Arbeitslose rettenWird „Onkel Wanja“ der Nachfolger von McDonalds?

Eine McDonald's Filiale in Moskau
Eine McDonald's Filiale in Moskau

Foto: IMAGO / ITAR-TASS

Redaktion KuTRedaktion KuT | 17.03.2022, 15:20 Uhr

Seit dem 15. März sind alle McDonald’s-Filialen in Russland zu. Aufgrund der Invasion in der Ukraine entschloss sich der Fastfood-Riese zu diesem drastischen Schritt. Ob die Läden je wieder öffnen, steht in den Sternen. Denn der Kreml hat offenbar andere Pläne.

Putins Krieg in der Ukraine hat auch auf die russische Bevölkerung immer größere Auswirkungen. Als Reaktion auf den Einmarsch in der Ukraine haben viele westliche Unternehmen inzwischen ihren Rückzug aus Russland verkündet. Dazu gehört auch McDonald’s. Auch der Burger-Gigant machte all seine Läden dicht. Und wie es aussieht, nicht nur vorübergehend.

Das niederträchtige Putin-Regime, das quasi der ganzen freien Welt quasi den Krieg erklärt hat, will schnell eine eigene Fastfood-Kette installieren und wohl gleich die verlassene Infrastruktur nutzen. Die „neue“ Bulettenkette ist stark patriotisch, scheint allerdings vom großen Vorbild frech abgekupfert.

McDonald’s macht in Russland die Schotten dicht

Seit Tagen schon müssen die Menschen in Russland auf ihre heißgeliebten und zunehmend überteuerten Burger verzichten. Die 850 McDonald’s-Filialen sind geschlossen worden. Der Rückzug des Fastfood-Giganten ist dem Kreml nach außen hin egal. 1990 hatte man die erste Filiale in der Sowjetunion eröffnet.

Netflix & Co: Diese Konzerne und Labels verlassen Russland überstürzt

Um die einheimische Wirtschaft zu stärken, hat Russland inzwischen ein Exportverbot für über 200 Produkte verhängt. Heimische Produktionen sollen fremdländische Waren also immer mehr ersetzen. Wird dem armen Land nach dem Exodus von Weltmarken vorerst nix anderes übrig bleiben.

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„Onkel Wanja“ klaut frech Optik des Vorbildes

Laut „NTV“ und anderen Medien soll jetzt eine putzige russische Alternative das amerikanische McDonald’s möglichst schnell vergessen machen. Und auch der Name steht angeblich bereits fest. In Zukunft sollen die belegten Brötchen wohl unter dem Franchise-Namen „Onkel Wanja“ vertickt werden. Wenn das mal nicht ein böser Scherz ist. Doch mehr dazu unten…

Beim Blick auf das angeblich neue Logo ist die Ähnlichkeit mit dem weltberühmten Logo nicht zu übersehen. Roter Hintergrund mit gelbem Symbol in der Mitte. Haben wir doch schon mal gesehen? Richtig. Das Zeichen erinnert nicht nur stark an das weltbekannte Pendant, es sieht lächerlicherweise fast exakt genauso aus.

Die besonders kreativen Köpfe des Kremls tauschten lediglich ein ein gelbes und kyrillisches „W“ für „Wanja“ gegen das traditionelle „M“ des US-Konzernes. Der neue Schriftzug ist im Prinzip nur auf die Seite gedreht. Frecher und offensichtlicher kann man nicht kopieren!

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IMAGO / Russian Look

Wer ist Onkel Wanja?

Die 850 McDonalds-Restaurants beschäftigten immerhin 60.000 Mitarbeiter. Laut Moskau-Bürgermeister Sergey Sobjanin (63) sollen vier Millionen Euro für den Start der russischen Alternative bereitgestellt werden. Die Speisen sollen zu einhundert Prozent russisch sein, außerdem deutlich preisgünstiger als der Konkurrent. Womöglich hängt man sich mit diesem Plan auch an die bisherigen 160 McDonalds-Zulieferer in Russland, an denen 100.000 Beschäftigte hängen (Quelle „Der Standard“).

Wjatscheslaw Wolodin, Sprecher der Staatsduma, brachte den Namen laut Medienberichten kürzlich in Umlauf. „Schon morgen sollte da dann aber kein McDonald’s, sondern ein ‚Onkel Wanja‘ sein“.

Im Russischen wird „Onkel Wanja“ manchmal auch wie „Iwan Iwanow“, dem russischen“Max Mustermann“, verwendet.

Doch: Ist „Onkel Wanja“ nicht doch ein böses Omen? Denn das weltberühmte Bühnenstücks von Anton Tschechow thematisiert die Tragödie eines verschlossenen, arbeitsamer Mannes, der an seinen eigenen Grenzen und Schwächen scheitert, fasst „filme.de“ die ganze Tragödie zusammen.

Am Ende verliert Wanja die Beherrschung und greift zur Waffe…

Scherzideen für den Ersatz weiterer Weltmarken

Die Twitter-Gemeinde aus Ost und West reagiert jedenfalls jetzt schon spöttisch auf das hektische Vorhaben, westliche Konzerne durch russische Alternativen zu ersetzen. Aus Amazon wird „Amazoff“, aus Adidas „adios“. Putins Regime koppelt sich immer mehr vom Rest der freien Welt ab. Fragt sich, wie lange das die jüngeren Generationen in Russland noch mitmachen wollen.

Denn dank Putin und seinen Kreml-Kettenhunden wurde Russland innerhalb weniger Tage zum Paria-Staat. Hoffentlich jagen sie den Kriegsverbrecher und erbärmlichen Narzissten, dem auch die Zukunft seiner eigenen Landsleute egal ist, sehr bald vom Hof. Dieser Mann knechten nicht nur Nachbarstaaten, die seinem imperialistisches Konzept nicht folgen wollen, sondern von Tag zu Tag auch sein armes Volk.