StarsJoan Jett erklärt, warum sie einen von Gary Glitter geschriebenen Song weiterhin spielt

Joan Jett - SFFILM Festival 2018 - April 2018 - Photoshot
Joan Jett erklärt, warum sie einen von Gary Glitter geschriebenen Song weiterhin spielt.
Joan Jett hat nicht vor, einen von dem verurteilten Pädophilen Gary Glitter geschriebenen Song aus ihrem Konzertprogramm zu streichen.
Die Sängerin von ‚I Love Rock ’n’ Roll‘ nahm 1981 für ihr Solo-Debütalbum ‚Bad Reputation‘ eine eigene Version von Glitters Hit ‚Do You Wanna Touch Me (Oh Yeah)‘ aus dem Jahr 1973 auf. Bis heute gehört der Song zu ihrem Live-Repertoire, obwohl Glitter – mit bürgerlichem Namen Paul Gadd – im Laufe der Jahre wegen mehrerer Sexualdelikte an Kindern verurteilt wurde. Gegenüber ‚The Telegraph‘ erklärte Joan: „Natürlich beschäftigt mich das. Aber erstens singe ich das Lied nicht in diesem Zusammenhang. Und zweitens: Wenn wir anfangen, jeden zu überprüfen … Eine meiner Lieblingsbands sind die Rolling Stones. Hören Sie sich einmal ‚Starf****‘ (später in ‚Star Star‘ umbenannt) an – ein Lied über eine 15-Jährige. Damit will ich das keineswegs gutheißen.“
Über ihre eigene Interpretation des Songs sagte sie: „Wenn man genau hinhört, singe ich andere Worte als er. Ich versuche, das Lied zu meinem eigenen zu machen. Aber werde ich es nach all den Jahren aus meinem Programm streichen, nachdem ich damit meine eigene Karriere aufgebaut habe? Nein. Und wenn die Leute mich dafür kritisieren wollen, sollen sie das tun. Ich wurde schon für viel mehr kritisiert.“
Joan sprach außerdem erneut darüber, wie wichtig es ihrer Band The Runaways gewesen sei, jungen Frauen eine Stimme zu geben. Im Gespräch mit ‚MOJO‘ erklärte sie: „Teenager-Mädchen denken über Sex nach, Teenager-Mädchen sprechen über Sex. Nur weil das der Gesellschaft unangenehm ist, werden sie damit nicht aufhören. Deshalb muss man ihnen eine Stimme geben. Jungen haben diese Stimme längst – sie können über ihre Pubertät, ihr Erwachsenwerden und all diese Dinge singen.“
Mit Blick auf die unterschiedlichen Maßstäbe für Männer und Frauen in der Musikbranche fügte sie hinzu: „Mick Jagger kann auf einem aufblasbaren Penis auf die Bühne fahren … Nicht, dass ich auf einer aufblasbaren Vagina erscheinen müsste, aber ich sage nur, dass ich es genauso tun können sollte. Als Kind hat mich genau das am meisten gestört: diese Ungerechtigkeit. Es geht ums Prinzip. Um das verdammte Prinzip.“ Die Sängerin von ‚Cherry Bomb‘ betonte außerdem, dass sie und ihre Bandkolleginnen musikalisch problemlos mit den größten Rockbands ihrer Zeit hätten mithalten können. Sie sagte: „Ich würde unsere musikalischen Fähigkeiten mit denen jeder anderen Band vergleichen. Sandys Schlagzeugspiel konnte sich mit jedem Schlagzeuger messen. Und Litas Gitarrenspiel mit jedem Leadgitarristen.“






