Das neue iPhone 13 Pro im Test: Eine Kino-Kamera für die Hosentasche

Drei neue und auch größere Kameras verbaute Apple in seinem neuen iPhone 13 Pro. (dr/spot)
Drei neue und auch größere Kameras verbaute Apple in seinem neuen iPhone 13 Pro. (dr/spot)

Apple

24.09.2021 12:40 Uhr

Die neuen iPhone-Modelle sind da. Im Test des Flaggschiffs iPhone 13 Pro aus dem Hause Apple fasziniert vor allem die neue Kamera-Performance. Sowohl beim Fotografieren als auch beim Filmen.

Ab Freitag, den 24. September 2021, stehen die iPhones der 13. Generation in den Stores. Der Fokus von Apple liegt dabei in diesem Jahr weniger auf dem Design. Vielmehr gab der Hersteller aus Cupertino seinen Smartphones einen Push in Sachen Hardware und Software. Die größten Neuerungen: bessere Kameras, schnellerer Prozessor, robusterer Akku. Alles Augenwischerei oder ein Schritt in die Zukunft der Smartphones?

Die Nachrichtenagentur spot on news hat die neuen Smartphones noch vor Verkaufsstart auf Herz und Nieren getestet. Lohnt sich ein Kauf der Pro-Variante? Oder tut es ein Gerät der „normalen“ 13er-iPhone-Reihe? So viel sei vorneweg verraten: Eine Mogelpackung hat Apple in diesem Jahr nicht auf den Markt geworfen. Die neue iPhone-Generation überzeugt mit sinnvollen Verbesserungen, die den Alltag versüßen. Vor allem, wenn der User gerne Fotos oder Videos macht.

Beim Design bleibt alles beim Alten

Wie schon erwähnt, änderte Apple am Design aller iPhone-13-Geräte im Prinzip nichts. Erneut setzt man auf die im vergangenen Jahr eingeführte Retro-Optik mit härteren Kanten, das zuvor beim iPhone 5 im Jahr 2012 zu finden war. Wie die Vorgängermodelle liegt das iPhone 13 gewohnt griffig in der Hand und bietet viel Sicherheit und Stabilität während der Nutzung. Das Smartphone ist überzeugend verarbeitet, minimale Veränderungen der Lage der Seitentasten und das Hochrücken der winzigen Hörmuschel fallen nicht auf.

Eine Sache sticht jedoch sofort ins Auge, und das ein wenig negativ: Die deutlich größeren und deutlich hervorragenden drei Kameralinsen sind optisch gewöhnungsbedürftig. Beim iPhone 13 Pro Max fällt dies aufgrund der großen Maße des Gehäuses nicht auf, beim herkömmlichen iPhone 13 Pro mit 6,1-Zoll-Bildschirm wirken die drei Linsen aber recht klobig. Besonders auffällig sind die größeren Objektive beim iPhone 13 mini, auch wenn entgegen der Pro-Variante hier nur zwei verbaut wurden.

Kino-Kamera in der Hosentasche

Bleiben wir bei den Kameras und der zugrundeliegenden Foto- und Video-Software. Hier setzen die iPhones noch einen oben drauf und überzeugen mit beachtlichen Fortschritten. Der Unterschied zu Profiaufnahmen, sowohl beim Schießen von Bildern als auch beim Filmen, ist auch ohne Fotografen- oder Kameramann-Skills nur mehr marginal. Ein Fest für jeden, der mit seinem Smartphone gerne seine Umgebung festhält oder sich und seine Mitmenschen in Szene setzt.

Die größeren Fotosensoren sorgen für mehr Lichteinfang, was vor allem bei Aufnahmen in Dämmerung und Nacht für tolle Ergebnisse sorgt. Auch Makro-Fotos mit der Ultraweitwinkel-Kamera aus kürzester Distanz sind in deutlich besserer Qualität möglich als zuvor. Die beeindruckendste Neuerung ist jedoch der neue Kinomodus, der bei allen iPhone-13-Modellen (auch bei der Selfie-Kamera) zur Verfügung steht.

Beim Filmen fokussiert das Smartphone automatisch das Objekt der Begierde und taucht den Hintergrund in eine Unschärfe. Das System erkennt, wenn sich ein Gesicht abwendet oder ein neues ins Bild kommt und stellt wie von Zauberhand die Schärfe ein. Das Ergebnis sind Video-Aufnahmen, die kaum von Profiaufnahmen zu unterscheiden sind. Bei genauem Hinschauen erkennt man kleine Tücken der neuen Technik: So verschwinden kleine Details wie Ketten oder Schmuck ab und an ebenfalls wie von Zauberhand in der Unschärfe.

Prozessorleistung hält, was Apple verspricht

Für die immensen Rechenleistungen, die unter anderem auch die Film-Software verschlingt, setzt das iPhone 13 Pro wie auch das iPhone 13 auf den A15 Bionic Chip. Der Hersteller spricht vom „schnellsten Smartphone-Chip der Welt“. Und im Test hält die Prozessorleistung, was Apple verspricht: Vor allem bei aufwendigen Grafik-Anwendungen wie Games, kommt die bis zu 50 Prozent schnellere Grafik-Performance zum Tragen und ermöglicht das Zocken bei höchster Bildqualität. Die Neural Engine führt bis zu 15,8 Billionen Rechen-Operationen pro Sekunde aus, was erst den Kinomodus und Smart HDR 4 ermöglicht.

Die Akkulaufzeit wurde erhöht

Zugegeben: Um einen ausführlichen Akku-Test durchzuführen, fehlte zwischen Release und Erhalt der Testgeräte die Zeit. Was man nach ein paar Stunden aber sagen kann: Der Akku ist leistungsfähiger geworden und geht nicht mehr so schnell in die Knie wie zuvor. Laut Herstellerangaben handelt es sich um die längste Batterielaufzeit, die je ein iPhone hatte. Das iPhone 13 Pro Max soll bis zu 2,5 Stunden länger zur Verfügung stehen als zuvor, das iPhone 13 Pro 1,5 Stunden.

Fazit

Technisch ist das neue iPhone 13 Pro über jeden Zweifel erhaben. Auch wenn Konkurrenten wie Samsung und andere Hersteller das ungern hören, dürfte das neue Apple-Smartphone im Gesamtpaket derzeit das stärkste Handy auf dem Markt sein. Über das Design lässt sich allerdings streiten und die riesigen Kameras gefallen sicher nicht jedem. Wer aber ein Smartphone der Extraklasse möchte, der kommt kaum um das iPhone 13 Pro herum. Wäre da nicht der Preis…

Das Einsteigermodell mit 126 Gigabyte und dem „kleinen“ Bildschirm kostet bereits 1.149 Euro. Das steigert sich je nach Speicherkapazität und Größe bis zu 1.829 Euro für das iPhone 13 Pro Max mit einem Terabyte. Ein extremer Preis für ein Smartphone. Für wen das nicht infrage kommt, der kann das Pro weglassen und auf die herkömmliche iPhone-13-Variante setzen. Diese reißen allerdings immer noch ein 799 bis 1.249 Euro großes Loch in jeden Geldbeutel.