Dave Chappelle: Netflix stellt sich in Kontroverse hinter Comedy-Superstar

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14.10.2021 21:27 Uhr

Dave Chappelles Netflix-Special „Closer“ löste eine heftige Kontroverse um Transfeindlichkeit aus. Nun stellt sich der Streamingdienst erneut hinter den US-Superstar.

Netflix kommt der Aufforderung einiger wütender Mitglieder der LGBTQ+-Community nicht nach und erklärt, das umstrittene Special „Closer“ des legendären Stand-Up-Comedians Dave Chappelle (48) nicht aus dem Programm zu nehmen — das bekräftigte Content-Chef Ted Sarandos (57) in einem Memo an sein Team. Dafür hagelt es jede Menge Kritik. 

Der Hintergrund des Skandals

Dave Chappelle gilt für viele Fans und Kollegen als einer der größten Stand-up-Comedians aller Zeiten — wohl auch deshalb, weil er sich kein Blatt vor den Mund nimmt. Dass Chappelle — bekennender Gegner der Cancel Culture und der Political Correctness — damit oft aneckt, ist nichts Neues. Bei seinem letzten Streich, dem Netflix-Special „Closer“, war das nicht anders. Kurz nach der Veröffentlichung am 5. Oktober 2021 hagelte es dafür fundamentale Kritik von der LGBTQ+-Community. Diese warf dem Komiker vor, in dem Programm beleidigende und transphobe Sachen zu sagen.

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Netflix suspendierte Trans-Mitarbeiter

Die Kontroverse geht aber noch weiter: Drei Trans-Mitarbeiter von Netflix äußerten daraufhin öffentlich Kritik an ihrem Arbeitgeber, zwei platzten aus Protest in ein Meeting der Führungsetage. Netflix reagierte rigoros und suspendierte die betreffenden Mitarbeiter. Mittlerweile wurde die Suspendierung allerdings wieder aufgehoben.

Netflix-Co-Chef reagierte mit Memo … und sorgte erneut für Kritik

Bereits am 8. Oktober 2021 versuchte Sarandos mit einem internen Memo zu beschwichtigen. Darin heißt es unter anderem: „Einige von Ihnen haben auch gefragt, wo wir die Grenze zum Hass ziehen. Wir lassen auf Netflix keine Titel zu, die zu Hass oder Gewalt aufstacheln, und wir glauben nicht, dass The Closer diese Grenze überschreitet. Mir ist jedoch klar, dass die Unterscheidung zwischen Kommentar und Schaden schwierig ist, vor allem bei Stand-up-Comedy, die dazu da ist, Grenzen zu überschreiten. Manche Leute empfinden Stand-up-Comedy als gemein, aber unsere Mitglieder genießen sie, und sie ist ein wichtiger Teil unseres Inhaltsangebots.“

Netflix Co-Chef Ted Sarandos stellt sich hinter Dave Chappelle.

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Chappelle wird definitiv nicht aus dem Programm genommen

In einem weiteren Memo am Montag legte Sarandos noch einmal nach — und bekräftigte, das Special definitiv nicht aus dem Programm zu nehmen. Unter anderem erklärte er, dass „Inhalte auf dem Bildschirm keine direkte Auswirkung auf die echte Welt“ hätten. Für die LGBTQ+-Community war dies ein weiterer Affront. Für den 20. Oktober 2021 ist nun ein (virtueller) Protest von Trans-Mitarbeitern und Verbündeten geplant. (KuT Redaktion)