„Die Höhle der Löwen“ (4): Gurken-Schwamm, Promi-Gründer und Kräcker aus Resten

Tari TamaraTari Tamara | 25.04.2022, 16:12 Uhr
V.l.: Bernhard Unger, Michael Ballack und Dr. Thomas Hüster
Prost: V.l.: Bernhard Unger, Michael Ballack und Dr. Thomas Hüster

Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Auch in der vierten Folge stellen wieder spannende Gründer:innen ihre Erfindungen vor. Einer von ihnen ist Ex-Fußball-Profi Michael Ballack. Als Gast-Löwin fungiert Sarna Röser. 

Auch in der vierten Ausgabe der aktuellen „Höhle der Löwen“-Staffel gibt es wieder spannende Gründer:innen, die sich vor den Löwen beweisen und einen Deal abstauben wollen. Welcher Löwe beißt an?

Le Gurque

Leonie „Leo“ Eißele (31) aus Hamburg und Niklas Heinzerling (31) aus Neuss kennen sich seit dem Studium und sind seit fünf Jahren ein Paar. „Wir haben in unserem Haushalt immer wieder probiert, Sachen gegen nachhaltige Produkte auszutauschen“, erklärt Niklas Heinzerling die Idee hinter Le Gurque. Bei einer Sache wollte ihnen das aber einfach nicht gelingen: Dem Spülschwamm. Dieser besteht aus nicht recyclebaren Kunststoff und landet am Ende auf der Mülldeponie: „Fünf Millionen Kilogramm Plastikmüll werden jährlich durch Spülschwämme erzeugt“, erklärt Leonie Eißele. Mit Le Gurque will das Gründer-Duo für mehr Nachhaltigkeit und weniger Plastik in deutschen Küchen sorgen – oder wie die Hamburgerin es ausdrückt. Le Gurque besteht zu 100 Prozent aus Luffa-Gurke, einem Kürbisgewächs, das natürlich wächst.

Leonie Eißele und Niklas Heinzerling
Leonie Eißele und Niklas Heinzerling mit ihrem Schwamm

Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Le Gurque ist waschmaschinenfest, sehr viel langlebiger als ein herkömmlicher Spülschwamm und kann auf dem Kompost entsorgt werden. Ursprünglich in Asien beheimatet, haben die Jungunternehmer dem Gemüse in Deutschland ein neues Zuhause gegeben: „Wir sind die ersten und die einzigen, die die Luffa-Gurke in Deutschland in größerem Stil kultivieren. Um ihr Produkt konkurrenzfähig am Markt zu platzieren, benötigt das Paar ein Investment von 100.000 Euro und bietet dafür 15 Prozent am gemeinsam gegründeten Unternehmen „The Closest Loop“. Werden sich die Löwen für diesen Spüldienst begeistern?

Read-O

Jonathan Mondorf (26), Ben Kohz (26), Andreas Weiser (30), Michael Pomogajko (28) und Simon Farshid (25) gründeten ihr Start-up vor zwei Jahren und betreten „Die Höhle der Löwen“ gemeinsam als Team: „Mit unserer App finden Sie nur noch Bücher, die wie für Sie geschrieben sind.“ Die Idee zu der emotionsbasierten Buchfinder-App kam Jonathan vor drei Jahren: „Mein Vater hat aus Passion angefangen, Romane zu schreiben. Nach Fertigstellung des Buches haben wir festgestellt, wie schwierig es ist, an die passende Leserschaft zu kommen. In Deutschland gibt es jeden Tag 200 neue Bücher. Das sind 70.000 Bücher im Jahr.“

Immer mehr Leser:innen verlassen sich deswegen auf Bestseller-Empfehlungen, treffen ihre Lese-Entscheidung also rein nach Verkaufszahlen. „Bereits jetzt haben wir mit unserer KI 1,6 Millionen Buchrezensionen analysiert und konnten so über 300.000 Buchtiteln ein emotionales Profil zuweisen.“ Um mit Read-O den weltweiten Büchermarkt zu revolutionieren, benötigen die Gründer ein Investment von 600.000 Euro und bieten dafür 15 Prozent Unternehmensanteile. Sehen Bücherwurm Carsten Maschmeyer („Ich lese im Schnitt zwei Fachbücher und einen Roman pro Woche.“) oder einer der anderen Löwen hier ein Investment-Case?

V.l.: Andreas Weiser, Michael Pomogajko, Simon Farshid, Ben Kohz und Jonathan Mondorf
V.l.: Andreas Weiser, Michael Pomogajko, Simon Farshid, Ben Kohz und Jonathan Mondorf von Read-O

Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Lucky Plant

„Mit Lucky Plant bringen wir Ihre Pflanzen auf Champions League-Niveau“, so das Motto des Start-ups. Und bei einem der drei Gründer staunen die Löwen nicht schlecht, denn mit Michael Ballack (44) betritt ein waschechter Fußball-Star „Die Höhle der Löwen“. Gemeinsam mit Bernhard Unger (54) und Dr. Thomas Hüster (56) will der ehemalige Nationalelf-Kicker die Löwen von ihrem hochwirksamen und biologischen Pflanzenstärkungsmittel überzeugen. „Ich habe ein gutes Netzwerk im Fußball, aber wenn man so ein Produkt an den Markt bringen will, ist das nicht so einfach“, erklärt der Ex-Nationalmannschaftskapitän die Motivation für seinen Besuch. „Dafür braucht man einen professionellen Partner, der über das nötige Know-how und Netzwerk verfügt, und dafür ist ‚Die Höhle der Löwen‘ eine tolle Plattform.“

In der Vergangenheit beschäftigte sich Michael Ballack intensiv mit den Produkten, die auf Rasenplätzen zum Einsatz kommen. „Schnell bemerkte ich, dass diese hohe chemische Anteile haben“, erklärt Ballack. Agrarwissenschaftler Dr. Thomas Hüster befasst sich seit über 20 Jahren mit der Pflanzenforschung und stieß dabei auf die Pechnelke, „die eigentlich Glücksnelke heißen müsste, denn sie ist eine fantastische Pflanze. Sie produziert besondere sekundäre Pflanzenstoffe, die das Wachstum und die Entwicklung von Pflanzen und die Aufnahme von Nährstoffen fördern. Das Besondere an ihr ist: Das macht sie nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere Pflanzen, die in ihrer Nähe wachsen. Dieses Wissen wollten wir für unser Produkt nutzen.“

Michael Ballack
Michael Ballack will einen Deal für Lucky Plant

Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Das Ergebnis ist Lucky Plant: Das 100 Prozent biologische Pflanzenstärkungsmittel aus sechs Wildkräutern gibt es als Brausetablette oder Pulver fürs Gießwasser. Den Wirkmechanismus haben die Gründer bereits patentieren lassen. Für ihr Unternehmen wünschen sich die Gründer einen starken Partner und ein Investment von 100.000 Euro. Dafür bieten sie 20 Prozent Firmenanteile. Wird das Trio damit bei den Löwen punkten können?

Michael Ballack: Wozu braucht der Millionär „Die Höhle der Löwen“?

Retter Kräcker

„Wir finden, dass Lebensmittelverschwendung absoluter Bullshit ist“, so Lisa Berger (27), Sandra Ebert (29) und Pascal Moll (28). Sie wollen der  Verschwendung den Kampf ansagen. Dabei findet Lebensmittelverschwendung nicht ausschließlich im Haushalt statt, sondern auch bei ihrer Produktion: „Die Industrie nimmt Sonnenblumen- oder Kürbiskerne, um daraus Öl zu pressen“, erklärt Pascal Moll. „Dabei entsteht nicht nur ein Drittel Öl, sondern auch zwei Drittel Trester. Der landet meistens in der Biogasanlage oder im Futtertrog.“

Dabei ist der Trester reich an Proteinen und Ballaststoffen. Der Retter Kräcker enthält mit Kürbiskern, Sonnenblumen und Apfeltrester gleich drei davon. Die Retter Kräcker gibt es derzeit in drei Geschmacksrichtungen, sie sind biozertifiziert, vegan, glutenfrei und enthalten keinerlei künstliche Zusätze oder Aromen. Die drei Foodies benötigen ein Investment von 100.000 Euro und bieten dafür neben dreimal Know-how, Leidenschaft und Wissen im Bereich Lebensmittel auch zehn Prozent Firmenanteile an ihrem Start-up „Zero Bullshit Company“. Schmeckt einem der Löwen dieser Pitch?

V.l.: Lisa Berger, Sandra Ebert und Pascal Moll
V.l.: Lisa Berger, Sandra Ebert und Pascal Moll machen Kräcker aus Resten

Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Xeem

„In Deutschland gibt es weniger als 15 Prozent weibliche Start-ups“, wissen Janine Weirich (27) und Géraldine Ulrichs (25, Mutter einer sechs Monate alten Tochter). Frauen in der Start-up Welt sind selten, vor allem im Tech-Bereich. Die Idee zu der digitalen Plattform stammt aus ihrer gemeinsame Bachelor-Arbeit (Studiengang „Interacitve Media Design“), die Janine Weirich und Géraldine Ulrichs während ihres Master-Studiums Schritt für Schritt weiterentwickelt haben. „Stellen Sie sich vor, Sie als Unternehmen möchten ein neues Produkt auf den Markt bringen, und brauchen dafür eine Marketingstrategie“, erklärt Géraldine die Motivation hinter der Website. Aber wie kommt man an externe Ideen und junge Talente? Die Antwort liegt auf der Hand, erklärt Janine: „Die Talente sitzen häufig noch in den Unis. Als wir noch studiert haben, waren wir schon hungrig nach Praxiserfahrung, um Kontakte zur Wirtschaft zu sammeln.“ Mit ihrer digitalen Plattform bringt das Gründer-Duo Unternehmen und junge Talente durch sogenannte Challenges zusammen. „Eine Challenge ist eine Aufgabenstellung, die von einem Unternehmen gestellt wird. Z.B Wie vermarkte ich ein neues Produkt?“, erklärt Géraldine. „Hier haben die jungen Talente die Möglichkeit, gemeinsam in einem Team Ihre Ideen vorzustellen.“

Géraldine Ulrichs (l.) und Janine Weirich
Girlpower bei Xeem

Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Neben der Möglichkeit, in verschiedene Bereiche reinzuschnuppern und direkte Kontakte in die Wirtschaft zu knüpfen, gibt es dabei für die jungen Talente, meist Studierende, einen weiteren wichtigen Punkt: Das Preisgeld! Und auch die Unternehmen profitieren. Um die Plattform auszubauen, benötigen die beiden Gründerinnen ein Investment von 250.000 Euro und bieten dafür zehn Prozent Firmenanteile. Die Löwen wissen um die Relevanz der Themen Recruiting und Fachkräftemangel. Wird einer von ihnen in Xeem investieren?

Eine neue Folge von „Die Höhle der Löwen“ heute Abend auf VOX um 20:15 Uhr.