30 Jahre „Basic Instinct“: Diese Filme sorgten auch noch für einen Skandal

SpotOn NewsSpotOn News | 23.05.2022, 11:38 Uhr
Sharon Stone wurde durch ihre Rolle in "Basic Instinct" berühmt. (amw/spot)
Sharon Stone wurde durch ihre Rolle in "Basic Instinct" berühmt. (amw/spot)

imago images/Everett Collection/TriStar Pictures

Vor 30 Jahren, am 21. Mai 1992, erschien der Erotikthriller "Basic Instinct". Heute ist der Film ein Klassiker, damals sorgte die Geschichte für Aufsehen. Doch es gibt noch mehr Hollywoodproduktionen, die einen Skandal nach sich gezogen haben.

Am 21. Mai 1992 ging ein Raunen durch die Filmwelt Hollywoods. Der Erotikthriller „Basic Instinct“, mit einer damals noch unbekannten Sharon Stone (64) und Michael Douglas (77) in den Hauptrollen, erschien in den Kinos. Doch nicht nur Begeisterung machte sich damals unter den Zuschauenden breit – unter anderem fehlende Unterwäsche sorgte für helle Aufregung. Doch es gab auch vor und nach „Basic Instinct“ Filme, die einen Skandal nach sich gezogen haben.

„Basic Instinct“, 1992

In „Basic Instinct“ steht der Detective Nick Curran, gespielt von Michael Douglas, im Zentrum der Handlung. Dieser muss den Mord an einem Rockstar aufklären, der mit einem Eispickel erstochen wurde. Schnell gerät die Kriminalromanautorin Catherine Tramell (Sharan Stone) ins Visier – denn in einem ihrer Bücher schreibt sie über einen derartigen Mord. Eine Szene brannte sich in die Köpfe der Menschen ein: Sharan Stone überschlägt während eines Verhörs die Beine, ohne unter ihrem Kleid Unterwäsche zu tragen – ihr Intimbereich ist deutlich zu sehen. Generell sind viele freizügige Sexszenen im Streifen enthalten, für manche zu viel des Guten.

Später erklärte Stone in ihrer Biografie „The Beauty of Living Twice“ (2021), dass sie von der Kleid-Szene nichts wusste. Demnach hatte man ihr gesagt, sie müsse ihren Slip ausziehen, aber man würde keine intimen Stellen erkennen: „Mir wurde gesagt, ‚Wir sehen gar nichts – du musst den Slip nur ausziehen, weil das Weiß das Licht reflektiert und wir so wissen, dass du was anhast.'“ Der niederländische Regisseur Paul Verhoeven (83) behauptete hingegen, dass alles so abgesprochen war. So oder so wurde Stone dank des Films über Nacht zum Star und gehört bis heute zu den bekannten Schauspielerinnen Hollywoods.

„Das Leben des Brian“, 1979

„Das Leben des Brian“ hat 1979 nicht wegen seiner freizügigen Szenen für Aufregung gesorgt. Der Film stammt aus der Feder der britischen Komikertruppe Monty Python. Diese nehmen darin unter anderem das Christentum auf die Schippe, was einigen Gläubigen sauer aufgestoßen ist. Die Satire handelt von Brian (Graham Champan, 1941-1989), der zur selben Zeit wie Jesus geboren wurde und durch ein Missverständnis von den Menschen als Messias angesehen wird – gegen seinen Willen.

Viele Vertreter der jüdischen sowie christlichen Glaubensgemeinschaft sahen in dem Film einen Skandal – Proteste und Boykotte waren die Folge. In einigen Ländern wurde die Satire aufgrund von Blasphemie sogar lange Zeit verboten – darunter in Norwegen, Irland und Italien. In Deutschland darf der Film nicht am Karfreitag gezeigt werden.

„Die Passion Christi“, 2004

Mel Gibsons (66) Werk „Die Passion Christi“ stammt aus dem Jahr 2004 und beleuchtet ebenfalls ein religiöses Thema – allerdings unter keinem satirischen Gesichtspunkt. Stattdessen zeigt der 127 Minuten lange Streifen die letzten Abschnitte im Leben des Jesus von Nazareths – von seiner Verhaftung über seine Kreuzigung bis hin zur Auferstehung. Doch Gibson machte keine halben Sachen, so wurde Jesus Leiden äußerst brutal und sehr gewalttätig dargestellt. Für manche Zuschauer und Zuschauerinnen beinhaltet der Film einfach zu viel Blut, noch dazu wurden Stimmen laut, die der Produktion Antisemitismus vorwarfen.

„The Interview“, 2014

Nicht um Religion, sondern um Politik dreht sich die US-amerikanische Komödie „The Interview“ aus dem Jahr 2014. Die Schauspieler James Franco (44) und Seth Rogen (40) sind in den Hauptrollen zu sehen. Der Film erzählt die Geschichte von zwei Reportern, die von der CIA damit beauftragt werden, den nordkoreanischen Staatschef Kim Jong-un (38) während eines Interviews zu ermorden. Noch bevor der Film überhaupt in den Kinos anlief, kam es zu Protesten. Vonseiten Nordkoreas hieß es, ein Film über die Ermordung eines amtierenden Staatsoberhauptes sei „Unterstützung von Terrorismus“.

Der damalige US-Präsident Barack Obama (60) ließ sich nicht einschüchtern und griff nicht in die Veröffentlichung ein – daraufhin drohte Nordkorea mit „tödlichen Schlägen“, wenn die US-Regierung daran festhält. Doch damit nicht genug: Sony Pictures Entertainment wurde Opfer eines Hackerangriffs, der Film wurde von den Servern gestohlen. Der Streit eskalierte noch weiter, als eine Gruppe mit Anschlägen auf Kinos drohte – daraufhin wurde die Premiere in den USA sowie weitere Promo-Termine der Hauptdarsteller zunächst abgesagt. Doch auch das führte wiederum zu Kritik, weil man sich von Nordkorea nicht den Mund verbieten lassen wollte. Am Schluss wurde der Film doch in den Kinos gezeigt.

„Der letzte Tango in Paris“, 1972

Bei diesem Film gehen die Meinungen weit auseinander: geschmacklos oder Meisterwerk? „Der letzte Tango in Paris“ stammt vom italienischen Autor und Regisseur Bernardo Bertolucci (1941-2018) und erschien 1972 in den Kinos. Im Film treffen sich ein Amerikaner, gespielt von Marlon Brando (1924-2004), und eine Französin (Maria Schneider, 1952-2011) regelmäßig in einer Wohnung in Paris, um sich zu unterhalten und miteinander zu schlafen. Viele Zuschauer und Zuschauerinnen fanden die Sexszenen abstoßend und kaum zu ertragen. So wird eine Vergewaltigung, bekannt als die „Butter“-Szene, gezeigt.

Noch dazu soll die Schauspielerin Maria Schneider vom genauen Ablauf der Szene nichts gewusst zu haben. „Ich behandelte Maria insofern schrecklich, dass ich ihr nicht sagte, was geplant ist. Ich wollte ihre Reaktion als Mädchen, nicht als Schauspielerin. Ich wollte, dass sie die Erniedrigung fühlt“, sagte Bertolucci 2013 in einem Interview. Nachdem es heftige Kritik gehagelt hatte, reagierte der Regisseur und erklärte in einem Statement, dass es sich um ein „lächerliches Missverständnis“ gehandelt habe. Schneider habe von der gewalttätigen Szene gewusst, sie wurde „nur“ nicht über die Verwendung von Butter als Gleitmittel informiert.