Gespräche ohne DurchbruchGescheiterte Verhandlungen: Wie geht es im Hollywood-Streik weiter?

Auch Hollywood-Stars wie Alison Brie beteiligen sich an den Streiks. (stk/spot)
Auch Hollywood-Stars wie Alison Brie beteiligen sich an den Streiks. (stk/spot)

imago/MediaPunch

SpotOn NewsSpotOn News | 06.08.2023, 15:10 Uhr

Statt sich im Streik der Drehbuchautoren in Hollywood anzunähern, scheinen sich beide Parteien im ersten Gespräch seit Monaten weiter entfremdet zu haben. Doch angeblich gibt es auch Grund zur Hoffnung.

Nach drei Monaten Streik der Drehbuchautoren in Hollywood haben sich beide Streitparteien zwar unlängst am Verhandlungstisch eingefunden. Die Gespräche seien jedoch alles andere als erfolgreich gewesen, wie US-Medien berichten. Im Gegenteil: Laut Branchenseite "Deadline" könnten die Fronten nun sogar noch verhärteter sein. Grund dafür seien neue Forderungen der Autoren, die in direkter Verbindung zu der Streikdauer stehen: Je länger dieser anhält, desto schwieriger wird es für sie, das nötige Einkommen zu generieren, um sich für eine Übernahme der Kosten ihrer Krankenversicherung zu qualifizieren.

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Kurzum: Mit jedem weiteren Streiktag wird es für beide Seiten ein kleines Stückchen schwieriger, zueinanderzukommen. Trotz dieser Zwickmühle sehen es Branchenkenner derzeit als realistisch an, dass sich der Streik noch weitere Monate hinziehen könnte.

Zumal die Vorwürfe der Writers Guild of America gegen die Filmstudios und Streaminganbieter schwerwiegen: Diese hätten gezielt "Gerüchte und Lügen" über die Verhandlungen an die Presse durchsickern lassen, um die Streikenden und deren Forderungen in ein schlechtes Licht zu rücken. Zudem bediene man sich "Einschüchterungstaktiken". Die Gegenseite dementiert das natürlich vehement. Eines ist klar: Auf dieser Grundlage lassen sich keine konstruktiven Gespräche führen.

Wird es Chefinnen-Sache in Los Angeles?

Die Situation bleibt so festgefahren, dass sich nun Los Angeles' Bürgermeisterin Karen Bass (69) aktiv einschalten will, heißt es laut "Los Angeles Times". Sie wird mit den Worten zitiert: "Es ist entscheidend, dass die Angelegenheit unverzüglich aufgelöst wird, damit Los Angeles wieder zurück in die Spur findet." Weitere Monate Streik wären für die Traumfabrik ein wirtschaftliches Desaster.

Eine vorsichtig optimistische Prognose will die Seite "The Hollywood Reporter" aus dem Umfeld der Verhandlungen vernommen haben. Von einem Vertreter der Studio-Seite habe man erfahren: "Ich schätze, dass wir uns in der nächsten Woche wieder am Verhandlungstisch befinden werden. Aktuell sind jedoch beide Seiten noch nicht so weit." Das Wochenende solle nun von beiden Parteien zunächst genutzt werden, um sich Gedanken über akzeptable Kompromisse zu machen.

Derzeit wird die Traumfabrik Hollywood durch einen Doppelstreik der Schauspielerinnen und Schauspieler sowie der schreibenden Zunft lahmgelegt – und das erst zum zweiten Mal überhaupt in der Geschichte der US-Filmindustrie. Die Drehbuchautoren fordern unter anderem eine höhere Jobsicherheit, bessere Vergütung sowie klare Regeln in Bezug auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz.