„Bares für Rares“-Spezial: Die unvergessenen Lieblingsstücke der Sendung

Redaktion KuTRedaktion KuT | 29.09.2021, 12:30 Uhr
„Bares für Rares“ Spezial: Die Lieblingsstücke der Sendung
„Bares für Rares“ Spezial: Die Lieblingsstücke der Sendung

ZDF/ Sascha Baumann

Bei „Bares für Rares“ gingen schon unzählige mehr oder wenige wertvolle Dinge über den Händlertisch. Doch was sind die Lieblingsstücke der ZDF-Show? Zum Glück gibt es eine eigene Sendung, die diese Fragen immer wieder aufs Neue beantwortet.

So manches Mal wünscht man sich als Zuschauer der Sendung „Bares für Rares“, dass die ein- oder andere Rarität eine größere Aufmerksamkeit bekommen würde. Darauf reagierte der Sender ZDF und konzipierte die Sendung „Bares für Rares – Lieblingsstücke“.

Hier haben Zuschauer die Gelegenheit, sich noch einmal intensiver mit den Kuriositäten auseinanderzusetzen und einen tieferen Einblick in deren Geschichten zu bekommen.

„Bares für Rares – Lieblingsstücke“: Das Konzept der Show

In den jeweiligen Folgen stellen die Experten der Sendung „Bares für Rares“ ihre Lieblingsstücke vor. Heide Rezepa-Zabel, Albert Maier, Sven Deutschmanek und andere Kunstkenner wählen aus, was noch einmal gezeigt und näher beleuchtet werden soll.

Auch Moderator Horst Lichter ist natürlich dabei. Gemeinsam präsentieren und kommentieren sie die Exponate und Fundstücke aus vergangenen Sendungen, die besonders für Aufruhr gesorgt haben.

„Bares für Rares“ Spezial: Die Lieblingsstücke der Sendung

ZDF/ Frank W. Hempel

Ausgestrahlt wird das Spezial „Bares für Rares – Lieblingsstücke“ seit Juli 2016 zu unterschiedlichen Sendeterminen. Aufgrund des großen Erfolges wird die Reihe bis heute fortgesetzt.

Inzwischen werden es immer mehr Experten und auch Händler, die ihre Lieblings-Fundstücke nochmals kommentieren. Als neue Experten sind unter anderem Wendela Horz und Colmar Schulte-Goltz dabei. Auch Händler wie Walter Lehnertz und Julian Schmitz-Avila stellen inzwischen ihre Lieblings-Käufe der vergangenen Shows vor.

Mit sichtlicher Freude setzen sich die Händler und Experten der Sendung noch einmal mit kostbaren Stücken aus den vergangenen Sendungen auseinander. Das sind die beliebtesten Objekte, die auch dank „Bares für Rares – Lieblingsstücke“ unvergessen bleiben.

„Bares für Rares“ Spezial: Die Lieblingsstücke der Sendung

ZDF/ Sascha Baumann

Die Sensation: Ein Pektorale mit einem Holzsplitter aus dem Kreuz Jesu

Dies war wohl die größte Sensation der TV-Show. In der Ausstrahlung vom 22. Mai 2019 brachte ein Kandidat ein besonderes Exponat mit. Es handelte sich um ein goldenes Pektorale, das auf die Zeit um 1.700 n. Chr. beziffert wurde. Es war mit 40 Karat Diamanten besetzt und sogar durch ein päpstliches Siegel als Kreuzreliquie beglaubigt. Den Zuschlag bekam Händlerin Susanne Steiger. Sie zahlte für diese wertvolle und beeindruckende Rarität 42.000 Euro. Der Schätzwert lag bei bis zu 80.000 Euro.

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ZDF/ Alexandra Evang

Wolfgang Pauritsch: Ein Cabriolet für 35.000 Euro

Vor allem für Autoliebhaber war die Sendung „Bares für Rares – Lieblingsstücke“, in der noch einmal das Borgward Isabella Cabriolet von 1961 gezeigt wurde, ein echtes Geschenk. Gekauft wurde es von Wolfgang Pauritsch für einen Preis von 35.000 Euro.

Er veräußerte es mit einem „kleinen Gewinn“ an einen Autohändler aus Bremen weiter. Insgesamt 5 Jahre lang war dies das teuerste Objekt, das in der Sendung den Besitzer wechselte.

Das war das teuerste Gemälde in der Sendung

Im März 2021 erwarb Händler Fabian Kahl das teuerste Gemälde, das bis dato in der Sendung verkauft wurde. Es handelte sich um eine Lithographie von Otto Mueller aus der Künstlergruppe „Brücke“, die in einer kleinen Auflage von nur 15 bis 20 Stück hergestellt wurde. Sie zeigt Badende auf der Insel Fehmarn. Der Schätzwert lag bei 20.000 bis 35.000 Euro. Kahl kaufte es für 30.500 Euro.

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ZDF/ Frank Dicks

Perry Rhodan-Hefte erzielten Rekord-Niedrigpreis

Da hatte sich der Besitzer wohl etwas mehr erhofft, als er stolz seine Perry Rhodan-Sammlung präsentierte. Ganze 1.100 Hefte umfasste diese Sammlung, für die er offenbar keine Verwendung mehr hatte. Der einzige Bieter Julian Schmitz-Avila kaufte die wertlosen Objekte für 10 Euro. Das war gleichzeitig das niedrigste Gebot in der Sendung, das überhaupt je zum Verkauf führte.

Ein babylonisches Rollsiegel war das älteste Exponat der Sendung

In der sechsten Staffel kam ein Kandidat mit einem babylonischen Rollsiegel in die Sendung. Dieses war 4.000 Jahre alt und damit das bislang älteste Exponat in der Show. Geschätzt wurde die kulturhistorische Kuriosität auf 1.500 Euro. Händlerin Susanne Steiger bot 1.200 Euro und bekam den Zuschlag.

Eine Schnupftabakdose überstieg die Erwartungen der Verkäuferin

In einer Abendsendung im Juli 2018 kam eine Verkäuferin mit einer kleinen Schnupftabakdose in die Sendung. Die Altenpflegerin hatte sehr bescheidene Preisvorstellungen von 150 Euro. Der Experte Detlev Kümmel allerdings konnte schnell sehen, dass mehr hinter diesem Exponat steckt.

Es handelte sich um eine Dose aus Meißner Porzellan, die auf ein stattliches Alter von 300 Jahren geschätzt wurde. Den Wert bezifferte er auf 4.500 bis 5.000 Euro. Am Ende kaufte Julian Schmitz-Avila das gute Stück für faire 4.500 Euro. Dieses Objekt übertraf die ursprüngliche Preisvorstellung der Verkäuferin damit um das 300-fache.

„Bares für Rares“ Spezial: Die Lieblingsstücke der Sendung

ZDF/ Frank W. Hempel

Das war heikel: Handelte es sich bei der Bronzefigur um Beutekunst?

Einen Platz in der Sendung „Bares für Rares“-Lieblingsstücke ergatterte die Bronzefigur „Le travail“ von Charles Auguste Lebourg, die zum Ende des 19. Jahrhunderts entstanden ist.

Da die Figur die Aufschrift „Acquis par La Ville de Paris“ (deutsch „Angekauft von der Stadt Paris“) trug, kam der Verdacht auf, dass es sich um Beutekunst handeln könnte. Der Verkauf von Beutekunst ist verboten. Es handelt sich dabei um Kulturgüter, die während eines Krieges widerrechtlich erworben wurden.

Dieser Verdacht wurde allerdings schnell aus dem Weg geräumt. Albert Maier führte als Experte für antike Kunststücke im Vorfeld eine aufwändige Recherche durch, die Klarheit schaffte. Wolfgang Pauritsch kaufte die Figur dann für einen Preis von 1.100 Euro.

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ZDF/ Frank W. Hempel

Ein Tennisschläger von Boris Becker: Das war ein Skandal

Bei diesem Exponat handelt es sich eher um ein Negativ-Highlight von „Bares für Rares“, obwohl alles so märchenhaft begonnen hat. Denn im Jahr 2017 trat Boris Becker in der Sendung auf, um den Tennisschläger zu verkaufen, den er bei seinem letzten Wimbledon-Match in der Hand gehabt hatte. Der Erlös sollte an eine wohltätige Organisation gehen. Der Schläger wechselte in der Trödelshow für 10.000 Euro den Besitzer.

Eigentlich ein Garant für einen Platz bei den Lieblingsstücken. Doch Händler Julian Schmitz-Avila bekam im Nachgang nicht denselben, sondern einen anderen, baugleichen Schläger geliefert. Zudem spendete Becker das Geld auch nicht wie versprochen an die Hilfsorganisation.

Beckers Anwalt sprach in beiden Fällen von einem „Versehen“. Schmitz-Avila wurde am Ende der richtige Schläger ausgehändigt. Die Hilfsorganisation „Ein Herz für Kinder“ ging jedoch augenscheinlich leer aus. Ob Boris Becker das Geld für andere, wohltätige Zwecke gespendet hat, ist nicht bekannt. Ein Lieblingsstück mit Hindernissen also…

„Bares für Rares“ Spezial: Die Lieblingsstücke der Sendung

ZDF/ Frank W. Hempel

„Bares für Rares“: Darum ist die Trödel-Show so erfolgreich

Betrachtet man die Einschaltquoten und die wachsende Zahl an Staffeln und Episoden, stellt sich die Frage: Was steckt hinter dem Erfolg der Sendung, die mittlerweile sogar in verschiedenen Adaptionen wie den „Bares für Rares“-Lieblingsstücken erscheint?

Der RTL Medienpsychologe Jo Groebel erklärte in einem Interview mit dem Fokus: „Jeder Normalbürger träumt davon, im Keller oder auf dem Speicher einen unentdeckten Schatz zu finden, der ihn reich machen könnte oder zumindest mit einem angenehmen Geldbetrag versehen könnte.“ Davon kann sich wohl tatsächlich niemand freisprechen. (Redaktion KuT)