Kinoverbot für Marvel-Film „Eternals“ in fünf Ländern

Laura KrimmerLaura Krimmer | 05.11.2021, 23:59 Uhr
Kinoverbot für Marvel-Film „Eternals“ in fünf Ländern
Kinoverbot für Marvel-Film „Eternals“ in fünf Ländern

IMAGO / Pacific Press Agency

Nur eine Woche vor dem geplanten "Eternals"-Start wurde der Blockbuster in fünf Ländern aus zwei Gründen aus dem Programm genommen.

Weltweit haben die Marvel-Fans auf den Mega-Blockbuster „Eternals“ mit Angelina Jolie, Kid Harington, Richard Madden und Selma Hayek gewartet. Und jetzt das.

Die Fans in fünf Ländern haben sich zu früh gefreut: In ihrer Heimat wurde der Film aus absurden Gründen verboten.

Verboten am persischen Golf

Konkret geht es um die folgenden fünf Staaten: Saudi-Arabien, Katar, Kuwait, Bahrain und der Oman. Dort sollte „Eternals“ eigentlich am 11. November starten.

Für das Film-Verbot nannten die Staaten jeweils zwei Gründe.

Homosexueller Kuss

In den islamisch geprägten Nationen sorgte der erste Kuss zwischen zwei Männern in einem Marvel-Blockbuster für das Verbot von der Zensurstelle. In „Eternals“ sieht man, wie sich Superheld Phastos, gespielt von Brian Tyree Henry, und sein Mann küssen. 

Hauptdarstellerin Angelina Jolie äußerte sich zu dem Verbot gegenüber der australischen Nachrichtenseite News.com.au“: 

„Es stimmt mich sehr traurig. Ich bin stolz auf Marvel, dass sie sich geweigert haben, diese Szenen herauszuschneiden. Ich verstehe immer noch nicht, wie wir heute in einer Welt leben können, in der es immer noch Menschen gibt, die die Familie von Phastos und die Schönheit dieser Beziehung und dieser Liebe nicht sehen wollen. Jemand, den diese Liebe empört, sich davon bedroht fühlt, sie nicht gutheißt oder sie nicht zu schätzen weiß, ist ignorant.“

Blasphemie

Der zweite Grund für das Verbot war wenig überraschend Blasphemie (Gotteslästerung). Der neue Blockbuster gleicht inhaltlich einer Art Schöpfungsgeschichte. „Eternals“ zeigt, wie eine Gruppe von mächtigen Wesen namens Celestials das Leben und die Menschen geschaffen haben. 

Klar, dass da sie streng religiösen Sittenhütter Alarm schlagen. Die heiligen Bücher des Judentums, des Christentums und des Islams beginnen buchstäblich mit der Prämisse, dass Gott und niemand anderes die Welt in sieben Tag erschaffen hat.

Vernichtende Kritikern

Aber wir wollen nicht nur mit dem Finger auf die anderen zeigen. Nicht nur in der arabischen Welt stört sich so mancher Marvel-Fan an dem Kuss. Oder sogar an dem diversen Cast.

Noch vor dem Kinostart wurde der Streifen auf der Plattform mit schlechten Reviews bombardiert. Dabei ging es weniger um den Film an sich, sondern viel mehr darüber, dass er zu „woke“, zu politisch korrekt sei. 

Kumail Nanjiani, der das Teammitglied Kingo in „Eternals“ spielt, stichelte auf Twitter zurück: „Sieht aus, als würden wir die richtigen Leute ärgern. Eternals kommt erst am 5. November ins Kino.“ 

Quelle: giphy.com