Chinese findet nach 33 Jahren seine Familie wieder – auf kuriose Weise

Sophia VölkelSophia Völkel | 06.01.2022, 20:00 Uhr
Chinese findet nach 33 Jahren seine Familie wieder - auf kuriose Weise
Chinese findet nach 33 Jahren seine Familie wieder - auf kuriose Weise

Foto: Li Jinwei /Douyin.com

Ein Mann wird als Kind entführt und findet 33 Jahre später seine echte Familie wieder. Es klingt wie eine filmreife Hollywood-Geschichte, ist aber wirklich so passiert.

Li Jingwei war erst 4 Jahre alt, als er 1988 von einem Mann entführt wurde. Laut der Nachrichtenagentur „The Paper“ verschwand er aus dem Dorf seiner in der südwestlichen Provinz Yunnan. Seine Mutter war zu dieser Zeit 20 Jahre alt, versuchte seitdem immer wieder ihren Sohn zu finden – vergeblich.

Laut Medienberichten soll der Kleine damals von seinem Zuhause weggelockt und an einen Menschenhändlerring verkauft worden sein.

Daran konnte sich Li noch erinnern

Mit nur vier Jahren haben Kinder noch kein ausgeprägtes Gedächtnis, dass ihnen später Erinnerungen aus dieser Zeit schenken könnte. Jingwei war als Junge nur eines klar: er war weit weg von zu Hause. Es waren offenbar rund 2000 Kilometer von seiner Heimat entfernt.  Mehr fiel ihm jedoch zu seiner Kindheit nicht mehr ein, weder sein Geburtstname, noch den Namen seiner Eltern oder der Name des Dorfes.

Doch wundersamerweise konnte er sich einer Sache besinnen: wie das Dorf aussah, in dem er bis zu seinem vierten Lebensjahr wohnte. Und das malte er mit den Jahren immer wieder aus Heimweh vor sich hin – bis zum heutigen Tag. Er zeichnete noch einmal das gesamte Dorf aus dem Kopf auf ein großes Blatt Papier und stellte es ins Netz.

Li Jingwei teilte ein persönliches Video im Netz

In dem Clip erzählt der junge Mann, dass er seine Familie wiederfinden möchte und mit Hilfe seines selbstgemalten Bildes hofft, die Menschen könnten ihm dabei helfen. „Ich bin ein Kind, das sein Zuhause sucht“, so Li im Video. Der chinesischen Nachrichtenagentur „The Paper“ erklärte er: „Ich kenne noch die Bäume, Steine, Kühe und sogar welche Straßen wo abbiegen und wo das Wasser fließt.“

Auf den ersten Blick sind auf den wilden Kritzeleien zwar nicht wirklich die Details zu erkennen, die für Li Jinwei eine so wichtige Bedeutung haben, doch wenn man ganz genau hinschaut, ist alles dabei: wo die Bäume wuchsen, an welchen Stellen die Kühe weideten, wo welche Straßen waren und welche Flüsse flossen. Auch an Reisfelder und Teiche in der Nähe seines Hauses erinnerte sich der Mann und sogar wo Bambussprossen in der Nähe wuchsen.

Ein DNA-Test gab Gewissheit

Und wie das mit dem Internet so ist, verbreitete sich das Video rasend schnell auf der Seite „Douyin“ (quasi das chinesische TikTok) und erreichte die Polizei, die die Zeichnung dem Dorf Yunnan zuordnete.

Und eben dort wurde eine Frau ausfindig gemacht, deren Kind vor über 30 Jahren entführt wurde. Es konnte sich nur um die Mutter von Li Jingwei handeln! Durch einen DNA-Test konnte das einwandfrei nachgewiesen werden. Endlich konnte er seine Mutter wieder in die Arme schließen.

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Dieses Wiedersehen rührt zu Tränen

„Dreiunddreißig Jahre des Wartens, unzählige Nächte der Sehnsucht und schließlich eine handgezeichnete Karte aus dem Gedächtnis, dies ist der Moment der perfekten Befreiung nach 13 Tagen“, schrieb Li kurz vor dem Wiedersehen auf seinem Douyin-Profil. „Danke an alle, die mir geholfen haben, meine Familie wiederzufinden.“ Er sagte der Zeitung: „Meine Mutter weinte, als ich ans Telefon ging. Nach dem Videoanruf erkannte ich sie auf einen Blick. Meine Mutter und ich haben die gleichen Lippen, sogar meine Zähne.“

Von dem emotionalen Treffen gibt es inzwischen ebenfalls zahlreiche Aufnahmen. Überglücklich und tränenerfüllt kniet Li vor seinen Eltern nieder, heult dabei herzzerreißend. Langsam zieht Li dann seiner Mama die Maske vom Gesicht, dann fallen sich beide weinend in die Arme. Eine Geschichte mit einem Wahnsinns-Happy End.