Jan Leyk: Macht er nach „Kampf der Realitystars“ Schluss mit Trash-TV?

Leni HübnerLeni Hübner | 06.05.2022, 20:00 Uhr
Jan Leyk auf der Bühne mit offenen Armen
Jan Leyk hat schon viel Trash-TV gemacht, aber es bekommt ihm nicht gut.

Foto: IMAGO/ Tinkeres

Harte Schale, weicher Kern: Jan Leyk teilt gern aus und liebt Wahrheiten, doch vielleicht ist „Kampf der Realitystars“ sein letztes Trash-Format.

Bei „Kampf der Realitystars“ ist Jan Leyk eine zuverlässige Größe. Mit seinem Konfrontationskurs wirft er andere aus der Spur, während er selbstsicher sein Ding durchzieht und für Stimmung sorgt – im Guten wie im Bösen. Doch hinter der Show-Fassade leidet der Realitystar unter den Methoden seiner Mitspieler.

Fremde Welten für Jan Leyk

„Ich habe mich ja nicht ohne Grund jahrelang davon ferngehalten“, erzählt Jan Leyk in seiner Instagram-Story, „weil das einfach nicht meine Welt ist.“ Die Aussage überrascht, weil er bei KDRS wie jemand auftritt, der die Regeln des Reality-TV perfekt beherrscht. Er provoziert und manipuliert, aber wenn er sich die Sendung anschaut, sieht er selbst einen Jan, der naiv in Situationen hineinstolpert.

Tessa Bergmeier ist raus bei KDRS und schießt weiter gegen Jan Leyk

Er habe niemanden in die klassische Trash-Schublade stecken wollen: „Ich wollte ganz bewusst nicht mit Vorurteilen reingehen, weil ich selber weiß, wie das ist, damit zu leben.“ Deshalb habe er „ausnahmslos“ jedem eine faire Chance eingeräumt. Vielleicht stimmt das sogar, nur leider haben viele diese Chance nicht als solche erkannt.




Alles nur Fake bei KDRS

„Da ist so viel unauthentischer und gefaketer Scheiß am Start“, meint Jan Leyk im Rückblick, deshalb sei sein Gerechtigkeitssinn aus dem Tritt geraten. Natürlich kann man als TV-Zuschauer nicht beurteilen, wie sich jemand fühlt, der gerade heftig austeilt, aber diese moderne Masche, unter dem Deckmantel der Ehrlichkeit übelste Beschimpfungen loszulassen oder gar Mobbing zu betreiben, greift um sich.

Jan Leyk trifft beim „Kampf der Realitystars“ auf Menschen, die das Abfeuern und Gegenhalten genauso beherrschen wie er selbst. Aber er hatte das Gefühl, dass er die Waage habe halten können, zwischen „Pass mal auf, ich habe dir da was zu sagen“ und „jeder ist, wie er ist und ich versuche das irgendwie zu akzeptieren.“

Angriffe unter der Gürtellinie

Während wir uns die Sendung mit dieser Brille noch einmal ansehen müssen, zeigt sich Jan Leyk jetzt enttäuscht darüber, dass zwei Kandidatinnen noch immer gegen ihn wettern. Vor allen Dingen werde dabei unter der Gürtellinie geschossen und es werden Sachen hinzuerfunden: „Es ist ein komischer Kosmos, in dem ich mich gerade bewege.“ Natürlich nennt er keine Namen, aber Vermutungen liegen nahe, wen er meint…

Das Schmerzensgeld sei üppig, gewesen, betont Jan Leyk: Aber scheinbar war es trotzdem nicht ausreichend. Die „Kehrseite der Medaille“ habe er unterschätzt, doch vermutlich hat er sich einfach selbst überschätzt. Für einen Realitystar macht er sich nämlich viel zu viele Gedanken über die anderen, die gecastet wurden, um ihm das Leben schwer zu machen. Kein Zuschauer möchte ja eine Schmusesendung senden, wenn er „Kampf der Realitystars“ anschaltet, oder?

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Depressionen sind kein Spaß

Doch Jan Leyk versucht nun, sich zu hinterfragen und darüber nachzudenken, warum manche Menschen ihn so missverstehen und verletzt sind, obwohl er etwas ganz anderes sagen wollte. Ja, der ehemalige „Berlin Tag & Nacht“-Darsteller zieht sich sogar Kommentare in den sozialen Medien rein, um sich selbst zu analysieren und eventuell zu optimieren.

Für jemanden, der mit Depressionen zu kämpfen hatte, vielleicht nicht der gesündeste Weg, Selbstkritik zu lernen, denn Hater sind keine fairen Beobachter. Jan Leyk beschwert sich übrigens auch, dass seine tränenreichen Berichte über seine dunkelste Zeit in seinem Leben aus der Sendung geschnitten wurden. Er hätte sich gern verletzlich gezeigt und über die mentale Krankheit aufgeklärt, die noch immer zu wenig ernst genommen wird.

Ehrlich währt am längsten

Im Gegensatz zu vielen anderen Realitysternchen steht Jan Leyk zu allem, was er in der Sala gemacht oder gesagt hat. Und zumindest das macht ihn sympathisch, wenn auch seine unterschwellige Aggression weiterhin gegen sein gewünschtes Top-Typ-Image spricht. „Am Ende des Tages wird es immer jemanden geben, der dich hart kacke findet“, weiß Jan und findet das auch in Ordnung, nur leider würde er genau diese Menschen immer wichtiger nehmen als alle anderen, die ihn feiern.

Man muss Jan Leyk nicht mögen und er ist sicher auch kein Vorbild in Sachen „gleiches Recht für alle“ oder faire Kommunikation, aber er bemüht sich. „Wir alle, egal ob wir vor der Kamera stehen oder dahinter, sehnen uns nach Lob, Anerkennung und nach Liebe. Ich ganz besonders, weil ich ein relativ einsamer Typ bin – so mit meiner Denkweise und meiner Geschichte, die ich zu erzählen habe“, gibt er offen zu.

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Sissi Hofbauer ist eine der wenigen KDRS-Teilnehmerinnen, die Jan Leyk auch zur Seite steht, wenn es ihm nicht gut geht.

Foto: RTLZWEI

Nie wieder Trash-TV?

Doch auch wenn er sich freimachen will, von den Meinungen anderer, in den Trash-TV-Formaten gelingt das nicht immer. Die Produktionen lassen keine Rückzugsräume zu und wenn man den ganzen Tag unter Beobachtung steht, kann man sich nicht immer von der besten Seite zeigen. Jan Leyk hat sich durch „Kampf der Realitystars“ ein wenig verloren.

„Habt euch selber lieb“, fordert er seine Fans auf. Er können das gerade nicht, gibt er zu. Das ist der ganze Reality-Ruhm gewiss nicht wert. Jan Leyk ist sicher, dass er seine Selbstliebe wiederfindet, spätestens, wenn „Kampf der Realitystars“ vorbei ist. Die nächste Folge soll allerdings noch heftiger werden, als alles, was bisher gezeigt wurde. Es könnte sein, dass es das letzte Mal ist, dass wir Jan Leyk im Trash-TV sehen.

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KDRS 2022: Darum geht es in der Show

Am Traumstrand in Thailand kämpfen Deutschlands Promis bei „Kampf der Realitystars“ auch in der dritten Staffel in herausfordernden Action- und Geschicklichkeitsspielen um 50.000 Euro Siegprämie und den sagenumwobenen Titel „Realitystar 2022“.

Doch auch abseits der Spiele müssen sich die Promis in der Sala behaupten: Immer wieder müssen Teilnehmer oder Teilnehmerinnen die Gruppe verlassen und sich Moderatorin Cathy Hummels in der „Stunde der Wahrheit“ stellen, während Neuankömmlinge dazustoßen. Das RTLZWEI-Format wird von Banijay Productions Germany realisiert.




„Kampf der Realitystars“ 2022: Sendetermine, Sendezeiten, Wiederholungen

„Kampf der Realitystars“, ab dem 13. April 2022 immer mittwochs um 20:15 Uhr bei RTLZWEI.
Wer die Folgen nicht im TV schauen möchte, kann sie auch im Stream auf RTL+, ehemals TVNow, verfolgen. Und wer es nicht abwarten kann, bis die neue Folge linear auf RTL2 gezeigt wird, kann sie bereits immer am Samstag zuvor streamen.

Auf RTL+ stehen die Sendungen im Anschluss an die TV-Ausstrahlung auch noch als Wiederholung zur Verfügung.