Bares für Rares

Foto: ZDF/ Frank W. Hempel

Die Sendung „Bares für Rares“ gehört zu den Erfolgsshows im ZDF. Im Kern geht es um die Frage: Ist das Kunst oder kann das weg? Wer etwas augenscheinlich Besonderes auf dem Dachboden findet, kann es mit in die Show bringen und dort den Händlern und Experten vorstellen. Neben alten Uhren, Porzellan, antikem Spielzeug, Technik oder Schmuck kommen nicht selten auch Kuriositäten auf den Tisch. Wir haben an dieser Stelle alle spannenden Fakten rund um die Sendung zusammengefasst.

Infos zur Show

Erste Staffel
2013 mit 6 Folgen
Häufigkeit
Ausstrahlung aktueller Folgen von Montag bis Freitag
Sender
ZDF (Wiederholungen auf ZDFneo)
Anzahl der Folgen
variabel
Host
Horst Lichter
Vorbild
Die BBC mit ihrem Format „Antiques Roadshow“
Bekannte Stars
Dr. Heide Rezepa-Zabel, Walter Lehnertz, Ludwig Hofmaier, Wolfgang Pauritsch, Albert Maier, Sven Deutschmanek, Detlev Kümmel, Colmar Schulte-Goltz, Wendela Horz, Julian Schmitz-Avila, Susanne Steiger, Fabian Kahl

„Bares für Rares“: Das Konzept der Trödelshow

Das Konzept der Sendung ist so einfach wie erfolgreich. Privatpersonen, die in ihrem Besitz etwas augenscheinlich Wertvolles finden, bringen es mit in die Sendung. Dort begegnen sie zunächst dem Moderator Horst Lichter und einem Experten, der eine erste Bewertung abgibt.

Vor der Kamera verlieren sich die Besitzer der potentiellen Schätze oftmals in nostalgischen Erinnerungen, die mit dem jeweiligen Gegenstand verbunden sind. Lichter erfragt im Anschluss, welche preislichen Erwartungen die Verkäufer haben. Passen diese ungefähr zur Einschätzung des Experten, wird die legendäre Händlerkarte gezückt. Sie ist die Eintrittskarte in den Händlerraum, wo das Objekt zum Verkauf angeboten werden darf. Liegt die Schmerzgrenze der Besitzer über dem geschätzten Betrag, bleibt die Händlerkarte in Horsts Hosentasche und der Kandidat muss gemeinsam mit seinem Objekt wieder nach Hause fahren.

Im Händlerraum erwartet die Verkäufer ein Podium, auf dem wechselnde Händler sitzen und bei Interesse ihre Gebote für die Gegenstände abgeben. Bei besonders wertvollen oder begehrten Objekten geht es dann wie in einer Versteigerung zu und die Händler überbieten sich gegenseitig – zur Freude des Kandidaten. Am Ende ist es dem Kandidaten freigestellt, ob er das Höchstgebot akzeptiert oder nicht. In der Regel werden sechs Objekte pro Sendung gezeigt.

Moderator Horst Lichter ist der größte Schatz der Show

Er war schon Bergmann, Gastronom und TV-Koch, aber seine wahre Berufung hat Horst Lichter 2013 mit „Bares für Rares“ gefunden. Unfassbar sympathisch und bodenständig lässt moderiert sich die Zwirbelbart-Ikone durch die Show und bringt Eis zum Schmelzen und Menschen zum Erzählen. Kein Wunder, dass die rheinische Frohnatur mit Tendenz zum Dauer-Duzen zu den absoluten Lieblingen der deutschen TV-Landschaft gehört. Seine Moderations-Qualitäten hat er sich garantiert als Gastronom erworben.

Bereits 1990 eröffnete Horst Lichter in NRW nämlich seine eigene Gaststätte, welche 1995 zur “Oldiethek” umgewandelt wurde. Diese wurde vor allem durch Lichters Sammelleidenschaft bekannt. 2010 musste das Restaurant allerdings schließen, da der 59-Jährige, aufgrund seiner vielen anderen Tätigkeiten, selbst nur noch selten in der „Oldidethek“ kochen konnte.

Nach der Kochshow kommt die Trödelshow

Überregional bekannt wurde der „Bares für Rares“-Moderator nämlich zunächst durch seine Auftritte in Johannes B. Kerners Kochshow. Dort war der TV-Koch sogar so beliebt, dass er 2006 gemeinsam mit Johann Lafer seine eigene Kochshow namens „Lafer! Lichter! Lecker!“ bekam, welche bis 2017 im ZDF lief.

Nach verschiedenen Auftritten in Kochshows und anderen, wechselte Horst dann 2013 vom Herd ans Expertenpult bei „Bares für Rares“ und begeistert dort bis heute. Inzwischen ist der Mann mit dem Bart neben der legendären Händlerkarte regelrechtes Aushängeschild der Trödel-Show.

Das weiß nicht jeder

So viel verdient Horst Lichter mit seinen Shows

Über das genaue Gehalt des Moderators bei „Bares für Rares“ wird immer wieder spekuliert. Seine Gage bei Kochshows soll bei etwa 10.000 Euro pro Auftritt liegen. Sein geschätztes Vermögen umfasst 4,5 Millionen Euro. Wieviel durch die Trödelshow regelmäßig dazu kommt, ist allerdings unklar.

Nachgefragt
Der höchste Deal, der bisher über den Tisch ging, waren 42.000 Euro für ein goldenes Pektorale. Bei dem einmaligen Stück handelte es sich um ein Kreuz eines Geistlichen, das um das Jahr 1700 gefertigt wurde. Es war mit 40 Karat Diamanten besetzt und enthielt angeblich einen Holzsplitter vom Kreuze Jesu. Die Echtheit dieses Splitters wurde sogar vom Papst zertifiziert.
Das Podium besteht traditionell aus vier Händlern und einer Händlerin, die Podiumsbesetzung kann von Sendung zu Sendung wechseln.
Weil „Bares für Rares“ so erfolgreich ist, gibt es einige Variationen der Show. Dazu gehören das „Promi Spezial“, „Händlerduell“, „Lieblingsstücke“ und „Händlerstücke“.
„Bares für Rares“ gilt als die „erfolgreichste ZDF-Daytime-Show“, die ab 15:05 Uhr teils drei Millionen Zuschauer vor den Fernseher zieht und regelmäßig 25 Prozent Marktanteil erreicht.

Das sind die beliebtesten Experten der Show

Die Experten bei „Bares für Rares“ sind einer der wichtigsten Bestandteile – und die heimlichen Superstars der Show, denn sie bestimmen den Wert der Mitbringsel von den Kandidaten. So können diese schauen wie viel sie von den Händlern erwarten können und ob der zu erwartende Preis sich mit ihren Vorstellungen trifft.

Albert Maier

Experte Albert Maier beschäftigt sich bereits seit vielen Jahrzehnten mit den Hinterlassenschaften unserer Vorfahren. Deshalb erkennt der Autodidakt auf Anhieb, ob ein Stück eine Fälschung, eine Imitation oder ein hochwertiges Original ist.

Dr. Heide Rezepa-Zabel

Dr. Heide Rezepa-Zabel hat Kunstgeschichte, Zeitgeschichte und Design des 20. Jahrhunderts studiert und ist Diamantgutachterin. Außerdem arbeitet sie neben ihrer Expertenrolle bei „Bares für Rares“ als Geschäftsführerin einer Handelsplattform, Expertin eines Online-Auktionshauses und wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Berliner Museum.

Wendela Horz

Sie ist eine echte Expertin was Schmuck und Uhren angeht. Wendela Horz hat bereits seit über 28 Jahren Berufserfahrung als Juwelierin. Außerdem ist Horz gelernte Goldschmiedin, geprüfte Gemmologin und Diamantgraduiererin.

Sven Deutschmanek

Sven Deutschmanek ist eigentlich gelernter KFZ-Mechaniker, doch innerhalb von 18 Jahren brachte sich der Schielen-Schwadenberger sein Fachwissen selber bei. Inzwischen ist er deshalb vor allem als Berater in den Spezialgebieten Designklassiker der 70er, Blechspielzeug und Silber und Porzellan tätig.

Detlev Kümmel

Detlev Kümmel hat gleich zwei große Leidenschaften, denn zum einen unterrichtete er bereits seit 1978 verschiedene Kampfsportarten, führte zwei Fitnessstudios und bestritt sogar internationale Wettkämpfe. Zum anderen eröffnete der gelernte Werkzeugmacher 1997 eine Galerie für Kunst und Antiquitäten in Lüdenscheid.

Colmar Schulte-Goltz

Colmar Schulte-Goltz ist der Experte für Malerei und internationales Kunsthandwerk. Denn der studierte Kunsthistoriker arbeitet seit mehr als 25 Jahren in Galerien und im internationalen Kunsthandel.

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„Bares für Rares“: Das sind die beliebtesten Die Händler

Genauso wichtig wie die Experten sind auch die Händler bei „Bares für Rares“: Diese kaufen den Kandiat:innen im Bestfall nämlich deren Mitbringsel zu Bestpreisen ab – und liefern ganz nebenbei auch noch den einen oder anderen guten Spruch. Auch unter den Händlern gibt es absolute Lieblinge und kleine Superstars.

Ludwig Hofmaier

Von Anfang an dabei war Ludwig Hofmaier, der aufgrund seiner ehemaligen Turner-Karriere auch „Handstand-Lucky“ genannt wird und als Markenzeichen immer bunte Hosenträger anzieht. Ende Juni 2020 wurde allerdings die letzte Sendung mit ihm ausgestrahlt. Laut Angaben des ZDF erfolgte der Ausstieg im „beiderseitigen Einvernehmen“. Heute genießt Lucky seinen wohlverdienten Ruhestand.

Walter „Waldi“ Lehnertz

Ebenso beliebt und von Anfang an dabei ist Walter Lehnertz, auch „80-Euro-Waldi“ genannt, da er seine Gebote traditionell gerne mit 80 Euro startet. Vor einiger Zeit wurde bekannt, dass Lehnertz pleite war und mit seinem Unternehmen 2016 in die Insolvenz gehen musste. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin mietete er aber neue Verkaufsräume mit insgesamt 1.000 m² Fläche in und gründete Wald’s Eifel Antik UG. Dort handelt er heute mit Antiquitäten und Trödel.

Wolfgang Pauritsch

Viele Fans haben ihn in der Vergangenheit immer häufiger vermisst: Wolfang Pauritsch, der die Sendung ebenfalls von Anfang an begleitet hat. Pauritsch führt neben „Bares für Rares“ seit über 25 Jahren ein Geschäft in Oberstaufen. Gegenüber der „Bild“-Zeitung erklärte er, dass es für ihn Vorrang habe, sich um seine Stammkunden zu kümmern. Er hat aber versprochen, in Zukunft immer mal wieder dabei zu sein.

Fabian Kahl

Fabian Kahl gehört zweifellos zu den Paradiesvögeln der Sendung. Auch wenn es immer mal wieder Gerüchte um seinen Ausstieg gab, ist Kahl weiterhin fester Bestandteil von „Bares für Rares“. Der gebürtige Thüringer lebte einige Zeit in Köln, bewohnt heute aber ein sprichwörtlich königliches Zuhause. Vor einigen Jahren erwarb seine Familie das Schloss Brandenstein in Thüringen. Dort finden heute regelmäßig Aktionen für Besucher wie Ankaufstage für Antiquitäten oder kostenlose Schätzungen statt.

Susanne Steiger

Susanne Steiger ist eine echte Schmuckexpertin und absolute Pferdenärrin. Die gebürtige Aachenerin besitzt zwei eigene Schmuckläden Seit 2007 führt sie ein Geschäft zum An- und Verkauf von Schmuck in Kerpen. 2012 kommt noch ein weiterer Laden in Bornheim hinzu. Seit 2014 ist sie im Stammteam von Bares für Rares – und gehört auch zu den absoluten Lieblingen.

Neben den oben genannten Superstars gehören noch Dr. Elisabeth „Lisa“ Nüdling, Julian Schmitz-Avila, Daniel Meyer, Elke Velten, Markus Wildhagen, Christian Vechtel, Jan Cizek, Esther Ollick, Thorsden Schlößner, David Suppes, Steffen Mandel und Roman Runkel ins Händlerteam.

Galerie

Ist „Bares für Rares“ wirklich echt?

Immer auf der Suche nach Skandalen meldeten Teile der deutschen Presse 2018 Zweifel an der Echtheit der Sendung und der gezeigten Verkäuferschlangen bei „Bares für Rares“ an. Das ZDF äußerte sich dazu und garantierte sowohl die Echtheit der Verkäuferschlangen als auch die Natürlichkeit der Kandidaten. Niemand würde ein Drehbuch erhalten und es gäbe auch keine Scripts. Allerdings räumte der Sender ein, nur ausgewählte Fälle zu zeigen und hin und wieder auch Statisten einzusetzen, die zum Beispiel im Hintergrund an den Expertentischen zu sehen seien.

Horst Lichter äußerte sich im Juli 2018 auch persönlich zu den Täuschungsvorwürfen: „Im Prinzip konnte man damit schon rechnen. Wenn irgendetwas einen großen Erfolg hat, wird sich nicht gefreut, sondern vermutet, dass da was nicht stimmen kann. […] Ein wenig Neid und Missgunst spielt da auch eine Rolle. Jeder hätte das gern selbst entdeckt, erfunden und gemacht.“

In welcher Position findest du Horst Lichter besser?

TV-Koch
„Bares für Rares“-Moderator

Das waren die Kuriositäten der Sendung

Aufsehen erregten die Ehrlich-Brothers, die den Händlern eine zum Herz gebogene Bahnschiene anboten. Die ersten Experten-Einschätzungen taxierten den Wert auf 26 Euro. Am Ende ging das Stück für 8.000 Euro an Händler Fabian.

Zu den kuriosesten und außergewöhnlichsten Objekten gehörte auch ein Reisepass mit einem Autogramm von Jimi Hendrix.

Ein wahrer Gruselfund war der sogenannte „Schröpf-Schnepper“. Das Messingteil diente im 19. Jahrhundert dazu, Blut zu schröpfen. Waldi kaufte es für 190 Euro.

Was Sie noch nicht über „Bares für Rares“ wussten

Weil viele Zuschauer sich gefragt haben, was mit den gekauften Gegenständen nach der Sendung passiert, hat das ZDF ein neues Format herausgebracht. In „Bares für Rares – Händlerstücke“ begleitet ein Kamerateam die Händler nach der Sendung dabei, wie sie die Stücke aufarbeiten und zum Weiterverkauf anbieten.

Das höchste Gebot kam in der Sendung von Susanne Staiger. Sie bot 90.000 Euro für ein Mercedes Cabrio.

Die Ableger des Erfolgsformates

Bei „Bares für Rares“ wurde schon so manches Geheimnis gelüftet und unzählige Antiquitäten, Flohmarktfunde und Raritäten wechselten im Händlerraum den Besitzer. Da in der Hauptshow die Sendezeit aber begrenzt ist, viele Objekte oder Verkäufe aber unendliche Fragen aufwerfen, gibt es im ZDF inzwischen diverse Ableger von „Bares für Rares“. Da wäre etwa die große Abendsendung auf Schloss Johannisberg im Rheingau, in der auch regelmäßig Promis ihre potentiellen Schätze anbieten. Besonders beliebt sind auch die so genannten „Lieblingsstücke“, in denen Experten und Händler ihre absoluten Highlights noch einmal detaillierter vorstellen.

Doch immer wieder kommt die Frage auf, was eigentlich nach dem Verkauf mit den Objekten passiert. Was haben die Händler damit gemacht? Darauf liefert „Bares für Rares – Händlerstücke“ die Antwort. Hier wird der Fokus auf den weiteren Werdegang der Objekte gelegt.