"Tod hat mich begleitet"Jürgen Vogel spricht über die Krebserkrankungen seiner drei Schwestern

Jürgen Vogel besuchte zusammen mit einem Cousin Benjamin Vogel die "NDR Talk Show" am 21. Juni 2024. (ae/spot)
Jürgen Vogel besuchte zusammen mit einem Cousin Benjamin Vogel die "NDR Talk Show" am 21. Juni 2024. (ae/spot)

NDR/Uwe Ernst

SpotOn NewsSpotOn News | 22.06.2024, 14:52 Uhr

Jürgen Vogel möchte, dass Krankheit und Tod keine Tabu-Themen mehr in der Gesellschaft darstellen. Der Schauspieler hat deshalb offen über die vielen Schicksalsschläge in seiner Familie gesprochen. Sein Vater starb an Krebs, auch seine drei Schwestern erkrankten.

Das Lachen von Schauspieler Jürgen Vogel (56) ist mit seinen großen Zahnlücken unverkennbar. Doch in der "NDR Talk Show" am 21. Juni 2024 schlug er ernste Töne an und sprach über schwere private Schicksalsschläge. Sein Leben sei "gepflastert von Krankheit und Tod".

Er spendete seiner Schwester Knochenmark

Er kenne Menschen, "die ums Überleben gekämpft haben". Manche hätten es geschafft, manche nicht. "Man hat da jahrelang mitgekämpft." So schilderte er: "Ich habe drei Schwestern, die alle Krebs hatten und haben. Irgendwie hat es unsere Familie ganz schön krass erwischt. Sie leben alle noch, die eine hatte Brustkrebs. Das hat aber jetzt geklappt, weil die es früh genug erkannt haben. Die andere hat immer noch Krebs, das ist meine älteste Schwester. Die macht es ganz gut, aber natürlich ist es in ihr und irgendwann passiert das, was uns allen passiert. Wir werden alle irgendwann sterben."

Er erinnerte sich auch daran, wie er seiner Schwester das Leben rettete: "Ich habe damals meiner Schwester Knochenmark gespendet. Die hatte Leukämie, also Blutkrebs, eine der aggressivsten Formen davon. Da war ich 21 oder so. Da ging es bei ihr um Leben und Tod. Zum Glück hat sie es geschafft, durch mein Knochenmark."

Sein Vater hingegen starb mit 58 Jahren an Krebs. "Da war ich Anfang, Mitte 20. Jetzt hatte ich nicht so ein gutes Verhältnis. Es hat mich trotzdem natürlich getroffen." Denn: "Egal, wie das Verhältnis ist, stellen sich ja dann andere Fragen, wo man sagt: Ich kann gar nicht mehr Dinge klären, ich kann Dinge nicht mehr fragen."

Das Thema Tod begleite ihn also schon lange – und er möchte es aus der Tabu-Ecke holen: "Es ist wichtig darüber zu reden, und zu gucken, wie man das, was uns ja alle treffen wird, am besten gestalten kann, dass die Menschen menschenwürdig von uns gehen können."

Palliativ-Verein mit seinem Cousin

Er hatte seinen Cousin Benjamin Vogel (41) mit in die Talkshow gebracht, der gelernter Krankenpfleger und Heimleiter in Bochum ist. Auch Benjamin Vogel hat schwere Schicksalsschläge erlebt. Er verlor seinen Sohn nach der Geburt, die Mutter seines zweiten Sohnes starb an einem Tumor und sein Vater an Corona. Um unheilbare Kranke und deren Angehörige zu unterstützen, gründete er vor drei Jahren den Verein "Palliativberatung basis e. V." Schirmherr ist Jürgen Vogel. Der Schauspieler, der sieben Kinder hat, engagiert sich zudem für ein Kinder-Hospiz in Hamburg und den Verein "Junge Helden", der über Organspende aufklärt.