Donnerstag, 13. Februar 2020 12:00 Uhr

Natalie Portman wird als Heuchlerin kritisiert

Foto: Matt Petit / ©A.M.P.A.S.

Für ihren Oscar-Auftritt und vor allem für das Kleid wird Natalie Portman momentan von allen gefeiert, sollte man meinen. Doch die Schauspielerin Rose McGowan fand fand die Aktion gar nicht gut!

Natalie Portman trug auf der 92. Oscar-Verleihung ein schwarzes Cape mit den Namen weiblicher Regisseure, die in diesem Jahr nicht nominiert wurden, es aber ihrer Meinung nach verdient hätten. Dieses feministische Statement kam aber nicht überall gut an. Am wenigsten hätte man erwartet, dass sich Rose McGowan zu Wort meldet. Doch genau dass hat die Weinstein-Anklägerin am Dienstag getan.

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„Natalie, du bist das Problem“

Den Umhang fand die ehemalige „Charmed“-Darstellerin sogar beleidigend. Auf Facebook kommentierte sie den Auftritt. „Ein paar Gedanken zu Natalie Portman’s „Protest“ auf den Oscars. Die Art von Protest, die die Medien für ihren Mut bewundern. Mutig? Nicht mal annähernd.“ schrieb die 46-Jährige. „Du bist eher eine dieser Schauspielerinnen, die nur so tut als ob es sie interessiert“, heißt es weiter.

Der Grund warum diese Aktion so verwerflich war ist, dass die Schauspielerin selbst noch nicht mit vielen weiblichen Regisseuren zusammengearbeitet habe: „Natalie, du hast mit zwei weiblichen Regisseuren in deiner langen Karriere gearbeitet – eine davon warst du selbst. Du hast eine Produktionsfirma, die genau eine Frau als Regisseur angeheuert hat – dich.“

Die ehemalige Schauspielerin wird noch radikaler:“Ja, du, Natalie. Du bist das Problem. Lippenbekenntnisse sind das Problem. Falsche Unterstützung anderer Frauen ist das Problem“

Foto: imago images / Ukrinform

Sie findet sich nicht mutig

Doch Natalie wollte diese Vorwürfe nicht aus sich sitzen lassen und konterte in einem Statement, dass die 38-Jährige am Mittwoch veröffentlichte. Sie gibt ihrer Kritikerin recht: „Ich stimme Miss McGowan zu, dass es unangebracht ist mich mutig zu nennen, weil ich ein Kleid mit Frauennamen trug“. Für mutig halte sie dagegen eher die Frauen, die derzeit gegen Ex-Filmmogul Harvey Weinstein (67) aussagen, dem sexueller Missbrauch in mehreren Fällen vorgeworfen wird.

Der „Black Swan“-Star habe dennoch (Kurz-)Filme, Werbefilme und Musikvideos mit Frauen, wie Marya Cohen, Mira Nair, Rebecca Zlotowski, Anna Rose Holmer, Sofia Coppola, Shirin Neshat gemacht. Viele der Projekte seien aber auch vor Veröffentlichung aufgegeben worden, wodurch diese Leistungen unerkannt blieben. Sie würde es aber weiterhin versuchen, so wie sie es in der Vergangenheit schon tat. Bravo, Natalie!

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