FilmSylvester Stallone glaubt: KI wird die Menschen ‚vollständig übernehmen‘

Sylvester Stallone - September 2019 - Avalon.red - Rambo: Last Blood Premiere
Sylvester Stallone blickt mit großer Skepsis auf die zunehmende Bedeutung künstlicher Intelligenz.
Der 80-jährige ‚Rocky‘-Star befürchtet, dass eine immer stärkere Abhängigkeit von Technologie zukünftige Generationen unselbstständiger und einsamer machen könnte. Auf die Frage des Magazins der ‚Sunday Times‘, ob er eine dystopische Zukunft für möglich halte, in der KI die Menschen beherrscht, antwortete Stallone eindeutig: „Ja, wir werden vollständig übernommen werden.“
Seine Befürchtung: Je einfacher Technologie den Alltag mache, desto weniger müssten Menschen selbst leisten. Als Beispiel verwies er auf autonom fahrende Taxis und malte scherzhaft, aber durchaus ernst gemeint, ein extremes Zukunftsszenario aus. „Bald werden wir überhaupt keine Beine mehr haben“, sagte Stallone. Menschen würden sich irgendwann nur noch von Maschinen transportieren lassen, während ihre körperlichen Fähigkeiten zunehmend verkümmerten.
Noch größere Sorgen bereitet dem ‚Tulsa King‘-Star allerdings die mögliche gesellschaftliche Isolation. Stallone glaubt, dass Einsamkeit durch KI und digitale Technologien weiter zunehmen könnte. „Einsamkeit ist die schlimmste Krankheit“, erklärte er. „Denn sie legt alles lahm.“ Besonders bei Männern sieht Stallone eine problematische Entwicklung. Früher hätten Sport, körperliche Arbeit und gemeinschaftlich ausgeübte Berufe vielen Männern ein Gefühl von Zugehörigkeit vermittelt. Heute würden dagegen immer mehr Menschen allein vor Bildschirmen sitzen. Durch künstliche Intelligenz könnte sich diese Entwicklung seiner Meinung nach noch verstärken. Stallone rechnet sogar damit, dass Menschen zunehmend künstliche Partner erschaffen werden. „Ihr werdet mechanische Liebesbeziehungen haben“, sagte er.
Die Technologie bewege sich damit in eine Richtung, über deren Folgen sich die Gesellschaft bislang kaum Gedanken mache. Dabei zog der Schauspieler auch einen Vergleich mit George Orwells dystopischem Roman ‚1984‘. Das Buch habe seine Generation noch als Warnung vor einer möglichen Zukunft gelesen. Heute komme ihm manches davon bereits wie Realität vor. „Was würde George Orwell heute schreiben?“, fragte Stallone. Er könne sich kaum vorstellen, welche Entwicklungen der Schriftsteller angesichts der heutigen technologischen Möglichkeiten vorhersagen würde.
Stallone sieht die zunehmende Isolation allerdings nicht allein als Folge von KI. Auch Veränderungen in der Arbeitswelt hätten traditionelle Gemeinschaften aufgelöst. Männer hätten sich nach seiner Erfahrung häufig stark über ihren Beruf und die damit verbundene Kameradschaft definiert. Als Beispiel nannte er Stahlarbeiter, die früher Tag für Tag gemeinsam arbeiteten, körperliche Anstrengungen teilten und anschließend miteinander etwas trinken gingen. „Es war nicht einfach nur ein Job, sondern man gehörte zu einem Team“, erklärte Stallone.
Wenn solche Arbeitsplätze verschwänden, gehe häufig auch diese Gemeinschaft verloren. Wer anschließend beispielsweise allein als Lastwagenfahrer arbeite, habe diese unmittelbare soziale Struktur nicht mehr. Für Stallone steht deshalb vor allem eine Frage im Mittelpunkt: „Wo ist dann das Team? Jetzt bist du allein.“







