Legendärer Musikfotograf Mick Rock ist tot

Sebastian GrünbergerSebastian Grünberger | 19.11.2021, 11:59 Uhr

IMAGO / MediaPunch / Jens Maler

Die Musikwelt trauert um einen ihrer großen Fotografen: Mick Rock — der die 70er-Jahre mit ikonischen Bildern einfing — ist tot.

Denkt man an die Popkultur der 1970er-Jahre, kommen einem viele großartige Bilder von Mick Rock († 72)  in den Sinn — ob bewusst oder unbewusst. Er begleitete David Bowie († 69) auf Tour, als dieser 1972 mit seinem Alter Ego „Ziggy Stardust“ die Musikwelt umkrempelte.

Er fotografierte Pink Floyd, Blondie, Queen, The Sex Pistols  — Bilder, die auch heute noch die Atmosphäre jenes dekadenten, erkundungsfreudigen Jahrzehnts spürbar werden lassen. Nun ist Mick Rock tot. Er starb am 17. November 2021, die Ursache ist bislang nicht bekannt.

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Offizielles Statement zum Tod

Seine Familie trauert in einem Posting um den Fotografen. „Schweren Herzens teilen wir mit, dass unser geliebter psychedelischer Renegade Mick Rock die jungianische Reise auf die andere Seite angetreten hat“, heißt es in dem offiziellen Statement.

Und weiter: „Diejenigen, die das Vergnügen hatten, in seinem Umfeld zu leben, wissen, dass Mick immer so viel mehr war als ‚The Man Who Shot the 70s‘. Er war ein fotografischer Poet – eine wahre Naturgewalt, der seine Tage damit verbrachte, genau das zu tun, was er liebte, immer auf seine eigene, herrlich unverschämte Art.“

Bewegtes Leben

Rock wurde 1948 in Hammersmith, London geboren. Mit der Fotografie begann er in Cambridge, wo er das College besuchte und sich die Kamera eines Freundes ausborgte. Damit erkundete er die lokale Musikszene und lernte Leute kennen — darunter das spätere Pink-Floyd-Mitglied Syd Barrett († 60).  Es sollte aber der Kontakt zu David Bowie sein, der für sein weiteres Leben prägend wurde. Nicht nur, dass er Bowie auf Tour fotografierte — er führte später Regie bei mehreren Bowie-Videos. Andere Künstler mit denen er arbeitete: T. Rex., Thin Lizzy, Talking Heads, Iggy Pop and The Stooges, Joan Jett, Blondie.  Seine Arbeit ist auch auf zahlreichen Plattencovers zu befinden — unter anderem auf Lou Reeds „Transformer“ oder „Queen II“ von Queen.

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Aktiv bis zuletzt

In den 1980er-Jahren kämpfte Rock mit Drogenproblemen — mit der Fotografie hörte er einige Jahre sogar auf. In den 1990er-Jahren feierte er sein Comeback und war bis zuletzt aktiv. Mit ihm geht ein großer Chronist der Rock- und Popmusik.