Oscars: So viel sind die begehrten goldenen Statuen tatsächlich wert

Sebastian GrünbergerSebastian Grünberger | 27.03.2022, 21:05 Uhr

Dorith Mous / ©A.M.P.A.S.

Einen Oscar zu gewinnen, ist für Filmschaffende der größte denkbare Ritterschlag. Aber wie wertvoll sind die Statuen eigentlich tatsächlich — und ist wirklich alles Gold, was glänzt.

Am heutigen Abend Ortszeit findet in Los Angeles zum 94. Mal die Verleihung der Academy Awards statt — jener goldenen Trophäen, die für die Filmbranche die Welt bedeuten.

Grund genug, einmal einen genauen Blick auf die rund 4kg schwere Statue an sich zu werfen, die in einer New Yorker Manufaktur hergestellt wird.

Oscars

Nein, es ist tatsächlich nicht alles pures Gold, was am Oscar glänzt. Nicht falsch verstehen: die Oscars funkeln nicht nur golden, sondern bestehen auch aus 24-karätigem Gold. Allerdings nur aus einer ganz dünnen Legierung – der Rest ist ein Bronzegemisch. Zwischenzeitlich änderte sich die Zusammensetzung: man nutzte das leichtere Britannia-( zinnhaltigere) Metall.

2016 entschied man sich aber wieder zur klassischen Zusammensetzung zurückzukehren. Und so setzt sich die Figur nun überwiegend wieder aus Kupfer, Nickel, Silber und Gold zusammen. Die Herstellung der Statue beginnt mit der Herstellung einer Keramikform, die mit heißer Bronze, einer Kupfer-Nickel-Legierung, gefüllt wird.

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Nachdem die geschmolzene Bronze in eine Keramikform gegossen wurde, werden die legendären Statuen von Hand geschliffen und poliert, wie auf folgendem Bild zu sehen ist.

Dorith Mous / ©A.M.P.A.S.

Die Geschichte des Oscars

Schauen wir uns nun einmal die Anfänge der legendären Statue an, die niemand ablehnen würde – außer Schauspielikone Marlon Brando (1924-2004), der ihn 1973 aus Protest gegen die Behandlung von Native Americans nicht annehmen wollte.

1927 erblickte die Statue das Licht der Welt. Die Academy of Motion Picture of Arts and Sciences war damals gerade neu gegründet und wollte Filmschaffende ehren.

Dorith Mous / ©A.M.P.A.S.

Der damalige Artdirector von MGM, Cedric Gibbons (1893-1960) , designte den ersten Oscar, der damals noch einer Plakette glich.

Was die Statue darstellen sollte: einen Ritter, der zum Schwert greift und vor, in der finalen Version auf einer Filmrolle steht. Im Jahr darauf wurde er dann dreidimensional — dafür sorgte der Skulptor George Stanley, der mehrere Versionen anfertigte.




Der Oscar hieß zunächst aber gar nicht so — sondern wurde als „The Academy Award of Merit Statuette“ bezeichnet. Weil aber ein Mitglied der Academy, Margaret Herrick, anmerkte, die glatzköpfige Figur wurde sie an ihren Onkel Oscar erinnern, nahm dieser Spitzname überhand – zunächst als nicht offizieller Spitzname, später sogar von der Academy autorisiert. 

Oscar: So schwer ist er tatsächlich

Der Oscar ist 34 Zentimeter groß, aber immerhin präzise 3,85 Kilogramm schwer. Der Materialwert der Statue ist nicht so wirklich hoch — so um die 275 Euro soll er wert sein.

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Würden Brad Pitt & Co. ihn auf Ebay stellen, würde er aber deutlich mehr einbringen. Doch das ist untersagt. Die Preisträger müssen seit 1950 unterschreiben, dass weder sie noch ihre Erben die Trophäe zu verkaufen, bevor sie ihn nicht der Academy für einen symbolischen Dollar anbieten. Davor wurden mehrere Statuen für horrende Preise versteigert. Das ist übrigens somit der offizielle Wert eines Oscars: ein Dollar!