„Squid Game“: Schmuggler wurde angeblich zum Tode verurteilt

Fabia SoellnerFabia Soellner | 26.11.2021, 20:41 Uhr
Schockierend: Squid Game-Schmuggler wurde zum Tode verurteilt
Schockierend: Squid Game-Schmuggler wurde zum Tode verurteilt

Noh Juhan | Netflix

Von einem Erschießungskommando erschossen werden? Das gibt es nur in Nordkorea. Oder eben in der Netflix-Serie „Squid Game“, die ein Schmuggler versucht hatte, über die Grenze zu bringen.

Wieso sollte man denn bitte eine Serie über eine Landesgrenze schmuggeln? In Nordkorea ist so ein Unterfangen jedoch notwendig, wenn man westliche Medien konsumieren will. Die gesamte Bevölkerung lebt abgeschirmt von der restlichen Welt, die Landesgrenzen sind geschlossen.

Der Schmuggler habe die Hit-Serie „Squid Game“ auf einen USB-Stick gebrannt und versucht, den Stick von China aus nach Nordkorea zu bringen, heißt es in Medienberichten. Dort hatten ihm Schüler diesen Stick abgekauft – mit verheerenden Folgen, als sie erwischt worden.

Schockierend: Squid Game-Schmuggler wurde zum Tode verurteilt

Noh Juhan | Netflix

„Squid Game“-Drama: Diese Strafen erwarten die Schüler

Wären die Käufer doch etwas vorsichtiger gewesen! Laut „Radio Free Asia“ wurden sieben Schüler dabei erwischt, wie sie die verbotene Serie zusammen angeschaut hatten, nachdem sie den USB-Stick dem Schmuggler abgekauft hätten.

Der Schmuggler sei zum Tode durch ein Erschießungskommandos verurteilt worden, während den Schülern fast eine genauso hohe Strafe erteilt wurde. Der Schüler, der den USB-Stick gekauft hatte, erhält eine lebenslange Haftstrafe, während die anderen sechs Teenager zu fünf Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden sind. Doch auch Korruption macht vor Nordkorea nicht halt – es heißt weiter, dass einer der Schüler der hohen Zwangsarbeitsstrafe fliehen konnte, da die Regierung mit umgerechnet 3.000 US-Dollar bestochen worden sein soll. Ausgestellt durch seine Familie – besser ins „Squid Game“-Universum kann es gar nicht passen.

Doch dabei ist es nicht geblieben – selbst die Lehrer und die Direktoren der Schule sollen gefeuert und in ein Minenwerk versetzt worden sein, wo sie nun harter körperlicher Arbeit nachkommen müssen.

Die nordkoreanische Polizei greift durch

Dieses extrem hohe Strafmaß ist in Nordkorea nicht unüblich – laut Informanten versucht Nordkorea aktuell, das neue Gesetz zur „Beseitigung von reaktionärem Gedankengut und Kultur“ durchzusetzen, dass Minderjährige vor dem Regime feindlichen Ideen schützen soll. Dazu zählt dann eben auch „Squid Game“, die Serie, in der die Geschichte eines Mädchens erzählt wird, das aus Nordkorea fliehen konnte.

Dieses Gesetz, das 2020 eingeführt wurde, zieht die Todesstrafe für das Ansehen, Besitzen oder den Verkauf von Medien aus kapitalistischen Ländern mit sich – mit einem besonderen Fokus auf Südkorea und den USA.

„Die Einwohner sind in Panik, da sie gnadenlos überwacht werden, bis die Regierung herausfinden kann, wie die Serie trotz der geschlossenen Grenzen ins Land geschmuggelt werden konnte“, verrät ein anonymer Informant der „Radio Free Asia“. Die Strafen werden sich wohl nicht nur gegen den Schmuggler und die Schüler richten, sondern gegen jeden, der an dieser Unterfangenskette beteiligt war.

„Squid Game“ wurde vom Thron gestoßen

Auch wenn „Squid Game“ auf Social Media immer noch stark trendet, wurde die Serie bei Netflix mittlerweile abgelöst – und zwar von „Hellbound“, einer neuen koreanischen Serie. Das Überlebensdrama ist bereits fast 24 Stunden nach der Premiere auf den ersten Platz gerutscht, und scheint Potenzial für einen neuen Trend auf TikTok zu liefern.

Trotz der neuen Konkurrenz wird es um „Squid Game“ jedoch nicht ruhig werden – die zweite Staffel des Mega-Hits wurde diesen Monat bestätigt, sodass wir uns schon bald wieder auf neue Folgen der tödlichen Spiele freuen dürfen.