Oliver Pocher: Leidenschaftliche Ohrfeige für deutsche Rapper

Sophia VölkelSophia Völkel | 29.03.2022, 21:20 Uhr
Oliver Pocher über die Ohrfeige und die Deutschrap-Szene
Oliver Pocher über die Ohrfeige und die Deutschrap-Szene

Foto: imago / osnapix

Oliver Pocher hat Fat Comedy angezeigt - verurteilt nun aber nicht nur die Attacke scharf, sondern auch die gesamte Deutschrap-Szene.

Oliver Pocher bekam am Rande des Boxkampfes von Felix Sturm von dem TikToker Fat Comedy (eigentlich Omar) aus heiterem Himmel eine absolut heftige Ohrfeige verpasst, dass er vom Stuhl flog. Inzwischen ist die Anzeige gegen den dummen 22-jährigen Selbstjuititiar raus. Hinter der arglistigen Attacke steckt aber offenbar noch viel mehr.

Als Begründung für das widerliche Verhalten gab dieser „Fat Comedy“ (nach eigenen Angaben hat er 100g abgenommen) zum Besten, dass es Pocher doch verdient habe. Auf seinem inzwischen gesperrten Instagram-Kanal schrieb er dazu auch noch stolz: „Weil du (…) Menschen gerne erniedrigst, Menschen unterstützt, die behaupten, vergewaltigt worden zu sein, obwohl es nicht stimmt.“ Upps, was war da denn los?

Hier soll es konkret um den Fall einer Nika Irani gehen, die einen bekannten, deutschen Rapper der Vergewaltigung bezichtigt. Pocher thematisierte das Thema in der Vergangenheit, stellte sich auf die Seite des Opfers.




Was hat die Deutschrap-Szene damit zu tun?

In der Deutschrap-Szene trat das Model mit dem Vorwurf eine gewaltige Lawine los. Zahlreiche Rapper solidarisierten sich mit dem angeblichen Täter, warfen dem jungen Mädchen vor, sie lüge und würde alles nur für PR tun.

Diese Ohrfeige soll nun ein Grund dafür sein, dass Oliver Pocher gewalttätig angegriffen wurde!?

In einem Statement auf Instagram machte der Comedian jetzt klar, dass jetzt härteste Konsequenzen für Fat Comedy drohen – die auch als Abschreckung für künftige Versuche dieser Art herhalten sollen.

Doch Pocher äußert sich auch zu besagter Deutschrap-Szene. Diese Musik fand ja an dem Abend durch Live-Auftritte auch einen breiten Raum in der Westfalen-Halle in Dortmund. Gestalten wie Skandalrapperin Schwesta Ewa (bürgerlich Ewa Malanda, vormals Ewa Müller) sowie Ex-Kickboxer und Rapper Milonair (gebürtiger Name „Milan Nejad“) traten an.
Pocher dazu:

„Das ist Deutschrap at its Worst. Das ist einfach gar nichts“.

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Pochers deutliche Meinung zum Deutschrap

Als Vergleich führte der 44-Jährige seinen Besuch beim Superbowl vor vier Wochen an. „Da stehen Eminem und Dr. De und Legenden, die was zu sagen haben, eine Message haben. Die machen sicherlich auch nicht alles einwandfrei, aber da geht es um Songs und um Musik, um Texte, um Lyrics.“ Etwas, dass es im Deutschrap für den Comedian nicht gäbe.

Und Pocher geht sogar noch einen Schritt weiter und spricht damit direkt die Rapper in Deutschland an, die meist vergeblich versuchen, sich zusätzlich zur mehr oder minder schlechten Musik mit Werbeaufträgen oder fragwürdigen Promo-Aktionen über Wasser zu halten oder im Gespräch zu bleiben. „Am Ende verkauft Dr. Dre dann etwas zu basslastige Kopfhörer an Apple und wird Milliardär. Aber die Jungs da, das einzige was die mit Apple zu tun haben, ist vielleicht Apfelsaft und den verkaufen sie bei Penny. Das steht Deutschrap für mich.“

„Frauenverachtend, menschenverachtend und widerlich“

Pocher spricht außerdem ein Problem an, das bereits seit einiger Zeit für Diskussionen sorgt.  „Wir müssten mal über die Herkunft von Deutschrap sprechen“, so der zweifache Papa tapfer. Die Texte vieler Rapper seien „widerlich, menschenverachtend, frauenverachtend und nichts stehe dahinter.“ Klare Worte zu einer ganzen Szene, die in den letzten Jahren massiv gewachsen ist – und sich jetzt vermutlich angegriffen fühlen wird.

Der Erfolg vieler Deutschrapper, besonders auf Spotify sei ebenfalls fraglich. Der Musik-Streaminganbieter würde gekaufte Streams durchlaufen lassen, die angeblich mit „virtuellen Kreditkarten aus Holland“ bezahlt werden würden. Der augenscheinliche Erfolg von Rappern wie Samra, Capital Bra, Topic42 und vielen mehr, sei demnach zweifelhaft und laut dem Comedian „kreiert und gar nicht vorhanden“.

Mit dieser Meinung wird Oliver Pocher sicher noch einmal eine weitere Welle auslösen – bleibt nur abzuwarten, was diese dann anrichtet.