StarsJohann Lafer sieht die Vorteile seines veränderten Aussehens

Johann Lafer - 10.04.16 Hamburg - Geisler-Fotopress
Johann Lafer sieht die Vorteile seines veränderten Aussehens.
Johann Lafer geht offen mit den Veränderungen um, die seine Krebserkrankung in sein Leben gebracht hat.
Der 68-jährige Starkoch hatte vor einigen Monaten öffentlich gemacht, dass er an einer unheilbaren Form von Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist. Nun spricht er darüber, wie sich nicht nur sein Alltag, sondern auch sein Verhältnis zu seinem eigenen Erscheinungsbild verändert hat. Der Schritt an die Öffentlichkeit sei für ihn notwendig gewesen, erklärte Lafer im Gespräch mit der ‚Süddeutschen Zeitung‘. Zuvor hätten immer wieder Spekulationen über seinen veränderten Look die Runde gemacht. „Es musste schnell gehen, weil meine Mitarbeiter und meine Familie ständig konfrontiert wurden: Was ist denn mit dem Lafer los? Midlife-Crisis, Abnehmspritze, neue Freundin?“, sagte der Fernsehkoch. Viele Menschen hätten bemerkt, dass sich etwas an ihm verändert habe.
Besonders auffällig war dabei das Verschwinden seines berühmten Schnurrbarts, der über Jahrzehnte zu seinem Markenzeichen gehört hatte. Doch überraschenderweise vermisst Lafer ihn nicht. „Es hat ja auch Vorteile“, erklärte er. Zusammen mit einer Mütze sorgt sein neues Erscheinungsbild dafür, dass er in der Öffentlichkeit inzwischen deutlich seltener erkannt wird. Diese neue Anonymität ermöglicht ihm Erlebnisse, die früher kaum denkbar gewesen wären. Lafer erzählte von einem Besuch auf einem Flohmarkt in Hamburg. Als begeisterter Trödelfan konnte er sich dort frei bewegen, ohne ständig im Mittelpunkt zu stehen. „Ohne Johann Lafer zu sein. Nur ein Mann sagte zu mir: ‚Lustig, Sie hören sich ja an wie der Lafer!'“, berichtete er.
Auch beim Handeln auf dem Markt habe er eine ungewohnte Freiheit verspürt. Früher hätte er sich nicht getraut zu feilschen, heute genieße er solche Situationen. „Der Lafer, ein Pfennigfuchser? Ich bin ja Menschen gewohnt, die glauben, ein genaues Bild von mir zu haben“, sagte der Koch. Die Behandlung seiner Erkrankung brachte jedoch nicht nur äußerliche Veränderungen mit sich. Besonders belastend war für Lafer der Verlust seines Geschmackssinns. „Anfangs verlor ich meine Kernkompetenz – den Geschmack“, schilderte er. Für einen Koch eine besonders große Herausforderung. Mittlerweile habe sich die Situation jedoch verbessert. Viele Nebenwirkungen seien schwächer geworden, auch sein Geschmack sei zurückgekehrt. Bei Verkostungen könne er inzwischen wieder beurteilen, ob etwa Parmaschinken „zu salzig“ sei.
Trotz aller Belastungen sieht Lafer seine Rolle als öffentliche Person weiterhin mit Verantwortung. Auf die Frage, ob man als bekannte Persönlichkeit immer im Fokus stehe, antwortete er: „Ich nutze die Bühne und gleichzeitig soll ich darüber schimpfen? Das wäre kontraproduktiv. Ich darf mich nicht beschweren.“







