50. BühnenjubiläumInterview: Bernhard Brink steht 50 Jahre auf der Bühne

Bernhard Brink ist seit den 1970er Jahren erfolgreich im Geschäft. (amw/spot)
Bernhard Brink ist seit den 1970er Jahren erfolgreich im Geschäft. (amw/spot)

Robert Recker

SpotOn NewsSpotOn News | 15.04.2022, 11:31 Uhr

Bernhard Brink gehört seit Jahren zu den bekanntesten Schlagerstars Deutschlands. 2022 feiert der Musiker sein 50. Bühnenjubiläum. Im Interview blickt der Sänger auf seine "wilden" Zeiten in den 1970er Jahren zurück.

Am 15. April 1972 stand Schlagerstar Bernhard Brink (69) zum ersten Mal in der ZDF-Hitparade auf der Bühne – und legte den Grundstein für eine erfolgreiche Karriere. Der 69-Jährige feiert dieses Jahr sein 50. Bühnenjubiläum.

Aus diesem Anlass veröffentlichte Brink bereits im März seine Autobiografie „Alles außer Tanzen“ (Bild und Heimat Verlag). Darin blickt der Fernseh- und Radiomoderator auf sein turbulentes Leben zurück. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news spricht Brink über die wilden 70er Jahre sowie Rückschläge und Veränderungen innerhalb der Musikbranche. Zudem verrät der Sänger, der im April den 35. Hochzeitstag mit seiner Frau Ute feiert, das Geheimnis ihrer Liebe.

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Dieses Jahr feiern Sie ihr 50. Bühnenjubiläum. Wie blicken Sie auf Ihre Karriere zurück?

Bernhard Brink: Im April 1972 hatte ich meinen allerersten Auftritt in der legendären ZDF-Hitparade von Dieter Thomas Heck, einfach unglaublich. Dass ich nach 50 Jahren immer noch auf der Bühne stehen darf, ist ein großes Glück und keine Selbstverständlichkeit für mich. Das war nicht vorherzusehen. Mein großer Traum als Jugendlicher war es, ein Gesangs-Star zu werden. Das wollte ich einfach machen und habe es auch geschafft. Was man aber sagen kann: Es braucht Talent, Fleiß, ein bisschen Glück und Durchhaltevermögen. Ich habe immer versucht, mit offenen Augen durch die Musikszene zu gehen. Neue Ideen und Impulse von außen zuzulassen, mir dabei aber treu zu bleiben. Das Wichtigste ist aber, dass man für seinen Beruf brennt – und das tue ich auch heute noch.

Aus diesem Anlass haben Sie eine Biografie auf den Markt gebracht. Sie trägt den Titel „Alles außer Tanzen“. Heißt das, Sie schwingen nicht gerne die Hüften?

Brink: Ich kann nicht tanzen und habe es nie gerne gemacht. Als ich gefragt wurde, ob ich bei „Let’s Dance“ mitmachen möchte, habe ich im ersten Moment gedacht: „Die müssen sich irren“. Aber ich bin sportbegeistert und nehme Herausforderungen an. Nach hartem Training und dank meiner geduldigen Tanzpartnerin Sarah Latton habe ich als geborener Nichttänzer doch tatsächlich mehrere Runden überstanden. Bis heute ist das „Brinking“, also wenn eine tänzerische Darbietung nicht besonders gelungen ist, ein geflügeltes Wort. Ich nehme das mit Humor.

Was ist die schlimmste und was die schönste Erinnerung in Ihrem bisherigen Leben?

Brink: Das ist schwierig, pauschal zu beantworten. Sicher sind mein allererster Sieg in der ZDF-Hitparade und die erste Goldene Schallplatte beruflich gesehen tolle Erinnerungen. Die Corona-Krise war für mich – wie für alle Künstler – wirklich die größte Zäsur in meinem Leben, denn ich konnte nicht arbeiten. Und ich bin jetzt wirklich glücklich, aktuell wieder auf Tour gehen zu können.

Sie schildern in Ihrem Buch auch viele Begegnungen mit weiblichen Fans. Inwiefern war „Sex, Drugs und Rock’n’Roll“ Ihr Motto in den 70ern?

Brink: Die 70er Jahre waren eine wilde, unbeschwerte und unbekümmerte Zeit. Damals gab es kein Aids, kein Corona, nichts. Es war viel lockerer. Zu dieser Zeit war das ganze Leben eine einzige Party und wir waren viel unterwegs. Allerdings haben bei mir Drogen nie eine Rolle gespielt.

Macht das Ihrer Frau nichts aus, dass Sie so offen über Ihre vergangenen Liebschaften sprechen?

Brink: Ute kannte das von Anfang an und weiß, dass meine Branche verrückt sein kann. Die weiblichen Fans haben sie nie beunruhigt. Aber natürlich habe ich Ute gefragt, bevor wir das Buch geschrieben haben. Das war für sie okay.

Jeder erlebt Höhen und Tiefen in seinem Leben. Wie gehen Sie mit Rückschlägen um?

Brink: Es geht nicht immer nur nach oben, es geht auch mal was schief. Aber du musst deines Glückes Schmied sein und dich kümmern. Aus jeder Niederlage kann ein Sieg entstehen. Und du brauchst ein Umfeld, das dich in solchen Momenten auffängt – und das habe ich zum Glück.

Wie hat sich die Musikwelt im Laufe der Jahre verändert?

Brink: Als ich begann, waren Schallplatten, Radio und Fernsehen über viele Jahre die Medien, um Musik zu präsentieren und zu hören. Du warst damals mit einem TV-Auftritt mit einem Schlag einem Millionenpublikum bekannt. Nach einem Auftritt in der Hitparade habe ich früher 30.000 Briefe bekommen. Das hat sich total geändert. Musik wird zum größten Teil heute digital konsumiert, auch im Schlager nimmt das zu. Und die sozialen Netzwerke spielen eine wichtige Rolle. Aber ich glaube, was immer bleiben wird, ist die Faszination eines Live-Konzertes. Das ist durch nichts zu ersetzen.

Am 16. April feiern Sie mit ihrer Frau Ute Ihren 35. Hochzeitstag. Was ist das Geheimnis Ihrer Liebe?

Brink: Du musst aufeinander Rücksicht nehmen, dir mit Respekt begegnen und dem anderen seinen Freiraum lassen. Wir haben ähnliche Interessen und sind einfach wie der sprichwörtliche Topf und sein passender Deckel.

Was können Sie anderen Paaren empfehlen, wie hält man seine Beziehung frisch?

Brink: Durch meine viele Reisen waren wir häufig „gesund“ getrennt. Ich glaube, das tut einer Beziehung auf Dauer ganz gut.