MusikStars zollen verstorbener Grammy-Gewinnerin und Jazz-Ikone Cassandra Wilson Tribut

Cassandra Wilson - Monterey Jazz Festival 2013 - Avalon
Die wegweisende Jazzgröße Cassandra Wilson ist im Alter von 70 Jahren gestorben.
Die Sängerin verstarb am Mittwoch (2. September) in ihrer Heimatstadt Jackson im US-Bundesstaat Mississippi. Der Gerichtsmediziner von Hinds County, Jeramiah Howard, bestätigte ihren Tod gegenüber ‚The New York Times‘. Eine Todesursache ist derzeit jedoch nicht bekannt.
Ihr langjähriger Manager Robert Torre veröffentlichte gegenüber dem Jazz-Radiosender WBGO eine Erklärung, in der es hieß: „Mit tiefer Trauer geben wir den Tod von Cassandra Wilson bekannt, der Grammy-prämierten und legendären Jazzkünstlerin. Cassandra Wilson ist friedlich zu Hause verstorben, umgeben von ihrer Familie, engen Freunden und ihrem Manager.“ Ihre Familie und engen Freunde bitten respektvoll um Privatsphäre in dieser schwierigen Zeit, während sie um ihren Verlust trauern. Weitere Informationen zu Gedenkfeiern und den entsprechenden Planungen sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden.
Cassandra entwickelte sich in den 1980er-Jahren zu einer Schlüsselfigur der progressiven New Yorker Jazzszene. Sie arbeitete im Rahmen der M-Base-Bewegung an der Seite des Saxofonisten Steve Coleman und ging später mit New Air auf Tour. Ihr experimentierfreudiges musikalisches Gespür führte dazu, dass sie Songs von so unterschiedlichen Künstlern wie Joni Mitchell, Robert Johnson, The Monkees und Hank Williams neu interpretierte.
1986 startete sie mit ‚Point of View‘ ihre Solokarriere, doch erst ‚New Moon Daughter‘ brachte ihr 1995 ihren ersten Grammy in der Kategorie „Best Jazz Vocal Performance“ ein. Ein zweiter Sieg folgte 2009 für ‚Loverly‘ und festigte ihren Ruf als eine der originellsten und einflussreichsten Jazzsängerinnen ihrer Ära. Sie arbeitete regelmäßig mit anderen Künstlern zusammen, unter anderem mit Luther Vandross auf dessen Album ‚I Know‘ aus dem Jahr 1998, und trat als Vorgruppe für die Jazzlegende Miles Davis auf.
Musiker Jon Batiste, der zu Beginn seiner Karriere mit Cassandra auf Tournee gewesen war, veröffentlichte eine bewegende Würdigung, in der er über ihren Einfluss auf ihn sprach. Er schrieb auf Facebook: „Ich habe so viel von ihr gelernt, und ich bin so traurig darüber, dass sie gestorben ist.
Sie hatte eine unverwechselbare Stimmfarbe und Phrasierung, und ihre Art, folkloristische Musik, R’n’B und Musik der Diaspora mit experimentellen und populären Genres zu verweben, hatte einen enormen Einfluss auf mich. Sie klang wie der Süden. Ihr Erbe aus Mississippi war in allem, was sie tat, immer präsent, ganz gleich, wie weit sich ihre Kunst entwickelte.“ Er erinnerte sich daran, dass er zum ersten Mal ohne vorherige Probe mit ihr auftrat, und bezeichnete diesen Auftritt als ein „Vorsprechen“, das schließlich dazu führte, dass sie jahrelang gemeinsam auf Tour gingen.
Auch aus der gesamten Musikwelt kamen weitere Würdigungen. Skin von Skunk Anansie schrieb: „So traurige Nachrichten, sie war eine wunderbare Sängerin. Ihrer Familie und ihren Freunden alles Gute.“ Jools Holland, bei dessen Sendung ‚Later… with Jools Holland‘ Cassandra zu Gast gewesen war, erwies ihr ebenfalls die letzte Ehre, während Jill Scott eine poetische Botschaft teilte: „Weicher, warmer Sand. Tiefes Schnurren. Großartige Ergüsse. Leidenschaftliche Aufrichtigkeit. Anmut. Intensität. Die wunderbare Cassandra Wilson. Wahrhaftig.“







