„Die Höhle der Löwen“ (6): Stehdreirad für Erwachsene, Hundemarmelade und Beweis-Software gegen Hater

Tari TamaraTari Tamara | 09.05.2022, 17:01 Uhr
Die Höhle der Löwen
Die Höhle der Löwen

Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Folge 6 von "Die Höhle der Löwen": Auch diesmal lernen die Investoren und die Zuschauer spannende Gründer und ihre Innovationen kennen. Wer kann einen Deal mit nach Hause nehmen?

In der neuen Folge „Die Höhle der Löwen“ lernen Judith Williams und ihre Investoren-Kollegen unter anderem eine Hundemarmelade für ein perfektes Hundefrühstück kennen. Wie wird die bei ihnen ankommen? Eine neue Folge der Erfinder-Show heute um 20:15 Uhr auf VOX!

deep.one

Das Zusammenspiel der Sinne hat Diplom-Industrie-Designer Frederik Podzuweit (40) schon immer begeistert. Inspiriert durch ein Studienprojekt designte er ein Audiogerät, mit dem gehörlose Menschen in der Lage sind, Musik wahrzunehmen.

Seine ersten Entwürfe stellte er ins Internet und bekam Zuschriften und Kaufabsichten aus der ganzen Welt. Ingenieur Stefan Sube erkannte das Potenzial der Idee. Gemeinsam mit Frederik baute er einen inzwischen serienfähigen Prototyp und erklärt: „deep.one macht Bass fühlbar.“ Dafür wird der Tieftonanteil eines Audiosignals auf Vibration-Pads im Nacken und auf der Brust überspielt. Per Bluetooth ist deep.one dann mit einem Ausgabegerät gekoppelt.

Judith Williams
Judith Williams ist begeistert

Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Begeistert von dem Projekt seines ehemaligen Studenten, war auch Frederiks Uni-Professor Stefan Mittnik (66, Finanzökometriker und Diplom-Ingenieur) an Bord. Und auch weitere Zielgruppen haben die Gründer im Auge, wie Stefan erklärt: „Gerade für Gamer ist der deep.one ein tolles Device, denn sie können so noch tiefer in ihre Spielwelt eintauchen. Das Gleiche gilt fürs Filme schauen.“ Um den Entertainment-Markt zu erobern, benötigen die drei Gründer ein Investment von 200.000 Euro und bieten dafür zehn Prozent Firmenanteile. Taucht einer der Löwen in diesen Deep-Tech-Deal ein?

Stevi & Schnücks

Stevi Page (47) und ihre Dalmatiner-Hündin Schnücks wollen mit ihrer Hundemarmelade Menschen und Hunde noch viel näher zusammenbringen. Als vor zwei Jahren ihr Hund Quintus verstarb, verließ Marketing-Expertin und Grafikerin Stevi die Lebensfreude: „Für mich war schnell klar, ich brauche einen Neustart.“ Und das nicht ohne Vierbeiner an ihrer Seite: Im Alter von acht Wochen zog Welpe Schnücks ein. Ihre Produkte sind deswegen die logische Konsequenz aus der Beziehung zwischen Frauchen und Stücks, wie Stevi erklärt: „Ich habe das Frühstück für den Hund erfunden. Mit Kaffee, Brot und Marmelade.“

Beim gemeinsamen Erdbeermarmelade-Einkochen vor zwei Jahren fiel Stevi auf, dass sie diesen süßen Brotaufstrich mit Zucker nicht mit ihrem Hund teilen kann und will. Stevi entwickelte Rezeptur, Design und Marke für ihre Produkte, dabei war ihr eines besonders wichtig: „Dass es gesund und ökologisch ist.“ Stevi & Schnücks HUNDEMARMELADE gibt es in vier Sorten (Einhorn, Bratwurst, Weißwurst & Liebe) und kommt ohne Zucker, Salz oder Konservierungsstoffe aus. Neben der Marmelade bietet Stevi eine glutenfreie Hundebrotbackmischung im Glas und den Instant-Hundekaffee „Wau Cino“, „Latte Wuffiato“ oder „Chai Bello“ aus Fleischknochenmehl und gemahlenem Kürbis an: Fertig ist das gemeinsame Frühstück für Mensch und Hund. Für ihre Produktion benötigt Stevi neben einem Investment von 60.000 Euro einen Löwen mit Verhandlungsgeschick und Netzwerk. Dafür bietet sie 20 Prozent ihrer noch zu gründenden Firma. Ob einem der Löwen dieser Pitch schmeckt?

NetzBeweis

Die Rechtsanwälte Katharina Bisset (37) und Michael Lanzinger (39) sowie die Techniker Philipp Omenitsch (30) und Thomas Schreiber (31) haben ein ernstes Thema: „Wir wollen Hass im Netz gerichtlich keine Chance geben“, erklärt Michael. So ziemlich jeder ist heutzutage auf den Social-Media-Kanälen unterwegs, aber der Jurist warnt: „Hasskommentare sind die dunkle Seite des Internets. Wir stehen vor dem Problem, dass Leute in einem vermeintlich anonymen Raum Dinge schreiben und posten, die sie in der Realität niemals schreiben oder sagen würden.“

Regelmäßig kommen Betroffene zu den Anwälten, aber: „In der Praxis haben wir ein Beweisproblem“, so Katharina. „Sie kommen mit Screenshots, auf denen z.B. nicht die ganze Konversation zu sehen ist. Oder auch nicht, wann und wo diese rechtswidrigen Postings getätigt wurden. Aber das sind oft genau die wichtigen Informationen, die wir vor Gericht brauchen, um Beweise durchzusetzen.“

Und genau hier setzt NetzBeweis an, denn die Software sichert Beweise von Hass im Netz, die somit leichter vor der Polizei oder dem Gericht durchgesetzt werden können.

Alles, was der Betroffene dafür tun muss, ist den Link des zu meldenden Posts zu kopieren und auf der Website einzufügen. NetzBeweis generiert einen Screenshot, der in einem Bericht mit weiteren rechtlichen relevanten Informationen festgehalten wird und per Mail an den User geht. Für ihr Unternehmen benötigen die Gründer:innen ein Investment von 90.000 Euro für 15 Prozent Firmenanteile. Wird einer der Löwen gemeinsam mit den Gründer:innnen dem Hass im Netz die rote Karte zeigen?

NetzBeweis
NetzBeweis ist eine Software gegen Hater-Kommentare

Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

uready

Der gelernte Industriemechaniker Oguzhan Albayrak (44) ist leidenschaftlicher Sportler und entwickelt und tüftelt gerne. „Vor der Geburt meines Sohnes 2020 habe ich etwas zugelegt“, gesteht Oguzhan den Löwen. Um wieder fitter zu werden, begann er zu laufen. Als Erfinder wollte er das monotone Joggen etwas leichter und zugleich spannender, abwechslungsreicher und schneller machen. Das Trainings-Trike für Profis und Anfänger:innen kombiniert eine Laufhilfe mit dem Spaß der E-Mobilität. Das Dreirad bietet mit einer Abstützfläche für die Unterarme die Möglichkeit, das eigene Gewicht bis um 50 Prozent zu reduzieren. Die Gelenke werden weniger belastet, das Laufen und vor allem das Beschleunigen fällt leichter, sodass eine längere Laufzeit im aeroben Bereich erzielt werden kann.

Um sein Start-up erfolgreich ins Ziel zu bringen, benötigt der Gründer ein Investment von 200.000 Euro und bietet dafür 20 Prozent Firmenanteile. Wird einer der Löwen gemeinsam mit Oguzhan das Laufen auf ein neues Level bringen?

Hans Ranke

Für den Namen seines Start-ups hat sich der ehemalige BWL-Masterstudent Torsten Schuh (30) von dem Märchen „Hans und die Bohnenranke“ inspirieren lassen.

„Ich bin Flexitarier, d.h. ich verzichte nach Möglichkeit auf Fleisch. Um meinen Eiweißbedarf decken zu können, greife ich gerne auf rote Linsen und Kichererbsen zurück. Denn beide haben märchenhafte Eigenschaften: Sie bieten einen hohen Anteil an pflanzlichen Proteinen und versorgen den Körper zudem mit Eisen und Magnesium.“

Hans Ranke
Torsten Schuh von Hans Ranke

Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Aber wer hat schon Zeit, jeden Tag aufwändige Gerichte mit Superfood zu kochen? Um seine Proteinquellen ohne großen Zeit- und Arbeitsaufwand und zudem schmackhaft zuzubereiten, entwickelte Torsten mit Hans Ranke ein Superfood-Fertiggericht. Die Basis bietet Couscous, der aus roten Linsen und Kichererbsen hergestellt wird. Hinzu kommen ins Glas große getrocknete Gemüsestücke aus biologischem Anbau und ausgewählte Gewürze. In die Sendung geht er mit den drei Sorten Steinpilz-Chili, Mediterran und Curry-Mango. Die Mahlzeit kann direkt im Glas zubereitet werden, wie Torsten zeigt. Um sich mit seinem Produkt auf den Markt der Handelsriesen zu wagen, benötigt Torsten Kapital in Höhe von 75.000 Euro. Dafür bietet er 20 Prozent Unternehmensanteile. Sorgen die Löwen für ein märchenhaftes Happy End?