StarsNeue Dokumentation wirft Licht auf die turbulente Karriere der No Angels

No Angels / Kölner Mediapark / dpa/Joerg Carstensen / 05/2001
Neue Dokumentation wirft Licht auf die turbulente Karriere der No Angels.
25 Jahre nach ihrem Durchbruch blicken die No Angels auf eine Karriere voller Höhen und Tiefen zurück.
Die dreiteilige ARD-Dokumentation ‚No Angels – Das sind wir‘ begleitet Lucy Diakovska, Nadja Benaissa, Sandy Mölling und Jessica Wahls durch ihre Bandgeschichte. Dabei geht es nicht nur um Chart-Erfolge und ausverkaufte Konzerte, sondern auch um persönliche Konflikte, gesellschaftliche Vorurteile und schwierige Entscheidungen.
Für die Produktion wurde die erfolgreichste deutsche Girlgroup ein Jahr lang begleitet. Zeitzeugen, Archivaufnahmen und Gespräche mit früheren Wegbegleitern zeichnen nach, wie aus Kandidatinnen der Castingshow ‚Popstars‘ im Jahr 2000 ein Pop-Phänomen wurde. Mit ‚Daylight in Your Eyes‘ gelang den Sängerinnen ein Hit, der bis heute eng mit ihrer Geschichte verbunden ist.
Die Dokumentation beleuchtet unter anderem den Umgang mit Lucys Homosexualität in den Anfängen der Band. Die Sängerin machte aus ihrer sexuellen Orientierung nach eigener Darstellung nie ein Geheimnis. Dennoch stieß das Thema damals offenbar nicht überall auf Akzeptanz. Die frühere ‚Popstars‘-Jurorin Simone Angel erinnert sich an die Vorbehalte jener Zeit: „Es ist doch nicht wichtig, ob man hetero ist oder nicht. Aber damals war es für viele ein Problem.“ Zugleich wirft die Serie einen kritischen Blick auf die Bedingungen des schnellen Ruhms. Die damalige Musikindustrie erscheint als knallhartes Umfeld, in dem die jungen Frauen nur wenig psychologische Unterstützung erhielten.
Besonders einschneidend in der Geschichte der No Angels war außerdem die juristische Auseinandersetzung um Nadja Benaissa. 2010 verurteilte das Amtsgericht Darmstadt die Sängerin wegen gefährlicher Körperverletzung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Die Folgen belasteten nicht nur ihre persönliche Laufbahn, sondern auch die Band. In der Dokumentation zieht Benaissa ein knappes, nachdenkliches Fazit: „Ich bereue das sehr.“
Auch das vorläufige Band-Aus 2003, das Comeback ohne Vanessa Petruo und der enttäuschende Eurovision Song Contest 2008 werden thematisiert. Damals landeten die No Angels mit ‚Disappear‘ auf Platz 23. Trotzdem war ihre Geschichte nicht vorbei. Nach dem Tod von Lucys Mutter im Jahr 2020 fanden die Sängerinnen wieder enger zusammen. Das Jubiläumsalbum ’20‘ erreichte 2021 Platz eins der deutschen Charts. Für Sandy Mölling erklärt sich die besondere Verbindung so: „Man liebt sich, man zofft sich, man lacht und weint zusammen. Man teilt eigentlich alles miteinander.“ Die Auftaktfolge der neuen Doku läuft am 17. Oktober um 23.55 Uhr im Ersten. Alle drei Teile sind bereits in der ARD Mediathek verfügbar.







