TV-Mehrteiler „Der Palast“ kommt beim Publikum an – aber nicht bei Kritikern

SpotOn NewsSpotOn News | 04.01.2022, 11:09 Uhr
"Der Palast" feiert im ZDF starke Quoten. (hub/spot)
"Der Palast" feiert im ZDF starke Quoten. (hub/spot)

ZDF/Julia Terjung

Der Auftakt der Eventreihe "Der Palast" war am Montagabend bei den Zuschauern gefragt. Das ZDF darf sich über gute Quoten freuen.

Im Dreiteiler „Der Palast“ (3., 4. und 5.1., 20:15 Uhr, ZDF) wird vor der glamourösen Kulisse des Berliner Friedrichstadt-Palastes in den Jahren 1988/89 eine deutsch-deutsche Familiengeschichte erzählt. Und das interessiert die Zuschauer offenbar. Der Auftakt der Eventreihe glänzte am Montagabend mit starken Quoten. 6,34 Millionen schalteten ein, was einen Marktanteil von 20,1 Prozent bedeutete, beim jüngeren Publikum lag dieser bei 7,2 Prozent.

Unter anderem das Erste konnte das ZDF damit in der Primetime beim Gesamtpublikum abhängen. Die Komödie „Oskar, das Schlitzohr und Fanny Supergirl“ mit Dieter Hallervorden (86) lockte dort insgesamt 4,06 Millionen Menschen vor die Bildschirme (12,9 Prozent).

Das sagt die Kritik über den „Palast“

Kritiker der großen Medien zeigen sich eher entsetzt. Hier eine Auswahl.

„‚Der Palast‘ tut großspurig so, als erzählte er etwas über die Geschichte des Friedrichstadtpalasts im Berlin Ende der Achtzigerjahre. Dabei könnte der Ort genauso Das Adlon heißen oder Das Sacher, weil die Geschichte hier eh nur Kulisse ist, für die der Film sich gar nicht interessiert. Er will nur etwas vom gut klingenden Image abhaben.“ (Die Zeit)

„Ob Adlon, Charité, oder Ku’damm 56, 59 oder 63 – was nicht rechtzeitig abgerissen wird in Berlin, das dient irgendwann als symbolisches Prisma, in dem allzu viel Historisches und locker ausgewürfelte Geschichtchen sich spiegeln oder brechen sollen. Was halt nicht geht, wenn das Prisma allzu glatt geschliffen ist. Übrig bleibt schlimmstenfalls die Schmonzette. Oder, wie bei „Der Palast“, harmloses Varieté-TV.“ (Der Spiegel)

„Der Palast“: Anja Kling über ihre Verantwortung als „DDR-Zeitzeugin“

„Die Rollen des Familiengeschichtenzweigs von „Der Palast“ sind stereotyp, was den Unterhaltungswert für manchen sicher nicht mindert. Mitleiden und Mitfiebern sind hier in XXL gefragt. Einiges sieht aus, als habe man die Requisiten der Silvestershows wiederverwertet. Um die hanebüchene Zwillingsstory über die Sendezeit zu tragen, brauchte es allerdings mehr als Federboas und Pailetten.“ (Frankfurter Allgemeine)

Darum geht’s in „Der Palast“

Die DDR-Solotänzerin Chris Steffen (Svenja Jung, 28) steht plötzlich ihrer bis dahin unbekannten Zwillingsschwester Marlene Wenninger (Svenja Jung) aus West-Deutschland gegenüber. Beide versuchen, hinter das Familiengeheimnis zu kommen, was zu ihrer Trennung kurz vor dem Mauerbau 1961 führte.

(Spot On News/KT)