Überraschend viele BlockbusterGolden Globes 2023: „Top Gun: Maverick“ und „Avatar 2“ sind nominiert

"Top Gun: Maverick" ist nominiert - Tom Cruise nicht. (smi/spot)
"Top Gun: Maverick" ist nominiert - Tom Cruise nicht. (smi/spot)

© 2022 Paramount Pictures

SpotOn NewsSpotOn News | 12.12.2022, 16:31 Uhr

Mit "Top Gun: Maverick" und "Avatar: The Way of Water" sind auffällig viele populäre Kinohits für die 80. Verleihung der Golden Globes nominiert. Die meisten Nennungen holte aber die irische Tragikomödie "The Banshees of Inisherin".

Es ist angerichtet. Die Hollywood Foreign Press Association (HFPA) hat am Montag die Nominierten für die Golden Globes bekannt gegeben. Auffällig: Mit "Top Gun: Maverick", "Avatar: The Way of Water", "Elvis" und "Everything Everywhere All at Once" sind viele (potenzielle) Publikumshits nominiert. Was der Oscar schon seit Jahren erreichen will, mehr populäre Filme zu nominieren, hat der Golden Globe geschafft. Die meisten Nominierungen, insgesamt acht, holte aber die kleinere irische Tragikomödie "The Banshees of Inisherin".

Viele populäre Filme bei den Dramen und Komödien

In der Kategorie "Bestes Drama" sind mehrere Blockbuster nominiert. Ins Rennen geht mit "Top Gun: Maverick" der bisher erfolgreichste Film des Jahres. Dazu kommt mit "Avatar: The Way of Water" ein kommender Kassenschlager. Ein Hit war auch Baz Luhrmanns Presley-Porträt "Elvis". Weniger erfolgreich an der Kinokasse, dafür von der Kritik gefeiert ist Steven Spielbergs ebenfalls nominierter autobiografischer Film "The Fabelmans". Er gilt aktuell als größter Oscar-Favorit. Das Künstlerdrama "Tàr" mit Cate Blanchett als Dirigentin rundet die Drama-Kategorie ab.

Die Rubrik "Beste Komödie/Musical" ist, anders als in manchen Jahren, diesmal stark besetzt. Mit "Everything Everywhere All at Once" und "The Banshees of Inisherin" konkurrieren zwei hochgehandelte Oscar-Kandidaten um den Golden Globe. Dazu kommen das Hollywood-Porträt "Babylon" von "La La Land"-Regisseur Damien Chazelle, der Goldene-Palmen-Gewinner "Triangle of Sadness" und "Glass Onion: A Knives Out Mystery", die Fortsetzung des Krimihits mit Daniel Craig.

Cameron und Spielberg als Regisseure nominiert – Sarah Polley geht leer aus

Die Riege der nominierten Regisseure verteilt sich auf drei Dramen und zwei Komödien. Nominiert sind James Cameron ("Avatar: The Way of Water"), Baz "Elvis" Luhrmann und der schon genannte Spielberg für "The Fabelmann". Martin McDonagh ist für "The Banshees of Inisherin" dabei, das Regie-Duo Daniel Kwan und Daniel Scheinert alias The Daniels für "Everything Everywhere All at Once".

Die größte Verliererin der Nominierungsrunde ist Sarah Polley. Ihr Sektendrama "Woman Talking" wird beim Oscar hoch gehandelt. Doch der Film schaffte bei den Globes keine Nominierung als bestes Drama, auch Polley ging als Regisseurin leer aus. Immerhin ist sie für ihr Drehbuch nominiert.

Überraschungen bei den Drama-Darstellern

Überraschungen gibt es beim besten Drama-Hauptdarsteller. Neben den favorisierten Brendan Fraser ("The Whale"), Austin Butler ("Elvis") und Hugh Jackman ("The Son") sind mit Bill Nighy ("Living") und vor allem Jeremy Pope ("The Inspection") Namen dabei, mit denen nicht unbedingt zu rechnen war. Stars wie Tom Cruise ("Top Gun: Maverick") und Will Smith ("Emancipation"), die manche Beobachter auf der Rechnung hatten, fehlen.

Bei den Hauptdarstellern in Komödien bzw. Musicals gab es weniger Überraschungen. Nominiert sind Diego Calva ("Babylon"), Daniel Craig ("Glass Onion: A Knives Out Mystery"), Adam Driver ("White Noise"), Colin Farrell ("The Banshees of Inisherin") und Ralph Fiennes ("The Menu").

Cate Blanchett als Favoritin

Bei den kategorienübergreifenden Nebendarstellern sind gleich zwei aus "The Banshees of Inisherin" dabei: Brendan Gleeson und Barry Keogh. Dazu kommen mit Brad Pitt ("Babylon") und Eddie Redmayne ("The Good Nurse") zwei Topstars. Ke Huy Quan rundet mit "Everything Everywhere All at Once" die Gruppe ab.

Bei den Drama-Hauptdarstellerinnen geht einmal mehr Cate Blanchett ("Tàr") als Favoritin ins Rennen. Es wäre ihr vierter Globe. Ihre Konkurrenz bilden Olivia Colman ("Empire of Light"), Viola Davis ("The Woman King"), Ana de Armas als Marilyn Monroe ("Blonde") und Michelle Williams ("The Fabelmans").

Michelle Yeoh gilt dagegen als Favoritin in der Kategorie "Hauptdarstellerin in einer Komödie/Musical". Sie tritt gegen Margot Robbie ("Babylon"), Anya Taylor-Joy ("The Menu"), Emma Thompson ("Meine Stunden mit Leo") und Lesley Manville ("Mrs. Harris und ein Kleid von Dior") an.

Nominierte Nebendarstellerinnen sind Angela Bassett ("Black Panther: Wakanda Forever"), Kerry Condon ("The Banshees of Inisherin"), Jamie Lee Curtis ("Everything Everywhere All at Once"), Dolly De Leon ("Triangle of Sadness"), Carey Mulligan ("She Said"). Zumindest Bassett und De Leon sind dicke Überraschungen.

Deutscher Film im Rennen – Comedyserie sticht "The Crown" aus

Ein deutscher Film kann sich Hoffnungen für den besten nicht-englischsprachigen Film machen. "Im Westen nichts Neues" tritt gegen "RRR" aus Indien, "Argentina, 1985" aus Argentinien, "Close" aus Belgien und "Decision to Leave" aus Südkorea an. Die Neuverfilmung des Romans von Erich Maria Remarque ist auch der deutsche Beitrag für den Auslands-Oscar.

Bei den Serien führt "Abbott Elementary" das Feld an. Die Schulkomödie holte fünf Nominierungen, darunter als beste Comedy. Bei den Dramen kann "The Crown" mit vier die meisten Nennungen vorweisen. Die Serie über das Königshaus ist neben "Better Call Saul", "Ozark" "Severance" und dem "Game of Thrones"-Ableger "House of the Dragon" als Drama-Serie nominiert.

Alle Nominierungen auf einen Blick gibt es auf der Homepage der Golden Globes.

Die Verleihung der Golden Globes steigt am 10. Januar 2023. Anders als 2022 läuft die Gala auch wieder im Fernsehen. Nach diversen Skandalen, unter anderem um Bestechung und strukturellen Rassismus, hatte der Sender NBC die Ausstrahlung verweigert, mehrere Medien hatten die Berichterstattung ausgesetzt.