Freitag, 30. März 2018 12:25 Uhr

Belgiens „Rebellen-Prinz“ wird für ein Jahr abgestraft

Belgiens „Rebellen-Prinz“ verliert einen Teil seines Einkommens. Denn Laurent hatte sich einen diplomatischen Fehltritt geleistet.

Belgiens "Rebellen-Prinz" wird für ein Jahr abgestraft

Foto: Julien Warnand

Dem belgischen Prinzen Laurent werden nach einem Beschluss des Parlaments in Brüssel wegen eines diplomatischen Fehltritts für ein Jahr 15 Prozent seines staatlichen Einkommens gestrichen. Die Abgeordneten billigten in der Nacht zum Freitag den Vorschlag der Regierung, der auf eine einmalige Kürzung um 46.000 Euro hinausläuft – und das, obwohl sich der Prinz zuvor in einem Brief an die Kammer bitterlich beklagt hatte.

„Diese Apanage, von deren Kürzung oder Streichung nach politischem oder medialen Gutdünken nun die Rede ist, ist der Preis für ein Leben, der Preis für mein Leben, das bereits zum Großteil hinter mir liegt“, heißt es nach belgischen Medienberichten in dem Schreiben, das der 54-jährige Bruder von König Philippe unmittelbar vor der Abstimmung verlesen ließ.

„Eine dauerhafte Bedrohung“

Laurent erinnert auch daran, dass die Sanktion eine „dauerhafte Bedrohung“ für ihn, seine Frau und seine Kinder sei, zumal seine Familie keinen Zugang zum belgischen Sozialsystem habe. Die Parlamentarier stimmten dennoch kurz nach Mitternacht mit 93 zu 23 Stimmen für die Kürzung der Apanage von zuletzt 308 000 Euro pro Jahr.

Auslöser des Streits war ein Auftritt des Prinzen in belgischer Uniform bei einer Feier zum 90-jährigen Bestehen der chinesischen Armee in der chinesischen Botschaft im Juli 2017. Ein Foto, das ihn und andere Teilnehmer beim Anschneiden eines Kuchens zeigte, verbreitete er selbst über seinen Twitter-Account.

Laurent darf ausländische Würdenträger allerdings nur mit Erlaubnis der Regierung treffen – darum hatte er nicht gebeten. Die Regierung sieht darin eine unerlaubte Neben-Außenpolitik. Laurent, von Medien als „Rebellen-Prinz“ und „Prinz Vollgas“ betitelt, war schon früher unangenehm aufgefallen. Diesmal schritt Premierminister Charles Michel ein, nach Rücksprache mit König Philippe. (dpa/KT)

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