StarsSo blickt Jan Ullrich auf seine vergangenen Suchtprobleme zurück

Jan Ullrich - November 2008 BangShowbiz
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Jan Ullrich - November 2008

Bang ShowbizBang Showbiz | 18.03.2026, 14:00 Uhr

So blickt Jan Ullrich auf seine vergangenen Suchtprobleme zurück.

Jan Ullrich blickt heute mit offenen Worten auf seinen öffentlichen Absturz zurück.
Jahre nach dem Ende seiner Karriere spricht der frühere Tour-de-France-Sieger heute so offen wie nie über Alkohol, Drogen und die Folgen seines Handelns. Seine Worte sind dabei schonungslos ehrlich und zeigen, wie sehr ihn diese Zeit geprägt hat. Den ehrlichen Auftritt durften Zuschauer der ‚lit.Cologne‘ im Theater am Tanzbrunnen am Dienstagabend (17. März) erleben. Ullrich erklärt: „Ich habe dem Tod ins Gesicht geblickt. Ich war wirklich ganz unten, war bewusstlos und hab’ mich in einem schwarzen, leeren Raum sitzen sehen.“

Nach sportlichen Höhenflügen folgte für Ullrich ein dramatischer Absturz: Alkoholmissbrauch, Drogenkonsum, ein Autounfall, die Trennung von seiner Ehefrau und sogar ein Aufenthalt in einer Entzugsklinik bestimmten sein Leben. Rückblickend sagt er selbst: „Die Niederlagen und brutalen Abstürze haben auch mein Leben geprägt.“ Besonders eindrücklich beschreibt Ullrich die emotionale Leere nach dem Rausch. Denn erst wenn die Wirkung von Alkohol und Drogen vergangen sei, beginne ein schonungsloser Blick auf sich selbst: „Wenn der Alkohol und die Drogen nachlassen, schämt man sich brutal“, so Ullrich auf der Bühne Diese Scham richte sich nicht nur gegen die eigene Person, sondern auch gegenüber Familie, Freunden und insbesondere den eigenen Kindern.

Gerade sie seien es jedoch gewesen, die ihm letztlich Halt gaben. Ullrich bezeichnet seine Kinder als wichtigste Motivation, um den Weg aus der Sucht zu finden. Ohne sie, so gibt er zu, hätte er womöglich weitergemacht und den Tiefpunkt nicht überwunden. Heute blickt der einstige Nationalheld differenziert auf seine Vergangenheit. Er sieht sich selbst als warnendes Beispiel dafür, wie zerstörerisch Alkohol und Drogen wirken können – nicht nur körperlich, sondern vor allem emotional und sozial. Seine Abstürze hätten ihn an einen Punkt gebracht, an dem er sich selbst verloren habe. Doch gleichzeitig macht Ullrich deutlich, dass dieser Weg auch eine Chance zur Veränderung war. Die Auseinandersetzung mit seinen Fehlern und die Rückkehr zu einem strukturierten Leben seien entscheidend gewesen, um wieder Stabilität zu finden. „Es war jedoch viel schwerer, mich aus der Hölle herauszukämpfen, als die Tour de France zu gewinnen. Aber jetzt bin ich wieder glücklich. Das ist der größte Erfolg, den ich bisher errungen habe“, so der 52-Jährige.