Rosa von Praunheim bringt Rex Gildo zurück ins Fernsehen

Dokudrama: Rosa von Praunheim bringt Rex Gildo auf die Leinwand
Dokudrama: Rosa von Praunheim bringt Rex Gildo auf die Leinwand

Foto: IMAGO / Photopress Müller

17.08.2021 13:06 Uhr

Schlagerikone, Liebling aller Schwiegermütter und geheimes Doppelleben: Rex Gildo zählte über 20 Jahre lang zu Deutschlands größten Schlagerstars. Bis er sich 1999 das Leben nahm. Regisseur Rosa von Praunheim zeichnet das Leben des einstigen Frauenschwarms nun nach.

Volle schwarze Haarpracht, braungebrannter Teint und Zahnpasta-Lächeln: So ist Rex Gildo (†63) noch heute unzähligen Fans in Erinnerung. Mit Fiesta Mexicana“ schrieb der Straubinger 1972 einen absoluten Kulthit, der noch immer auf keiner Oldie-Party fehlen darf.

In vierzig Jahren verkaufte Gildo mehr als 25 Millionen Schallplatten, drehte 30 Spielfilme. Sein überraschender Tod im Oktober 1999 erschütterte das ganze Land. Der damals 63-Jährige stürzte aus dem zweiten Stock seiner Münchner Wohnung, starb nach drei Tagen im Koma. War es Suizid oder ein versehentlicher Sturz nach zu viel Alkohol? Bis heute unklar. Aber es war das traurige Ende einer tragischen Figur.

Drama über das Leben von Rex Gildo

Jetzt dreht Regisseur Rosa von Praunheim einen Film über das bewegte Leben des einstigen Stars. Am Set stellte sich das Team am Montag der Presse.

Das 90-minütige ARD-Dokudrama „Der letzte Tanz – Die Rex-Gildo-Story“ wird voraussichtlich im Herbst 2022 im Fernsehen laufen, auch ein Kinofilm ist geplant. Das teilte der RBB (Rundfunk Berlin Brandenburg) am vergangenen Montag mit.

In den Hauptrollen kommen unter anderem Kilian Berger und Kai Schumann zum Einsatz. Becker spielt den jüngeren, Schumann den älteren Rex Gildo. Ben Becker schlüpft in die Rolle des Managers Fred Miekley. Bekannte Zeitzeugen sind etwa Gitte Hænning, Bernhard Brink oder Cindy Berger. Aktuell ist der Film bereits zu zwei Dritteln fertiggestellt.

Rosa von Praunheim bringt Rex Gildo zurück ins Fernsehen
Kilian Berger (links) und Ben Becker (rechts)

Foto: IMAGO / Photopress Müller

Im Spiegel der Nachkriegsjahre

Thematisiert wird die Biografie des früheren Topstars der deutschen Unterhaltungsindustrie, beleuchtet werden besonders die westdeutschen Nachkriegsjahrzehnte. Denn Rex Gildo, der unter dem Namen Ludwig Franz Hirtreiter geboren wurde, führte ein Doppelleben in der Öffentlichkeit.

Privat war der Sänger seit 1974 offiziell mit einer Frau (Cousine Marion) verheiratet und versuchte so, sein Sonnyboy-Image aufrechtzuerhalten. Die Gerüchte um seine Homosexualität rissen aber nicht ab. Und tatsächlich: Privat liebte Gildo Männer, so soll er eine geheime Beziehung mit seinem langjährigen Manager Fred Miekley (†1988) geführt haben. Zu der Zeit rutschte der frühere Schlagerstar jedoch schon immer mehr ab, flüchtete sich in Alkohol und Tabletten.

Dokudrama: Rosa von Praunheim bringt Rex Gildo auf die Leinwand
Rex Gildo und Ehefrau Marion

Foto: IMAGO / teutopress

Rosa von Praunheim: Lebensgeschichten sind aufregend“

Von Praunheim ist ohnehin dafür bekannt, Homosexuelle und männliche Abgründe in seinen Werken zu thematisieren (u.a. Der Einstein des Sex“, „Darkroom – Tödliche Tropfen“). „Biopics mag ich sehr gern und Lebensgeschichten sind aufregend von allen Menschen“, sagte der 78-Jährige gegenüber Radio eins.

„Es hat mich natürlich seine versteckte Homosexualität interessiert. Das war in einer Zeit, in der Schwule kriminalisiert wurden.“ In den 50er und 60er Jahren habe Gildo schon erste Höhepunkte seiner Karriere gefeiert. „Er wurde als Frauenheld stilisiert, und dann war es natürlich sehr schwer für ihn, sein Image zu ändern.“ (TP)

Dokudrama: Rosa von Praunheim bringt Rex Gildo auf die Leinwand
Rosa von Praunheim

Foto: IMAGO / Becker&Bredel