30.07.2020 18:01 Uhr

Journalist und Politikberater Michael H. Spreng ist tot

Der Journalist und Politikberater Michael H. Spreng ist tot. Der 72-Jährige starb am Dienstag nach langer Krankheit auf Mallorca.

imago images / Müller-Stauffenberg

Das teilte u.a. Kurt Breme, früherer Kollege und langjähriger Freund der Familie, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur mit.

Spreng war unter anderem seit 1983 Chefredakteur des Kölner Boulevardblattes „Express“ und von 1989 bis 2000 Chef der „Bild am Sonntag“. Vielen war er auch bekannt als Gast in von Markus Lanz und anderen Talkshows, wo er sich meist zur Einschätzung von Politikern oder der politischen Lage gesellte.

Außerdem war er kurzzeitig 2002/2003 Redaktionsleiter von „Menschen bei Maischberger“. Seit Februar 2009 betrieb er das Weblog Sprengsatz. Der letzte Eintrag stammt vom Mai 2020 zum Tode von Norbert Blüm.

Berater von Stoiber

Als Medien- und Politikberater machte er sich schnell selbstständig. Im Bundestagswahlkampf 2002 hatte er den CSU-Politiker und Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber beraten.

„Mit seinen liberalen Ansichten eckte Spreng im Hause Springer des Öfteren an“, hzeißt es im Nacvhru7f der „Berliner Zeitngt“. „Insbesondere beim sehr konservativen Medienunternehmer Leo Kirch, der damals ein größeres Aktienpaket an dem Medienhaus hielt, kam der Kurs des BamS-Chefs nicht sonderlich gut an.“

Angriffe gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber

In einem, Beitrag über die Bild-Zeitung schrieb Spreng in seinem Blog im September 2018: „Wenn keine Gewalttat eines Flüchtlings zu vermelden ist, konstruiert BILD immer wieder Aufmacher gegen die angeblich zu lasche Justiz, gegen den angeblich untätigen Staat und die angeblich unfähigen Politiker. Eine Kampagne, wie sie in BILD seit den Studentenunruhen der 60er Jahre nicht mehr zu beobachten war. BILD zersetzt mit dieser Kampagne systematisch den Respekt vor den Institutionen und Repräsentanten des Staates und delegitimiert die liberale deutsche Demokratie. Die Zeitung macht sich damit freiwillig oder unfreiwillig zur Vorfeldorganisation der AfD. Ich gehe davon aus, dass zwei bis drei Prozentpunkte der AfD in den Meinungsumfragen auf das Konto von BILD gehen.“ (PV)