Das hier sind die wirklich kultigsten Werbeclips der 80er Jahre!

Flint WeicheltFlint Weichelt | 29.03.2022, 21:45 Uhr

Unvergessliche Melodien, traumhafte Traumstand Träume und eine Gemüseband, die den Marsch bläst – hier sind die kultigsten Werbeclips der 80er. Nur echt mit dem Frische Siegel…

Come on over, have some fun

Wie schön einfach die 90er doch waren. Sommer, Sonne, schöne Modelmenschen und ein Segelboot in karibischem Gewässer – was braucht es mehr zum Glück? Ach ja, Drogen. Und weil man für Kokain keine Werbung machen darf, wird hier eben weißer Rum besungen.

Kate Yanai (eigentlich Kate Markowitz) hat so erfolgreich Träume vom Sommer in die Köpfe der Rumliebhaber gezaubert, dass Summer Dreamin’ dann sogar als richtiger Song ohne Werbebotschaft aufgenommen wurde und Anfang der Neunziger auf Platz eins der deutschen Charts ging.

Like ice in the sunshine

Die familienfreundliche Version zum sexuell aufgeladenen Bacardi Boot bietet der Langnese Strand. Hier wird zwar auch gelutscht und selbst Nonnen zeigen bunte Badeanzüge unter dem Gewand, aber hauptsächlich treibt der Nachwuchs harmlose Späße mit den neuesten Eiskreationen.

Dazu findet man auch noch die Kopien von Tom Selleck (dabei wurde Magnum erst ein paar Jahre später eingeführt – nach Ende der Fernsehserie) und Madonna am Strand und es dudelt ein Song, den man ebenfalls immer noch mitsingen kann: Like ice in the sunshine… Ja, so schmeckt der Sommer.

Voll und ganz versichert

Egal ob der Bananen Ausrutscher, der Kirschbaum Streit mit dem Nachbarn, neben dem sogar Josef Fritzl wie ein sympathischer Menschenfreund wirkt, oder der Crash in den italienischen Tomatenstapel – allen drei Allianz Werbungen ist etwas gemein: eine Melodie wie eine Vollkasko Umarmung. Na und, dann glotzt man halt der rassigen Italienerin auf den pastagestärkten Wackelhintern, während man eigentlich ein Fahrzeug durch enge Gassen voller Menschen steuert. Und auch wenn man durch die geilheitsgesteuerte Unaufmerksamkeit den doof hysterischen Südländern am Ende ihre Tomaten zu Muß fährt. Egal. Am Ende geben die sogar noch ein Fest für den glorreichen Nordmann. Die Versicherung zahlt schließlich. Kein Wunder dass die Allianz die Werbungen vor ein paar Jahren auf ihrem Youtube Kanal neu veröffentlicht hat. In Zeiten von Klimakatastrophe, Pandemie und Krieg in Europa kann man das „voll und ganz versichert“ Feeling bessser denn je brauchen.

Ganz famos

Was hat Johann Strauss (Vater) – nicht zu verwechseln mit Johann Strauss (Sohn), welcher sinnvollerweise ebenfalls Baptist als Zweitnahmen führt – mit Mais zu tun? Na der Mais, der Mais, der Mais marschiert auf seinen Radetzky-Marsch. Den hatte Strauss 1848 zur Uraufführung gebracht, aber es sollte noch fast 140 Jahre dauern, bis er endlich seinen tatsächlichen Bestimmung gerecht werden konnte: Dosengemüse verkaufen. Und es klappt.

Wer den Werbeclip einmal gesehen hat, dessen Kopf singt automatisch, „…ist das famose, Zartgemüse aus der Dose“, sobald er irgendwo Bonduelle liest.

Locker, leichte Genusssache

Der Spot hier zeigt einen Zeitenwandel auf. Lange genug hatten alte, graue Männer das Sagen am Esstisch. Fette Braten und Klöße und als Nachspeise Schwarzwälder Kirschtorte – so sah das mindestens seit Siegfried und den Nibelungen aus. In den 80ern aber beginnt die Revolution.

Die Kriegsgeneration muss sich nicht mehr aus Angst vor dem Verhungern einen Vorratsspeicher um die Hüfte anlegen. Leicht soll es plötzlich sein. Leicht ist chic. Dann muss die Reinigungskraft auch nicht Staub zu Staub ins Untergeschoß kehren, weil sich der Kollege durch Völlerei selbst in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet.

Drei Wetter Taft

Keine Ahnung warum man in den 80ern, bei einem Flug von Hamburg nach Rom kurz in München zwischenlanden musste (vielleicht war im Privatjet gerade das Klo kaputt). Keine Ahnung, wie Taft gegen Regen schützt.

Keine Ahnung was passiert, wenn ein viertes Wetter, z.B. Schnee, eintritt und auch keine Ahnung ob die Hauptdarstellerin eine Businessfrau darstellen sollte oder ein Fotomodel auf Reisen. Aber in einem Jahrzehnt, das voller Hair Metal Bands steckte, musste man keine sinnvolle Werbung für Haarspray machen. Die ganze Luft war voll davon. Fragt das Ozonloch.

Gum, gum, gum

Spearmint klingt außergewöhnlich, wie die Piemont Kirsche, ist aber lediglich grüne Minze. Bisschen so wie bei Haferbrei und Porridge.

Und dieser Werbespot besteht im Grunde auch nur daraus, dass Bootsschuhe tragende Polohemden mit perlweißen Zähnen auf einem Steg übergroße Kaugummipackungen unter dem Arm tragen. Aber irgendwie hat’s gewirkt.

So wertvoll wie ein kleines Steak

Da kommt der kleine Klugscheißer in die Küche stolziert, als hätte er gerade die Bundesrepublik im Alleingang wieder aufgebaut und setzt Pullunder Papa, den alten Boomer, ganz nebenbei Schachmatt. Aber klar, er ist ja auch mit Fruchtzwergen gedopt. Da sind nämlich Proteine drin. Und wichtige, äh, Aufbaustoffe.

Und wenn das dem Nachwuchs immer noch nicht reicht, um sich das Healthfood freiwillig löffelweise in den Rachen zu schieben, dann einfach anders framen. So wertvoll wie ein kleines Steak sind die Dinger nämlich. Das überzeugt auch altkluge 80er Jahre Kids.

Sie baden gerade ihre Hände drin

Neben Kokain schien Protein sowieso das Ding der 80er zu sein. Nicht nur dass Vorzeigekinder dadurch noch schneller zu Vorzeigearbeitnehmern heranreiften, auch die Handflächen frohlockten bei jeder Berührung damit.

Deshalb hat die freundliche Tilly direkt schon mal ein Schälchen mit dem feinsten grünen Glibber auf den Café-Tisch gestellt, damit man sich die Flossen auch zwischendurch ein wenig einschmieren kann. Die Haut soll schließlich weich sein, wenn man mal richtig fremdgeht.

Man sagt, er habe 35%

Hier wurde keine Kokosnuss von einem Affen geklaut, sondern eine Flasche Kräuterbitter von einem Zeichentrick Adler. Der fliegt gefühlt erst mal kurz über Mittelerde, bevor er die Flasche dann doch nicht selbst köpft, sondern sie pflichtbewusst bei einer Gartenparty droppt.

Vielleicht war es doch kein Adler, sondern eine Brieftaube? Oder eine Schnappsdrossel? Egal, man sagt ja, Fernet-Branca habe magische Kräfte. Nach einer Flasche wohltuender Kräuter fängt der Adler wahrscheinlich sogar an zu sprechen.