Oliver Pocher: Shitstorm nach ultrapeinlichem Labervideo

Tony PolandTony Poland | 29.09.2021, 13:09 Uhr
Oliver Pocher: Shitstorm nach ultrapeinlichem Labervideo
Oliver Pocher: Shitstorm nach ultrapeinlichem Labervideo

IMAGO / Future Image

Oliver Pocher nimmt bekanntlich kein Blatt vor den Mund und eckt nur zu gerne mal an. Mit seinem Auftritt am 24. September in Hartenholm, der in einem Polizei-Einsatz endete, hat es der Fernsehstar aber übertrieben. Sagt zumindest das Netz.

Dabei fing alles ganz harmlos an. Am vergangenen Freitag hatte Oliver Pocher (43) einen Gastauftritt beim „Strandkorb Open Air“ von Kumpel Pietro Lombardi (29) in einem kleinen Örtchen namens Hartenholm (Schleswig-Holstein).

So weit, so gut. Eigentlich. Hätte der Influencer nicht die Nähe zum Publikum gesucht, indem er die Bühne verließ und eine Absperrungen überquerte.

Wie es sich für seine große Klappe gehört, natürlich nicht ohne ironischen Unterton auf die bestehenden Corona-Vorschriften. Dabei stand der Entertainer bislang nicht unbedingt auf der Seite der Querdenker, erkrankte zudem vor einiger Zeit selbst an Corona. In einer ersten Reaktion am Wochenende rechtfertigte Pocher sich: „Wenn ich für 0,3 Sekunden bei den Leuten da unten bin, dann wird schon nichts passieren“.

Oliver Pocher schiesst sich Eigentor

Die Aktion jedenfalls war ein klarer Verstoß gegen das Hygiene-Konzept des Veranstalters. Der machte von seinem Hausrecht Gebrauch und verwies den Promi vom Gelände. Selbstverständlich hatte Pocher aber was dagegen, schließlich musste die Polizei anrücken.

Und dann wurde es hitzig. Die Ordnungskräfte legten Hand an und führten den Entertainer höflich, aber bestimmt vom Veranstaltungsort ab. Man mag letztlich selbst entscheiden, ob die behördliche Aktion übertrieben war oder nicht. Pocher veröffentlichte nun die komplette Version des Zwischenfalls, die sich allerdings für ihn zum gigantischen Eigentor entwickelte. Die Kommentare sprechen Bände. Um es mit dem legendären Dschungelcamp-Spruch von Marc Terenzi zu sagen: „The Regels sind The Regels“.

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Der Comedian gibt sich uneinsichtig

Foto: IMAGO / Future Image

Oli Pocher fühlt sich im Recht

Fakt ist: Auf Instagram echauffierte sich Oli minutenlang und wortreich über das, natürlich seiner Meinung nach, völlig überzogene Verhalten. Den körperlichen Einsatz gegen seine Person nennt er „asozial“, denn er habe schließlich nichts gemacht.

„Ihr steht auf der falschen Seite, passiert euch leider öfter“, sagt Pocher unter anderem in dem langen Clip. Zwar habe er den Ordnungshütern, die er übrigens frei von jedwedem Respekt durchgängig duzte, am Ende die Möglichkeit zur „Entschuldigung“ gegeben, sei jedoch abgelehnt worden. Schließlich ist sich der Entertainer keiner Schuld bewusst. (Das eigentliche Video beginnt ab Minute 11, die pastorale Rechtfertigungs-Einleitung kann man sich sparen.)

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„Dorftrottel“, „Bratpfanne des Monats“, „Heulsuse“

Das sehen die meisten seiner zwei Millionen Fans auf Instagram offenbar anders – wenn man die Kommentare verfolgt. Überraschend deutlich ist seine Community der Meinung, dass das Verhalten des Familienvaters total falsch, überzogen und einfach nur peinlich war.

Angefangen von „Team Polizei, die Jungs haben sich korrekt verhalten. Du warst diesmal der DORFTROTTEL“ über „Ein Benehmen wir ein trotziges Kind und keinerlei Einsicht“ bis hin zu „Du machst dich gerade selbst zur Bratpfanne des Monats“ und „Heulsuse“ – die Kommentare gehen allesamt in eine Richtung.

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Oli Pocher muss aktuell harte Kritik einstecken

Foto: IMAGO / Future Image

Hat es der Comedian diesmal also übertrieben? Scheint so. Und es wäre nicht das erste Mal. Auch die fehlende Selbstreflexion ist vielen ein Dorn im Auge. „Einfach mal die Eier haben und sagen. dass man scheiße gebaut hat“, „Mega peinlich mit dem Finger auf andere zu zeigen um von sich selbst abzulenken“, „Das Level eines Dreijährigen“ heißt es da. Die Kommentare fliegen ihm nur so um die Ohren.

Seine Rolle als Vorbildfunktion hat der TV-Star an diesem Abend wohl auch vergessen. Samt seinen guten Manieren. Auch Überheblichkeit und Arroganz wird ihm vorgeworfen. Insgesamt sieht der ganze Vorfall tatsächlich nach mehr Show aus – witterte Pocher doch womöglich das ganz große, reichweitenstarke Drama. Doch den Gefallen taten ihm weder der Veranstalter noch die Beamten.

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Kritik aus den eigenen Reihen

Sogar Kollegen fanden das Statement von Oliver Pocher alles andere als witzig. Schauspieler und Moderator Thorle Schölermann (37) nagelte seinen Kollegen ebenfalls an die Wand. „Manchmal muss man auch einfach mal einsehen, dass etwas nicht ok war und fertig!!“ Für seinen Kommentar kassierte der „The Voice of Germany“-Moderator übrigens fast 6.000 Likes.

Doch wie reagiert der Angeklagte überhaupt auf den ganzen Trubel? Offensichtlich ganz entspannt. Denn Pocher ließ sich die Weltpremiere vom neuen und letzten Bond-Streifen „Keine Zeit zu sterben“ live vor Ort am Dienstagabend in London nicht entgehen. Zu den Kommentaren kein Wort.

Ist auch besser so. (TP)

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