Diese Oligarchen-Kinder feiern ihr Leben, während Krieg herrscht

Sophia VölkelSophia Völkel | 21.03.2022, 17:18 Uhr
Reiche Oligarchen-Töchter protzen auf Instagram
Reiche Oligarchen-Töchter protzen auf Instagram

Foto: l.o.: Instagram lisa_peskova Foto: l.u.: Elsina_k Foto r.: Instagram sofiaabramovich97

Was machen reiche und verwöhnte Oligarchen-Kinder, die weit weg vom Ukraine-Krieg sicher in London leben, während zehntausende Menschen auf der Flucht vor ihrem Staatsoberhaupt Vladimir Putin sind? Sie feiern einfach weiter und verstecken sich hinter Luxus und Reichtum.

Der Krieg in der Ukraine geht weiter – Putin lässt Bomben auf Städte wie Mariupol fallen, nimmt Familien ihr Zuhause und lässt zu, dass unschuldige Menschen ums Leben kommen.

Inzwischen gelten für russische Oligarchen harte Sanktionen, doch einen Teil diese elitären Truppe scheint das nicht zu stören. Die Jugend lässt es so richtig krachen – gemeint sind damit die Kinder der mitunter reichsten Oligarchenfamilien, sehr oft ansässig in Großbritannien.

Den sogenannten Londoner „Rich Kids“ scheinen die Umstände des Krieges nichts auszumachen, sie protzen auf Social Media fleißig weiter.




Sofia Abramowitsch: Gegen den Krieg, für die Dekadenz

Darunter ist auch Sofia Abramowitsch. Wie die Zeitung „tz“ berichtet, ist ihr Vater Roman Abramowitsch massiv von den aktuellen Sanktionen gegen russische Oligarchen betroffen. Seine Tochter Sofia allerdings zeigt weiter, was sie hat und was sie vor allem tut. Dazu gehören Reiten, Shoppen, Reisen und das Auskosten jeglicher luxuriöser Annehmlichkeiten. Der aktuelle Wohnort der Oligarchentochter? Natürlich das 90-Millionen-Dollar-Anwesen ihres Vaters auf St. Barths.

Russische Influencerinnen: Verzweiflung und Tränen wegen Instagram-Verbot

Auf Instagram äußert sich die Tochter des Milliardärs zum Krieg in der Ukraine und stellt sich gegen Putin. Sie postet ein Foto, auf dem sie ein Schild zeigt. Darauf zu lesen: „Russland will Krieg mit der Ukraine“. Das Wort „Russland“ ist rot durchgestrichen, stattdessen steht dort deutlich Putin. „Die wichtigste Lüge der Kreml-Propaganda ist, dass die Mehrheit der Russen Putin unterstützt“, schreibt sie.

Wirkliche Unterstützung für die Ukraine sieht allerdings anders aus. Vor allem mit dem Wissen, dass Familie Abramowitsch anscheinend nur Angst ums eigenen Geld, denn sinnvolle Taten folgen den Worten natürlich nicht. Ganz im Gegenteil. Auf Instagram können wir zusehen, wie Sofia Abramowitsch ihr Leben weiterhin in vollen Zügen genießt.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von Elizaveta Dmitrievna (@lisa_peskova)

Elsina Khayrova – Tochter von Putin-Freund und Politiker

Unter den Protz-Oligarchinnen sind auch Töchter, deren Familien eng mit Putin verbunden sind, teilweise sogar für ihn arbeiten. Elsina Khayrova ist die Tochter von Rinat Khayrov, einem Abgeordneten von Putins Regierungspartei. Sie stellt unverblümt ihren Luxus auf Instagram zur Schau, posiert in teuren Abendkleidern und Roben, verbringt ihre Urlaube auf teuren Yachten und lässt sich mit edlen Pferderassen abbilden.

Aufmerksamkeit erregte die 33-Jährige durch ihre Ehe mit dem in Russland geborenen Diamantenhändler Dmitry Tsvetkov (41). Von dem lässt sie sich offenbar gerade scheiden, denn er steht laut Medienberichten inzwischen auf der „Most Wanted-Liste des Kremls“. Auch Khayrova selbst scheint keine blütenweiße Weste zu haben: die Protz-Lady wurde kürzlich von einer Firma verklagt, die in ihrem 22-Millionen-Pfund-Haus in Surrey einen Springbrunnen und Gartenbeleuchtung installiert hatte.

Sie soll nämlich die Summe von fast 250.000 Pfund für die Garteninstallationen auf ihrem Anwesen bis heute nicht bezahlt haben. Inzwischen soll sie in einem 12-Millionen-Dollar-Apartment in der Londoner Innenstadt leben.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von Elsina Khayrova (@elsina_k)

Lisa Peskova – Tochter von Kreml-Sprecher Dmitri Peskow

Lisa Peskova ist die Tochter von Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Sie gibt auf Instagram nicht nur mit wahnsinnig kostspieligen Klamotten und Reisen an, sondern hat offenbar die Leidenschaft für sich entdeckt, zu jedem ihrer Protzbeiträge auch noch tiefsinnige und nachdenkliche Texte zu schreiben.

So verfasste sie kürzlich zu einem Selfie von sich folgende Worte: „Ich bin vor 3 Jahren nach Moskau gezogen mit dem Gefühl, dass das unbedingt ‚alles‘ für mich sein muss. Aus der Kategorie ‚Ich bin noch keine Millionärin geworden, habe den Planeten nicht gerettet, habe nicht alle Bücher der Welt gelesen ‚usw.  Ja, ich habe in Europa studiert und gearbeitet, ich habe lange ohne Eltern gelebt, aber das Verständnis, dass ich in die Verantwortung für ihre Worte und Taten trage, kam genau beim Umzug.“

Die 24-Jährige fügte hinzu: „Entweder aufgrund der Erziehung, oder aufgrund des Bewusstseins der ganzen Verantwortung, die auf mir liegt, gehöre ich zu den Menschen, die äußerst selten mit sich zufrieden sind, ständig irgendwo in Eile sind, sich ziemlich große Ziele setzen und sich ärgern oder traurig, wenn nicht alles auf einmal passiert. Drei Jahre später habe ich es endlich geschafft, wenigstens ein bisschen Zeitmanagement zu lernen und all meine Beziehungen, Aktivitäten und Hobbys zu ordnen.“

Ihre Hobbys sind deutlich zu sehen, ob sie sich die allerdings ohne die finanzielle Unterstützung ihrer russischen Familie leisten könnte, ist eher fraglich.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von Elizaveta Dmitrievna (@lisa_peskova)

Die Angst ist immer da

Der junge Student Maximillian Hess ist mit einem Oligarchen-Sohn gemeinsam auf eine Schule in Großbritannien gegangen. Gegenüber der britischen „Daily Mail“ berichtet er jetzt von seinen Erfahrungen. Sein Mitschüler lebt den Traum eines echten Rich-Kids: palastartiges Herrenhaus, jeden Tag Champagner schlürfen und auf einer Superyacht im Mittelmeer faulenzen. Doch es sei nicht alles Gold was glänzt, denn Hess offenbart noch eine andere Seite der stinkreichen Kinder Russlands. Der weniger bekannte Aspekt dieses Lebens sei die Angst – die Angst davor, alles mit einem Schlag zu verlieren.

Putins Krieg: Sollen russische Kunst-Leihgaben im Ausland beschlagnahmt werden?

„Die grundlegende Angst der russischen wohlhabenden Klassen ist, dass jeder von ihnen Angst hat ihr ganzes Geld auf einmal zu verlieren. Sei es durch die Revolution oder durch Staatszerfall“, so Hess.

Er fügte hinzu: „Oligarchen-Kinder haben mir erzählt, dass durch Putin die Sorge größer geworden sei,  dass der eigene Vater durch eine Razzia ins Visier genommen wird, und dass das gesamte System zusammenbrechen könnte, nur weil es in der Vergangenheit so oft vorgekommen ist.“

London ist Zentrum reicher Oligarchen

Die Oligarchen würden sich in ihrem individuellen Reichtum sicherer führen und begannen so mit der Zeit ihr beträchtliches Vermögen im Ausland anzulegen. London steht dabei ganz oben an der Spitze von Orten, an denen dies ohne Gefahr möglich ist. Seitdem befinden sich viele der exklusivsten Immobilien der Hauptstadt in russischer Hand. Investieren die Väter, die unter Putins Hand Millionen scheffeln, genug in Immobilien und ähnliches, erhalten sie ein sogenanntes britisches Investoren-Visum, fünf Jahre später gibt es dann Anspruch auf die britische Staatsbürgerschaft.

Und so hat Großbritannien auch den Kindern dieser russischen Oligarchen den Weg geebnet, sich in die globale Elite zu integrieren und so auch die nächste Generation zu Wohlstand und Macht zu erziehen. Daraus entstanden ist eine riesige verwöhnte Gesellschaft von verwöhnten Protz-Kindern, die Social Media dafür nutzen, sich eine eigene Machtposition zu schaffen.