Gil Ofarim: Alle befragten Augenzeugen widersprechen seinen Vorwürfen

Sebastian GrünbergerSebastian Grünberger | 27.10.2021, 14:21 Uhr

IMAGO/POP-EYE/Rene du Vinage

Gil Ofarim bekommt weiter Gegenwind: Laut aktuellen Medienberichten stimmt keine einzige Zeugenaussage mit seinen Schilderungen im vermeintlichen Antisemitismus-Skandal überein.

Die neuesten Erkenntnisse in der Antisemitismus-Kontroverse um Gil Ofarim (39) und ein Leipziger Hotel rücken den Musiker weiter ins Kreuzfeuer der Kritik. Nachdem vor kurzem bekannt wurde, dass eine Untersuchung keine Hinweise auf ein antisemitisches Vergehen lieferte, tauchen nun weitere Details auf. So sollen die Zeugenaussagen im krassen Gegensatz zu Ofarims Aussagen stehen.

Alle widersprechen Ofarim

Wie „Die Zeit“ in ihrer Printausgabe berichtet, widersprach jeder einzelne der von einer Rechtsanwaltskanzlei befragten Augenzeugen, die an jenem Abend dem angeblichen Vorfall beiwohnten, Ofarims Narrativ. Demnach habe niemand eine antisemitische Beleidigung vernommen.

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Details zur Untersuchung

Dies sei in jenem 118 Seiten umfassenden Bericht, den das beschuldigte Hotel bei der Rechtsanwaltskanzlei Pauka & Link in Auftrag gegeben hatte, ersichtlich. Wie bereits seit einiger Zeit bekannt ist, kam die Untersuchung zum Ergebnis, dass kein Vergehen vorliegt. Die zeitweilige Suspendierung des von Ofarim beschuldigten Mitarbeiters ist mittlerweile wieder aufgehoben.

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Der Fall Ofarim

Ofarim hatte Anfang Oktober 2021 in einem über seine sozialen Netzwerke veröffentlichten Video behauptet, von einem Mitarbeiter eines Leipziger Hotels aufgrund einer von ihm getragenen Kette mit Davidstern-Anhänger antisemitisch beleidigt und nicht drangenommen worden zu sein. Nach und nach wurden allerdings Zweifel an seinen Schilderungen publik — Überwachungsvideos jenes Abends zeigten Ofarim ohne sichtbar getragene Kette.

Der Musiker bleibt jedoch bei seiner Version der Dinge, änderte einige Details aber ab. So sei es nicht der Hotelmitarbeiter (gegen den er Klage eingereicht hatte) gewesen, der ihn beleidigte — sondern ein Hotelgast. (Redaktion KuT)