Dienstag, 5. Dezember 2017 12:23 Uhr

Karl Lagerfeld: „In meine Wohnung gehe ich nur zum Essen“

Karl Lagerfeld, Chanels Gottvater, hat sein einziges Interview für deutsche Medien vor seiner „Métiers d’Art“-Präsentation gegeben, die morgen mit größtmöglichem Pomp in der Hamburger Elbphilharmonie stattfindet, der ‚Vogue‘ und dem Zeit-Magazin. Zwei Stunden nahm sich Monsieur Zeit, um über seine Deutschlandgefühle, Angela Merkel, Gott, die Welt – und natürlich ihn zu sprechen.

Karl Lagerfeld: "In meine Wohnung gehe ich nur zum Essen"

Foto: WENN.com

Kürzlich hatte Lagerfeld in einer französischen Talkshow Kanzlerin Angela Merkel dafür kritisiert, dass sie zu viele Flüchtlinge ins Land gelassen habe. Selbst wenn Jahrzehnte dazwischenlägen, könne man nicht Millionen Juden töten und später dann Millionen ihrer schlimmsten Feinde holen, hieß es. Darauf angesprochen sagt Lagerfeld: „Die Leute haben das nicht verstanden. Das war eine Metapher. Die Deutschen haben Millionen von Juden umgebracht, und da schämen wir uns doch heute noch für. Und jetzt lässt Angela Merkel eine Million ihrer Erzfeinde ins Land.“ Dass alle Flüchtlinge Antisemiten seien, wollte er damit aber nicht behaupten.

Quelle: instagram.com

„So muss ich mit niemandem reden“

Privat lebt Lagerfeld inzwischen sehr zurückgezogen: „Ich habe aber auch eine eigentümliche Art zu leben. Hier ist mein Fotostudio, dann habe ich eine sehr schöne Wohnung, in die ich allerdings nur zum Essen gehe, ich schlafe dort nie. Ich wohne und zeichne in einem riesigen Atelier, und wenn ich nicht will, muss ich mit niemandem reden. Dort lebe ich mit Choupette.“

Seine putzige Katze, die sogar einen eigenen Instagram-Account hat, ist inzwischen fast so berühmt wie Lagerfeld selbst. „Manchmal sitze ich im Bett mit Choupette und sag zu mir: Wenn die Leute wüssten, wie die Wirklichkeit ist. Dann sitze ich da und lese, sie hat ihren Kopf auf meinem Ellbogen oder meiner Schulter, und ich denke: So stellen sich die Leute das bestimmt nicht vor.“

Quelle: instagram.com

„Ich passe nicht mehr nach Hamburg“

Lagerfeld hat übrigens immer noch eine besondere Verbindung zu seiner Geburtsstadt: „Wenn ich an Hamburg denke, merke ich: Ich bin Hanseat, kein Deutscher. Sie dürfen aber nicht vergessen: Als erwachsener Mensch habe ich nie in Deutschland gelebt. Doch ich wollte andererseits auch nie den deutschen Pass abgeben, obwohl das leicht gewesen wäre. Du bist damit geboren, habe ich mir gesagt, damit musst du fertig werden. Für mich ist Deutschland eine Idee, keine Realität. In der Realität von heute passe ich nicht mehr dorthin.“

Das komplette Interview erscheint als Teil einer Kooperation in dieser Woche wortgleich in den neuen Ausgaben der beiden Magazine.

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