus, Meditation, Darmreinigung oder Töpfern und teilt ihre Selbsterfahrungen mit den Hörern. In diesem Podcast wird ein anderes Bild von Ines Anioli gezeichnet. Derbe Witze und die sonst so lockere Art der Wahlberlinerin finden hier keinen Platz. Stattdessen bekommt man Einblicke in das Gefühlsleben der einst so lebensfrohen Journalistin und den Hauch einer Ahnung, was Opfer von sexueller Gewalt durchmachen.

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Reaktion auf ein Video

Inzwischen widmet sich Ines Anioli auch wieder anderen Themen. Gemeinsam mit Moderatorin Visa Vie startet sie im Sommer 2021 den Podcast „Weird Crimes“. Dort sprechen die beiden über die absurdesten, bizarrsten und unglaublichsten Kriminalfällen. Ein Genre das die beiden aussparen? Sexuelle Gewalt. Kein Zufall, sondern ganz bewusst. Schweigen möchte Ines Anioli dennoch nicht.

Am Wochenende hat ein bekannter Entertainer nach langer Social-Media-Abstinenz ein Video veröffentlicht, das für Schlagzeilen sorgte. Kurz nach der Veröffentlichung meldete sich auch die 34-Jährige mit einer typografischen Instagram-Story zu Wort: „Dieses Statement. Ich bin überrascht und gleichzeitig auch nicht. Ich bin ungläubig und fassungslos, aber was ich bestimmt nicht mehr bin, ist still. Und an alle Hass-Kommentator*innen: Falls ihr diese Anleitung habt wie ein mensch aussehen sollte, der sexuelle Gewalt erlebt hat, dann leitet es mir doch weiter. Ihr wisst es ja besser.“